Messerstecher: Anklage forderte sieben Jahre Haft

Heute ist Urteilsverkündung im Prozess um die Messerattacke. Die Anklage forderte sieben Jahre Haft wegen versuchtem Mord und Totschlag. Die Verteidigung plädierte auf gefährliche Körperverletzung.

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So gegensätzlich die Anträge der Prozessparteien, so unterschiedlich die Wertung der Vorkommnisse während der diesjährigen Trochtelfinger Straßenfasnet. Ein 26-Jähriger aus Hörschwag überlebte die Nacht nur mit Glück. Er erlitt einen 14 Zentimeter tiefen Messerstich in den Nacken. Nur durch Zufall wurden dabei keine lebenswichtigen Blutgefäße verletzt. An den körperlichen und insbesondere an den psychischen Folgen der Attacke leidet er bis heute. Die Attacke selbst, sei das Resultat einer regelrechten "Eskalationsspirale" gewesen, die der Angeklagte selbst in Gang gesetzt habe, ist sich Staatsanwältin Henriette Unsöld sicher: Nach einem Rempler, flog zum ersten Mal eine Faust. Der Getroffene rief den Angeklagten zu Hilfe. Der habe den vermeintlichen Schläger aus der Hörschwager Narrenzunft gestellt, ihn an der Gurgel gepackt und ihm bedeutet: "Ich stech deine Mutter und deine ganze Familie ab."

Der so Bedrohte revanchierte sich mit einem kräftigen Faustschlag ins Gesicht des Angeklagten. Diesen Faustschlag zu rächen, habe sich der damals 19-Jährige vorgenommen, so Unsöld. Zu diesem Zweck habe er das Fest verlassen, aber nur, um von zu Hause ein 23 Zentimeter langes Küchenmesser zu holen. Er habe damit nur eine "Show" abziehen wollen, erklärte sein Verteidiger Peter Zoll, auch um die zusammenstehende Gruppe auf Abstand zu halten.

Dieser Interpretation widersprach jedoch die Staatsanwältin, hätten Zeugen seine damalige Verfassung doch als "wütend" und "auf 180" beschrieben. Für Unsöld wars ein heimtückischer, aus Rachegelüsten getriebener Angriff von hinten, der die Arg- und Wehrlosigkeit der Opfer in Tötungsabsicht vorsätzlich ausgenutzt habe. Diese Umstände begründen die nun verschärfte Anklage wegen versuchten Mords in Tateinheit mit versuchtem Totschlag, samt gefährlicher Körperverletzung. Nach Jugendstrafrecht hält Unsöld eine Haft von sieben Jahren für angemessen.Der Verteidiger Peter Zoll hielt fest, dass der Angriff seines Mandanten offen stattfand und daher nicht als heimtückisch gewertet werden könne.

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