Neue Töne beim Singprogramm

Die neuesten Entwicklungen im Landesprogramm Singen-Bewegen-Sprechen werden von Musikschulleiter Tim Beck mit gemischten Gefühlen gesehen.

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Das Landesprogramm Singen-Bewegen-Sprechen läuft zum Ende des Schuljahres aus. Es soll in die Sprachförderung eingegliedert werden, die es vom ersten Kindergartenjahr an gibt. Die ursprünglich geplante Fortsetzung des Programms in der Grundschule wird vom Land nicht finanziert. Dies sind die Grundzüge einer neuen Regelung, die das Kultusministerium veröffentlichte.

Tim Beck, der Leiter der Musikschule Blaubeuren-Laichingen-Schelklingen, sieht diese neue Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Die Musikschule bietet in Kooperation mit dem Kindergarten in Hausen ob Urspring und in Zusammenarbeit mit dem Kindergarten und dem Musikverein in Schmiechen das Programm an.

Einerseits sei er froh, dass die aufwendige Weiterbildung, die seine Musikpädagogen für das Programm machen, nun in der Sprachförderung Verwendung finde, sagt Beck. "Ich bedauere aber sehr, dass das Programm nicht mehr in den Grundschulen fortgesetzt werden soll", sagt Beck. Denn für die Musikschulen sei es eine große Chance gewesen, in die Grundschulen zu kommen. "Wir hätten dort Chorarbeit machen können, wir hätten Instrumentalklassen bilden können, und wir hätten uns mit den Chören und Musikvereinen vernetzen können", sagt Beck. Das hätte den Kindern und allen Beteiligten genützt. Eine Arbeit seiner Musikschul-Pädagogen an den Grundschulen sei ohne finanzielle Beteiligung des Landes nur möglich, wenn die Eltern zur Kasse gebeten werden. "Das wird aber schnell ungerecht, weil sich dann nicht alle Eltern das Angebot leisten können", sagt Beck.

Mit dem Wechsel zur Sprachförderung gehe auch die Trägerschaft von der Musikschule zu den Kindergärten über. "Wir haben in die Organisation sehr viel Arbeit reingesteckt und sind jetzt raus", schildert Beck. Er werde jetzt mit den Kindergartenleitungen das Gespräch suchen und hoffen, dass die Kooperation fortgesetzt werde. Insgesamt sei noch sehr viel offen, was die neue Situation betreffe. Laut Kultusministerium soll sich ein Antrag auf eine musikgestützte Sprachförderung am bisherigen Programm ISK (Intensive Sprachförderung im Kindergarten) orientieren. Eine Übersicht dazu ist im Internet unter www.sprachfoerderung-bw.de zu finden.

Beck ist aber insgesamt verwundert über die Entwicklung des groß angekündigten Singen-Bewegen-Sprechen-Programms. Eine Mindestdauer von sechs Jahren sei zugesagt worden, von einer einmütigen Entscheidung der Parteien sei die Rede gewesen, erzählt er. Unabhängig davon, wer jetzt die Schuld trage an der Einstellung des Programms, gebe es Ernüchterung, sagt Beck. "Es wurde vieles anders dargestellt."

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