Mehr als eine Million Umsatz bei der Auktion

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„Cosmopolitan“ war der Auktionskönig und wurde für 85 000 Euro bei der Süddeutschen Reitpferdeauktion am Sonntagnachmittag in der Marbacher Reithalle versteigert.  Foto: 

Für den Pferdezuchtverband Baden-Württemberg ist das Ergebnis aus der Süddeutschen Reitpferdeauktion „sensationell“. 43 Pferde kamen unter den Hammer und sorgten für einen Gesamtumsatz von knapp 1,3 Millionen Euro. So wie bereits am Samstagabend bei der festlichen Gala waren auch am Sonntagnachmittag alle 1300 Plätze in der Marbacher Reithalle voll belegt. Internationale Züchter waren aus  Bangkok, Kanada, USA, Australien, Österreich, Finnland und der Schweiz gekommen und natürlich boten auch Vertreter von deutschen Gestüten kräftig mit.

Die Lautertalmusikanten aus Dapfen und Staatstenor Ruben Mura aus Stuttgart eröffneten mit Blasmusikstücken und der „Ode an die Freude“ dieses Event, das von Auktionator Hendrik Schulze Rückamp souverän geleitet wurde. Er hatte bereits den Galaabend moderiert, bei dem ein anspruchsvolles und sehenswertes dreistündiges Programm geboten worden war. „Jetzt naht die Stunde null, die Stunde der Entscheidung und Vorstellungskraft für die sportliche Zukunft und für das persönliche Familienglück“, leitete er die Auktion ein. Stets hakte er nochmals bei den Bietern nach, kitzelte noch einmal 5000 Euro heraus und spornte dazu an, nicht nachzulassen, denn „das ist ein Fehler und den sollte man vermeiden“.

Der Auftakt konnte sich wahrlich sehen lassen. Der Landeschampion „Arogato“ präsentierte sich hochnobel und aufgemacht mit einem schier unbegrenzten Bewegungsvolumen. Er ließ die Züchter erkennen, dass einer erfolgreichen Karriere nichts im Wege steht. So war der dreijährige Hengst dem dänischen Bieter 72 000 Euro wert.

Der Auktionskönig

„Cosmopolitan“ war bereits als Favorit in diese Versteigerung gestartet und er hielt, was er im Vorfeld versprochen hatte. Der Dressurathlet ist mit allem ausgestattet, was ein Spitzenpferd braucht. „Ein außergewöhnliches Pferd: sanft, wunderschön, andächtig, konzentriert – ein Auktionskönig“, beschrieb Schulze Rückamp und lud dazu ein, den Auftritt dieses dreijährigen Siegers des Landeschampionats und Süddeutschen Championats zu genießen. Nun hieß es wachsam zu sein, denn die Nachfrage war groß und der Einstieg in diese „Extra-Superklasse“ lag bei 10 000 Euro. Sehr schnell kletterten die Gebote nach oben und blieben schließlich bei 85 000 Euro stehen. „Mit diesem Pferd ziehst Du in eine neue Liga ein“, versprach Schulze Rückamp dem Käufer.

Überhaupt wurde eine hervorragende Kollektion an Pferden mit erlesener Qualität geboten, von der sich die Züchter bereits im Vorfeld beim offiziellen Training und Testreiten ein Bild machen konnten. Dazu zählte auch der dunkelbraune Dressurhengst „Spirit of Westfalia“, der auf „Sandro Hit“ zurückgeht und von der Remonte bis zur schweren Klasse durchweg eine von Erfolgen begleitete Laufbahn ohne Makel aufweisen kann. Den Zuschlag erhielten kanadische Bieter bei 70 000 Euro. Für 62 000 Euro wechselte der Fuchs-Hengst „Conrad“ den Besitzer. Er ist ein würdiger Vertreter des internationalen Topspringers „Colorit“ mit passendem Blutanschluss auf der Mutterseite und bleibt nun trotz hartnäckiger Steigerung eines australischen Züchters doch im Lande.

Als eine echte „Bewegungsgranate im besten Alter“ präsentierte sich die fünfjährige dunkelbraune Stute „Angelina“. Dieses höchst interessante Dressurpferd mit beeindruckender Grundqualität und einer Ästhetik „zum Genießen“ wurde für 37 000 Euro versteigert. Als einziges Pferd aus dem Haupt- und Landgestüt Marbach ging der Wallach „Virchow“ an den Start. Der exquisite Jüngling ist ein formvollendeter Bergaufathlet und besitzt eine überdurchschnittliche Bewegungsgabe. Seine vielversprechenden Zukunftsaussichten waren dem Meistbietenden 22 000 Euro wert. 

Beim Auktionslot „Deutsches Reitpferd“ lag der Durchschnittspreis bei 24 028 Euro, bei den gekörten Hengsten konnte ein Durchschnittspreis von 68 000 Euro und bei den nicht gekörten Hengsten ein Durchschnittspreis von 16 700 Euro erzielt werden. Der Gesamtdurchschnittspreis der insgesamt 43 im Katalog aufgeführten und schließlich auch verkauften Pferde lag bei 26 244 Euro. „Wir haben eine top Verkaufsrate, den Durchschnittspreis um über 4000 Euro gesteigert und das freut mich besonders: eine sehr gute Preisstruktur bei den Springpferden. Im Springlot konnten wir unsere Qualität deutlich steigern und sehr gut ausgebildete und zum Teil bereits platzierte Pferde anbieten. Dies zog viele Interessenten nach Marbach und die gute Qualität führte auch zu einer deutlichen Preissteigerung“, freute sich Auktionsleiter Fritz Fleischmann.

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