Konzeptstudie vorgestellt

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Der Abriss ist schon beschlossen: In der Beda-Sommerberger-Straße in Zwiefalten soll ein nachbarschaftliches Wohnprojekt entstehen. Die Konzeption wurde im Gemeinderat diskutiert.     Foto: 

Für Bürgermeister Matthias Henne ist dieses Wohnprojekt „beispielhaft für die Entwicklung einer Gemeinde“: mitten im Ort soll ein Gebäude mit mindestens vier schwellenlos erreichbaren Wohnungen in den beiden Obergeschossen und einer gewerbliche Einheit oder einer Arztpraxis im Erdgeschoss entstehen.

Eine Konzeptstudie der Firma citiplan liegt vor, dennoch sollen die späteren Nutzer auch eigene Ideen und Gedanken einbringen können. Die Gemeinde wünscht sich einen guten nachbarschaftlichen Ansatz, damit das Gebäude ein Anstoß für Wohnangebote für eine älter werdende Bevölkerung sein kann. Daher sollen bei der Vergabe des Grundstücks neben klassischen Bauträgern erstmals in Zwiefalten auch private Baugemeinschaften berücksichtigt werden.

Mitgestaltungsspielraum

In diesem Fall würden die künftigen Eigentümer selbst als Bauherren auftreten und sich vor dem Bau zu einer Gesellschaft zusammenschließen. Der Vorteil: ein großer Mitgestaltungsspielraum und innovative Planungslösungen, vor allem aber auch die frühzeitige Bildung einer guten Nachbarschaft.

Im Jahr 2015 hat die Gemeinde das Gebäude in der Beda-Sommerberger-Straße 1 gekauft, früher war hier eine Metzgerei untergebracht. Nun soll es nicht meistbietend, sondern zur Schaffung von barrierefreiem Wohnraum zum Mehrwertnutzen für die Gemeinde auf den Markt gebracht werden.

Der direkte Blick auf das Münster von der Ostseite hat Potential, eine besondere Herausforderung für die Erstellung der Konzeptstudie stellten aber die erschwerten und begrenzten Randbedingungen des komplett umbauten Gebäudes dar. Das Erdgeschoss ist überhöht, um die Nutzbarkeit für eine gewerbliche Einheit oder eine Praxis zu verbessern. Im hinteren Gebäudeteil sind vier Garagenstellplätze als Stapelparker vorgesehen, zudem zwei oberirdische Besucherstellplätze.

Jeweils zwei Wohnungen sind nach Süden/Osten mit Klosterblick und zwei nach Süden/Westen orientiert. Jede Wohnung hat eine Loggia oder einen Balkon. Das Gebäude ist nicht unterkellert, Abstell- und Technikräume sollen im Dachstuhl untergebracht werden. Alle Wohnungen einschließlich Abstellräume sind mit einem Aufzug erreichbar. Im Norden steht das Gebäude auf der Grundstücksgrenze, Abstandsflächenüberschreitungen sind aufgrund der örtlichen Bestandssituation unvermeidlich, weshalb die Planung in enger Abstimmung mit der Baurechtsbehörde erfolgen muss.

Albrecht Reuß, citiplan, stellte die Planung vor, die die Machbarkeit eines ortsbilderhaltenden, qualitätsvollen Gebäudes unter teils erschwerten Randbedingungen aufweist. Dennoch sind Weiterentwicklungen oder andere Nutzungen denkbar. Auch bei der Fassadengestaltung gibt es Mitgestaltungsmöglichkeiten. Die Gesamtbaukosten sind nur grob zu ermitteln, erkennbar ist jedoch, dass ELR-Fördermöglichkeiten ausgeschöpft oder auf verschiedene Planungsansätze verzichtet werden müssen, um einen der Region angepassten Baupreis zu erhalten.

Albrecht Reuß riet dazu, den Grundstückspreis auf 45.000 Euro festzulegen. Dies auch unter der Berücksichtigung, dass dem Käufer zudem die Kosten für den Abbruch des bestehenden Gebäudes obliegen.

„Wenn das Haus nach diesen Planungen gebaut wird und die üblichen Quadratmeterpreise für Baugrund angesetzt werden, sind die Wohnungen zu teuer für den Zwiefalter Wohnungsmarkt. Dann liegen wir nicht im Discountlevel“, so das Argument von Reuß.

 Dies sorgte im Gremium für Diskussionen. Ralf Aßfalg sprach sich sogar dafür aus, das Grundstück zu verschenken: „Warum sind wir nicht mutig? Wir können hier doch einen besonderen Reiz schaffen und den belohnen, der ein gutes Projekt erstellen möchte“. Ganz so freigiebig wollte sich der Rest des Gemeinderats aber dann doch nicht geben, schließlich müssten auch die Ausgaben der Gemeinde gedeckt sein. Zunächst wurde über 45.000 Euro als Obergrenze diskutiert, was Daniel Burgmayer als „taktisch unklug“ ansah.

Verlässlich und berechenbar

Siegfried Waidmann appellierte an die Verwaltung, am eigenen Beschlussvorschlag mit einem Grundstückspreis von 45 000 Euro festzuhalten: „Nur so ist es für einen Investor planbar“. Dem konnten sich auch Kurt Betz, Bruno Auchter und Stephan Aschenbrenner anschließen: „Das Angebot muss verlässlich und berechenbar sein“. Das Gremium folgte einstimmig.

Nun soll die Konzeptstudie der Bevölkerung im Rahmen einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 15. Februar um 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus vorgestellt werden. Neben Bürgermeister Matthias Henne wird Stadtplaner Albrecht Reuß vom Büro citiplan das vorgesehene Verfahren zur Grundstücksvergabe erläutern. Dabei sollen auch ausdrücklich Bürger und Interessenten zu Wort kommen, um ein maßgeschneidertes Gebäudekonzept für Zwiefalten zu entwickeln.

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