Klemens Betz spuckt Olivenkern 9,10 Meter weit

Die rund 100 Gomadinger, die in der französischen Partnergemeinde Buis les Baronnies weilten, sind seit gestern Abend 19.20 Uhr wieder zurück in der Heimat. Im Gepäck ein Pokal und viele Goldmedaillen.

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Die Gomadinger - hier beim Tauziehen - waren bei "Spiel ohne Grenzen" in Buis les Baronnies erfolgreich. Die Lautertalmusikanten spielten in stimmungsvollem Rahmen. Fotos: Privat

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Nationenwettbewerbs "Spiel ohne Grenzen", an dem sich Mannschaften aus Buis les Baronnies, der belgischen Gemeinde Waimes und Gomadingen beteiligten. Geschicklichkeit, Kraft, Wissen, Mut und Cleverness waren bei den Spielen gefragt, die rund 700 Fans aus den drei Ländern lautstark verfolgten.

Holzsägen, Stammweitwurf, Tauziehen, Schubkarrenslalomfahren, Gleichschritt-Skilaufen, Boulekugelwerfen auf rohe Eier, mit Wasserbechern einen Parcours meistern und andere Spiele gehörten zum Wettbewerb. Am Ende hatte Waimes 20 Punkte auf dem Konto. Da Buis und Gomadingen jeweils 24 Punkte verbuchten, musste die beiden Bürgermeister und Jean-Pierre Buix und Klemens Betz ins Stechen.

Beim Olivenkern-Weitspucken hatte letztendlich der schwäbische Schultes mit rekordverdächtigen 9,10 Metern die Nase vorn. Sein Kollege brachte es nur auf 8,15 Meter. Damit gab es für Gomadingen einen großen Pokal und für alle Teilnehmer eine Goldmedaille.

Auch das Fußballspiel, bei dem die Gomadinger gegen eine französisch-belgische Auswahl spielten, gewannen die Älbler mit 8:1 überlegen.

Bei der anschließenden Siegesfeier wurden die Reste der neun Hektoliter Bier getrunken, die die drei Nationen bereits am Freitagabend angekarrt hatten. 300 Liter aus Baden-Württemberg, 300 Liter aus der Provinz Lüttich und 300 Liter aus der Provence. Die musikalische Unterhaltung übernahmen die Lautertalmusikanten unter der bewährten Leitung von Dirk Holder. Hinter vorgehaltener Hand war zu hören, dass die 400 Gäste bereits am ersten Bierabend fast acht Hektoliter Gerstensaft intus hatten. Die einen mehr, die anderen weniger.

Den Samstag über stand außer "Spiel ohne Grenzen" wieder ein abwechslungsreiches Programm auf dem Plan. Sechs Feuerwehrmänner der Gomadinger Gesamtfeuerwehr, darunter auch der Dapfener Abteilungskommandant Alexander Knoll, schauten sich bei ihren französischen Kameraden im Gerätehaus um.

In der Ortsmitte gab es einen schwäbisch-flandrisch-provencalischen Markt, bei dem es allerlei landestypische Köstlichkeiten zu probieren gab. Außerdem wurde reichlich Prospektmaterial verteilt. 60 Interessierte besuchten am Nachmittag die energiepolitische Konferenz im Kinosaal von Buis, bei der die drei Bürgermeister Jean-Pierre Buix (Frankreich), Klemens Betz (Deutschland) und Albert Mathonet (Belgien) die jeweiligen energiepolitischen Ziele ihrer Region im Allgemeinen und ihrer Gemeinde im Speziellen vorstellten. Dabei stellte sich heraus, dass Gomadingen bei den regenerativen Energien mit Sonnen, Wind- und Wasserkraft die Nase vorne hat.

Albrecht Luther, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins, hatte ein ganz besonderes Schreiben mit dabei. Und zwar ein Grußwort des EU-Kommissars für Energie, Günther Oettinger, der zu der Veranstaltung "LEurope sans barrière - Jeux sans frontières. Europäische Energie - hier wie dort" gratulierte. Er freue sich, dass dieses Thema in den drei Gemeinden "lebhaft diskutiert" werde.

Der Erfolg einer europäischen Energiepolitik hänge, so Oettinger, unter anderem von engen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verbindungen zwischen europäischen Regionen, Städten und individuellen Gemeinden ab.

Am Abend trafen sich allen wieder vereint beim Public Viewing auf dem Place du Quinconce in der Ortsmitte. Nach der Niederlage des FC Bayern München im Champions League-Finale sank die Stimmung kurzzeitig nicht nur bei den Deutschen auf einen absoluten Tiefpunkt. Erst die fetzige Guggenmusik der Belgier brachte die Fußballfans wieder in Feierlaune.

Gestern Morgen um 8 Uhr verabschiedeten sich 80 der 100 Gomadinger wieder Richtung Heimat. Der Rest verbringt noch einige Tage in der Provence. "Au revoir bis zur Hengstparade", sagte Bürgermeister Betz bei der Abreise. "Wir werden kommen", versprachen die Buixoiser und die Belgier im Chor und winkten ihren deutschen Freunden lange nach.

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