Neubau oder komplette Sanierung

Nach dem Neubau in Huldstetten sollen auch die Aichelauer ein Dorfgemeinschaftshaus erhalten. Drei Varianten stellte das Stadtplanungsbüro Clemens Künster am Mittwochabend im Gemeinderat vor.

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Erhalt oder Abriss? Das alte Schul- und Rathaus in Aichelau. Foto: Ralf Ott

Frühestens im nächsten Jahr, vermutlich aber erst 2014 will die Gemeinde für das Projekt einen Antrag auf Förderung mit ELR-Mitteln stellen, sagte Bürgermeister Reinhold Teufel eingangs. Denn letztlich präsentierten Clemens Künster und Helmut Walter dem Gemeinderat zwar drei mögliche Varianten für den Umbau des Alten Rathauses beziehungsweise einen Neubau, doch "Geld haben wir im Moment für keinen der Vorschläge", betonte Teufel.

Anfang Oktober vergangenen Jahres hatte sich der Gemeinderat für die Schaffung eines Dorfgemeinschaftshauses in Aichelaus ausgesprochen. Im Januar haben Aichelauer Bürger sich bei einem Treffen Gedanken über ein mögliches Anforderungsprofil an das Gemeinschaftshaus gemacht. Demnach soll es einen Versammlungsraum für 80 bis 100 Besucher einschließlich der dazugehörigen Sanitärräume und einer Küche bieten. Darüber hinaus benötigen die örtlichen Vereine Platz für Schränke und dergleichen sowie einen weiteren Besprechungsraum für maximal 40 Personen. Nach Möglichkeit sollten auch die Feuerwehr und das Backhaus integriert werden. "Sanitäranlagen und Heizung sind dann nur noch einmal erforderlich", betonte Teufel.

Helmut Walter stellte dem Gremium drei Alternativen vor. Zunächst die "erweiterte Sanierung" bei der die Umbaumaßnahmen so gering wie möglich ausfallen. "Die Nutzung ordnet sich dann dem Gebäude wie es sich jetzt darstellt unter", sagte Walter. Ein Treppenhaus würde abgebrochen, im Erdgeschoss fänden ein großer Saal (105 Quadratmeter), sowie Sanitärranlagen und eine Küche Platz. Im Obergeschoss ein weiterer Saal mit 105 Quadratmetern sowie zwei Abstell- und ein Vereinsraum. Kostenschätzung: 866 000 Euro. Als zweiten Vorschlag stellte Walter den "Komplettumbau" vor. Dabei werde das Gebäude völlig entkernt. Im Erdgeschoss gebe es Platz für zwei Vereinsräume, den Sanitärbereich und einen Abstellraum sowie den Aufzug. Im ersten Stock würde ein großer Saal mit 160 Quadratmetern entstehen. Aufgrund der zu geringen Höhe müsste das Dachgeschoss als "Luftraum" hinzukommen. Gerechnet wird mit Kosten in Höhe von 1,17 Millionen Euro.

Kritisiert wurde im Gemeinderat vor allem das als zu üppig empfundene Raumangebot. Das freilich wird zwingend durch das bestehenden Gebäude vorgegeben, wie Teufel und Walter betonten.

Ein kleiner dimensioniertes Dorfhaus erfordert einen Neubau. "Dann können wir den Raumbedarf genau definieren und umsetzen", sagte der Ratschef. Für den Neubau veranschlagen die Planer 885 000 Euro, darin enthalten sind 35 000 Euro für den Abbruch, die entfallen, wenn an anderer Stelle gebaut wird. Davor allerdings warnten Künster und einige Gemeinderäte, denn das alte Rathaus lasse sich auch keiner anderen Nutzung zuführen oder gar verkaufen. Während Teufel sagte, er habe bisher den Erhalt des Rathauses favorisiert, brach keiner der Räte eine Lanze für das alte Gebäude. Als problematisch wurden die vorgegebene Nutzung, die vermutlich nicht einmal die Integration der Feuerwehr ermöglicht, sowie unerwartete Kostensteigerungen bei der Sanierung des alten Hauses, hervorgehoben.

Nun sollen die Aichelauer in Verbindung mit einer Bürgerversammlung auf der Grundlage der drei Varianten ihren Favoriten benennen.

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