Ritt auf der Datenautobahn

Pfronstetten hat im Gegensatz zu so mancher Kommune in der Umgebung, die Hausaufgaben in Sachen Glasfaserkabel gemacht. Dennoch tritt die Kommune jetzt der Breitbandversorgungsgesellschaft BLS bei.

|

Auf der Datenautobahn ist einiges im Fluss. Die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Breitbandversorgung hat sich gerade im ländlichen Raum zu einem der wichtigsten Handlungsfelder der kommunalen Daseinsvorsorge entwickelt. Doch was heute Stand der Technik ist, kann schon morgen veraltet sein. Insofern macht der Zusammenschluss von Kommunen mit einem schlagkräftigen Breitbandversorger Sinn, führte Bürgermeister Reinhold Teufel eingangs der Sitzung des Gemeinderats am Mittwochabend aus. Ein solcher Breitbandversorger ist die BLS, die Breitbandversorgungsgesellschaft mbH im Landkreis Sigmaringen. Doch nachdem die Bits keine Grenzen kennen, gehören der BLS zwischenzeitlich 32 Gemeinden an, darunter auch zahlreiche Nachbarkommunen aus dem Landkreis Reutlingen wie Engstingen, Gomadingen, Hayingen, Münsingen, Trochtelfingen und Zwiefalten.

Aufgabe der BLS ist es nun Glasfasernetze herzustellen, sie zu verwalten, aber vor allen Dingen auch nach Netzbetreibern zu suchen, führte der Aufsichtsratsvorsitzende der BLS Arne Zwick, seines Zeichens auch Bürgermeister von Meßkirch in der Sitzung aus. Im Augenblick vertritt die BLS ein Gebiet mit 160 000 Einwohnern. Das reicht von Münsingen im Norden bis hinunter zum Bodensee und sei somit kaum mehr für einen Netzbetreiber uninteressant.

In Pfronstetten ist freilich der Glafaserausbau schon sehr weit fortgeschritten. Wenn Tigerfeld im Sommer angeschlossen sein wird, dann verfügen alle Ortsteile über eine 50 Mbit-Versorgung. Damit hat dann die Gemeinde vollständig den Standart FttC (Glasfaser bis an den Straßenrand) erreicht.

Zwischenzeitlich gehe die Entwicklung aber längst in Richtung FttB (Glasfaser bis ins Gebäude), sagte Arne Zwick. Bei allen Gewerbegebieten, die heute erschlossen werden, sei dies längst Usus, führte Zwick weiter aus. Und da komme natürlich die BLS nun auch für Pfronstetten ins Spiel, ergänzte Bürgermeister Reinhold Teufel. Die Gemeinde strebt in diesem Zusammenhang an, bei anstehenden Tiefbauarbeiten entsprechende Leitungen mitzuverlegen, auch wenn diese auf absehbare Zeit nicht genutzt werden. So könne es aber möglich sein, so Teufel weiter, einen FttB-Ausbau einigermaßen kostengünstig hinzubekommen, zumal hierfür auch Fördermittel des Landes fließen. Der Bürgermeister ist der Meinung, dass ein flächendeckender FttB-Anschluss im Schulterschluss mit den Nachbargemeinden mit der BLS schneller und wohl auch kostengünstiger zu bewerkstelligen sei, als es alleine oder zusammen mit dem bisherigen Partner, der Telekom, zu versuchen.

Der Beitritt zur BLS stelle auch kein finanzielles Risiko dar. Zum einen bekäme man die Leitungen, die man jetzt der BLS überlasse, bei einem Austritt wieder zurück, zum anderen ist bei Beitritt ein einmaliger Betrag von 3000 Euro zu entrichten. Hinzu kommt ein Geschäftsanteil nach einem Einwohnerschlüssel und eine Personalkostenumlage. "Das sind im Jahr nicht einmal 1000 Euro", sagte Teufel.

Nach kurzer Diskussion gab der Pfronstetter Gemeinderat grünes Licht und stimmte dem Beitritt zur BLS ohne Gegenstimme und Enthaltung zu.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Alle Kinder profitieren

Vor mehr als zehn Jahren hat die Stadt Münsingen die Organisation der Schulsozialarbeit an die Bruderhaus-Diakonie übertragen – Wandel in der Einstellung. weiter lesen