Soziales Netzwerk als Alleinstellungsmerkmal

"Datenraumphase" steht an: Alle acht Bieter, die sich als Partner für die Kliniken im Landkreis Biberach interessieren, erhalten Dateneinsicht, um ihr Angebot konkretisieren zu können.

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Die Altersmedizin als Schwerpunkt im Riedlinger Krankenhaus der Zukunft, dies sieht das soziale Netzwerk als eine Chance für den Erhalt der Einrichtung. Foto: Waltraud Wolf

Acht von ursprünglich zehn Interessenten für eine strategische Partnerschaft mit der Kliniken Landkreis Biberach GmbH haben ein unverbindliches Angebot abgegeben. Sie alle dürfen in der jetzt anstehenden "Datenraumphase" klinikrelevante Fakten einsehen, wie zum Beispiel Verträge, Jahresabschlüsse und Prüfberichte. Zur Verfügung gestellt werden ihnen auch Konzepte und Vorstellungen, die in Laupheim und Riedlingen erarbeitet worden sind, wo es um den Erhalt der dezentralen Krankenhäuser geht.

Unter dem Titel "Riedlingen hat Charme" wurde dafür unter Mitarbeit von Dr. Michael Sander als Moderator ein Papier ausgearbeitet. "Standortbroschüre" nennt es der Gesundheitsexperte und Unternehmensberater von Terra Consulting Partners aus Nonnenhorn. Noch in dieser Woche geht es den Bietern für ihre Entscheidungsfindung zu.

Erläutert werden darin die bisherigen Angebote der Riedlinger Klinik und Ideen, wie sie ausgebaut werden könnten. Punkten will Riedlingen mit seinem sozialen Netzwerk. Es bietet seine Kooperation für den Klinikstandort Riedlingen als Alleinstellungsmerkmal im Landkreis Biberach an.

Hierbei handelt es sich um alle Einrichtungen, die Dienstleistungen im sozialen Bereich anbieten, plus der politischen Gemeinden in der Raumschaft und der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde in der Donaustadt. Sein Ziel ist es, das soziale Angebot zu vervollständigen und zu optimieren. Geschehen soll dies mit einem gemeinsamen Betrieb einer Nachsorgestation für Patienten der Tagesklinik und von ambulant behandelten Patienten, die zu Hause nicht versorgt werden können.

Mitwirken will man auch bei der Betreuung und Versorgung von Demenzkranken während eines Klinikaufenthalts und sich mit der Begleitung von Patienten zwischen Klinikbehandlung und ambulanter Weiterversorgung einbringen. Vor allem an ältere Menschen wird dabei gedacht. "Ältere Patienten könnten die Basis einer konstanten Auslastung bieten", heißt es in dem Papier, war der Anteil der älteren Patienten im Riedlinger Krankenhaus entsprechend dem Bevölkerungsanteil bislang schon sehr hoch. Und er wird ansteigen. Darin sieht Dr. Sander eine deutlich erkennbare Verlagerung des Bedarfs hin zur Altersmedizin. Als mögliche Strukturen einer medizinischen Versorgung am Klinikstandort Riedlingen wird in der Broschüre der Aufbau eines Notfall-Zentrums genannt, eine Tagesklinik, ambulante Operationen, stationäre Betten für Nachsorge und kurzfristige Aufenthalte von eher leichten medizinischen Fällen und die geriatrische Medizin als besonderer Schwerpunkt, gegebenenfalls ergänzt um eine geriatrische Rehabilitations-Einrichtung. Mit einem jungen in Riedlingen niedergelassenen Arzt sollen Gespräche in Sachen Belegarzt für Geriatrie aufgenommen werden.

Die Riedlinger Initiative hofft, bei den Bietern mit ihren Ideen auf Interesse zu stoßen. Der Biberacher Kreistag trifft im Oktober die Entscheidung, mit welchen verhandelt werden soll. Die bindenden Angebote stellen die Grundlage für den Kreistagsbeschluss in öffentlicher Sitzung im Dezember dar. Dann wird offenbar, wer zum Zuge kommen soll und ob derjenige sich auch in Riedlingen engagieren will.

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