Sternstunden für Zuhörer

Stehende Ovationen, begeisterte und berührte Zuschauer, Gänsehautmomente, unvergessliche Gesangspartien: Der Auftritt des Don Kosaken Chors im Münster Zwiefalten übertraf alle Erwartungen.

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Wanja Hlibka, einst als jüngster Solist im Originalchor von Serge Jaroff tätig, führt den Chor seit 1979 auf Wunsch des Gründers in seinem Sinn weiter und erntet mit diesem ebenso wie einst sein sängerischer Ziehvater überall Begeisterungsstürme. Er ist Garant für das hohe künstlerische Niveau, auf welchem der Chor agiert und führt das Ensemble mit ruhiger Hand und kaum merklichen Gesten zu Höchstleistungen. Und so kam auch das Zwiefalter Publikum in den Genuss des unverwechselbaren russischen Chorklangs, den die 14 professionell ausgebildeten Sänger zu verbreiten wussten. Die alle auch solistisch tätigen Gesangstalente bildeten einen harmonisch vollendeten Klangkörper, der den Kirchenraum mit der ganzen Bandbreite der Stimmfarben erfüllte.

Ergreifend, berührend, eindrücklich erklangen die sakralen Klänge und begeisterten im gewaltigen volltönenden Forte ebenso wie im innigen Piano. Technisch vollendete Crescendo und Decrescendo-Passagen zeigten die Dynamik des Chors gelungen auf, beeindruckend war ebenso die Leichtigkeit im Vortrag im Hinblick auf die hohen Ansprüche der geistlichen Werke.

In welch abgründige Tiefen ein Bass profondo abtauchen kann und wie hoch der Countertenor in sonst nur Frauensopranen vorbehaltenen Höhen hinaufsteigt, beeindruckte das Publikum sichtlich. Immer wieder war ungläubiges Kopfschütteln und begeistertes Raunen zu vernehmen, so unglaublich erschien der Umfang der menschlichen Stimme, ihre Ausdruckskraft und das Vermögen, Töne unendlich lange zu halten.

Und auch das Volumen faszinierte, denn die 14 uniform gekleideten Mannen erfüllten das Gotteshaus mühelos bis in den letzten Winkel mit volltönendem nahezu orchestralem Gesamtklang, ohne an Wohlklang und Klarheit zu verlieren - der am Ende sekundenlang nachwirkende Nachhall des Kirchenraums unterstrich diese Leistung hörbar. Und sie schafften es im Gegenzug ebenso, die innigen und zarten Seiten des Gesangs in Vollendung zu präsentieren, den fast gehauchten Sopranpart noch einfühlsam zu begleiten - Sternstunden für Zuhörer, nach deren Ende man die berühmte Stecknadel hätte fallen hören können.

Das Konzert der Spitzenklasse beinhaltete ein stimmiges musikalisches Programm, das sowohl volltönende als auch ruhige und melancholische Werke überzeugend darbrachte: Auf Russisch vorgetragene, begeisternde sakrale Werke wie "Herr, erbarme dich", "Gott rette Dein Volk", "in deinem Reich" , "oh bete Freund" oder das "Ave Maria" mit einem fast engelgleich gesungenen Countertenorpart. Mit minutenlangen stehenden Ovationen brachte das Publikum seine Empfindungen zum Vortrag zum Ausdruck und goutierte auch die zahlreichen Zugaben auf gleiche Art und Weise, bevor sich der Chor endgültig mit dem innigen "Ich bete an die Macht der Liebe" verabschiedete - Gänsehautgefühl am Ende eines unvergesslichen Konzertabends.

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