Mit einem Hauch von Country-Rock

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Rich Hopkins rockte mit den Luminarios den Adler. Der US-Boy präsentierte sich als sympathischer Vertreter seiner Zunft.  Foto: 

Wenn man mehr über Rich Hopkins und seine Musik herausfinden will, stößt man schnell auf einen deutschen Fanclub des „Godfather of Desert Rock“. Sonst scheint er aber hier zu Lande nicht allzu bekannt zu sein, obwohl er eine ansehnliche Diskografie vorzuweisen hat. Mit seinem jüngsten Album „My Way On The Highway“ tourt Rich Hopkins mit seinen Luminarios derzeit durch Deutschland. Eine recht überschaubare Truppe an Fans begrüßte ihn am Mittwochabend auch im Meidelstetter „Adler“.

Raue Gitarren-Breitseiten

Tatsächlich sollte man ihn hören, um mehr über ihn herauszufinden. Irgendwo zwischen dem Wüstenstaub des Desert Rock, psychedelisch angehauchten Spätsechzigern, knackendem Garagensound und einem Hauch von Country-Rock findet man den Sound von Rich Hopkins wieder. In der Meidelstetter Kulturkneipe, wo er zum ersten Mal zu Gast war, begeisterte er die Fans mit einem starken Konzert im kleinen Rahmen.

Seine im Grunde einfach gestrickte Musik überzeugte auch „neue“ Zuhörer mit schönen Hooklines in Ohrwurm-Qualität und unvergleichlich rauen Gitarren-Breitseiten. Der zumeist immer gleiche Rhythmus beweist eingespielte Qualität.

 Das erinnert mehr als einmal an die „Beatles“: einfaches, solides Drumming mit schönen Gitarren-Zwischenspielen vereinen sich bei Rich Hopkins & Luminarios mit eingängigen Melodien, sein leicht schleppender Gesang bringt dazu noch etwas Bob-Dylan-Mäßiges ins Spiel. Dass seine Gitarrensoli etwas von Neil Young haben sollen, macht zumindest die Mischung aus großen  Namen komplett.

 Auch daraus ergibt sich letztlich eine musikalisch sehr reizvolle Eigenständigkeit: Der mitunter kratzig-erdige und feedback-lastige Gitarrensound der Soli, die abwechselnd von Rich Hopkins selbst oder von „Luminario“ Damon Barnaby abgeliefert werden, steht in schönem Kontrast zu den einfachen Song-Strukturen mit ihrem immer gleichen Rhythmus, den Ernie Mendoza an den Drums und Michael Therieau am Bass gut eingespielt beisteuern. Die Texanerin Lisa Novak, musikalisch wie privat die Frau an Rich Hopkins‘ Seite, steht auf der Bühne mit Akustik-Gitarre, hauptsächlich aber mit perfekten Background-Gesang, neben ihm.

 Roots, Folkrock, ein bisschen Country und etwas Psychedelic trifft im ersten Set der Band auf die Ohren der Zuhörer: Die Titel „Tripped“, „Tombstone“, „Heartbreak Police“ (den Lisa Novak singt), „Dark side of the spoon“ und der Hopkins-Klassiker „Dirt Town“ sind ältere Songs aus früheren Alben.

„Celebrate the women“

 Die Rich-Hopkins-Fans sind schnell mittendrin in der Musik, und die Band fühlt sich geehrt, hier sein zu dürfen. Und weil am nächste Tag „Father‘s day“ ist, darf sich das Publikum auch über das rockig-fetzig, eingängige und gitarrenstarke „What am I supposed to do“ freuen - ein Song „to celebrate the women“ - um die Frauen zu feiern. Nach zwei starken Zugage-Nummern, darunter der Neil Young-Cover „Like a Hurricane“, bei dem Hopkins und Barnaby mit ihren Gitarren in den Zuhörerraum absteigen, ist Schluss. Hopkins signiert noch fleißig CD’s und einige der Gäste helfen der Band, das Equipment in den Sprinter zu verstauen.

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