Kirche für die Zukunft neu gestalten

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    Der Pfarrplan 2024 sorgte bei der Bezirkssynode im evangelischen Gemeindehaus Münsingen für Diskussionen. Foto: 
  • Bekam bei der Bezirkssynode in Münsingen den Unmut aus den Kirchengemeinden zu spüren: Dekan Michael Karwounopoulos.  2/2
    Bekam bei der Bezirkssynode in Münsingen den Unmut aus den Kirchengemeinden zu spüren: Dekan Michael Karwounopoulos. Foto: 
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Dekan Michael Karwounopoulos fiel die unangenehme Aufgabe zu, den Bezirkssynodalen die Entscheidungen des Pfarrplan-Sonderausschusses vorzustellen, die bis 2024 eine Streichung von 5,5 Stellen im Bezirk Bad Urach-Münsingen vorsehen. „Wenn wir boykottieren, macht es der Oberkirchenrat“, sagte der Dekan. Denn die zurückgehenden Zahlen an Kirchenmitgliedern bedürften einer Reaktion. Die Entscheidung der Landeskirche steht, deshalb fallen von den derzeit 46 Pfarrstellen – aufgeteilt in sechs Distrikten – manche ganz weg, andere werden reduziert.

Konkret wird die Pfarrstelle Böttingen aufgehoben, die Kirchengemeinden Böttingen und Magolsheim sollen von Auingen mitversorgt werden. Die vorgesehene Streichung der Pfarrstelle Dapfen bezeichnete der zuständige Pfarrer Siegfried Kühnle als „schmerzlich“ und „erbärmlich“, weil während der vergangenen 25 Jahre seiner Dienstzeit hier „im Miteinander viel Großes bewirkt werden konnte“. Die seelsorgerische Betreuung der Gemeindeglieder in Dapfen wird von der Pfarrstelle Gomadingen übernommen.

Die Krankenhausseelsorge in Münsingen soll von der Pfarrstelle Mundingen übernommen werden. Auch Kohlstetten wird aufgehoben und von Kleinengstingen aus betreut, ebenso die Pfarrstelle Reicheneck, deren Betreuung auf Mittelstadt übergeht. Kürzungen erfolgen bei den Pfarrstellen Glems, Upfingen und Laichingen-Ost auf 50 Prozent, die Pfarrstelle Feld­stetten wird auf 75 Prozent reduziert und eine der beiden Pfarrstellen zur Dienstaushilfe beim Dekan wird gestrichen.

Karwounopoulos wurde ebenso wie der gesamte Pfarrplan-Sonderausschuss für seine Entscheidungen von einigen Synodalen kritisiert. Dies sei nicht der Weg der Reformation, sondern der Verwaltung, die allein Zahlen in den Blick nehme, hieß es von einem Synodalen. Ein anderer beklagte diese „weitere Runde Trauerprozess an allen Orten, wo etwas gestrichen werden muss“.

Man müsse nach vorn schauen und Dinge tun, die zeigen, dass es nicht nur diese „gefühlte Abwärtsbewegung“ gebe, verteidigte Karwounopoulos und forderte dazu auf, die Kirche neu zu gestalten. Mehrstettens Pfarrer Eberhard Seybold regte an, auch Chancen hinter diesem Pfarrplan 2024 zu sehen. „Wir müssen den bisherigen Weg, der stark auf die Pfarrer konzentriert war, neu überdenken und die Möglichkeiten zum Gemeindeaufbau über Grenzen hinweg erkennen“. Die Reduzierung der Pfarrstellen erfolgt nach und nach. Bis zum 30. November nimmt der Pfarrplan-Sonderausschuss Rückmeldungen an und wird über diese beraten, der Beschluss über den Pfarrplan 2024 soll dann am 16. März kommenden Jahres erfolgen. Doch nach dem Pfarrplan ist vor dem Pfarrplan und so gibt es bereits Prognosen für den Pfarrplan 2030 mit vermutlich weiteren Streichungen.

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