Keine neuen Schulden in Engstingen

Kämmerer Alexander Ott ist zufrieden. Seine erste Jahresrechnung, die er für die Gemeinde Engstingen gefertigt hat, weißt eine Zuführung zum Vermögenshaushalt in Höhe von knapp 212 000 Euro aus.

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Der Engstinger Gemeinderat ist froh darüber, dass der Wald wieder einen satten Überschuss abgeworfen hat. Das tut der Gemeindekasse gut. Foto: Joachim Lenk

Die Jahresrechnung 2011 hat ein Volumen von 11,14 Millionen Euro. Davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt 9,49 Millionen Euro, auf den Vermögenshaushalt 1,65 Millionen Euro. Dass das umfangreiche Zahlenwerk mit der höheren Zuführung an den Vermögenshaushalt abschließt, ist laut Bürgermeister Klaus-Peter Kleiner den höheren Schlüsselzuweisungen und der Mehreinnahmen an der Einkommenssteuer zu verdanken.

Deshalb mussten vergangenes Jahr keine neuen Schulden aufgenommen werden. Obwohl 2011 wieder hohe Ausgaben für die Renovierung der Freibühlschule angefallen sind.

Im Verwaltungshaushalt sprach Alexander Ott unter anderem die Einnahmen aus der Grundsteuer A und B mit 627 621 Euro an. Sie lagen leicht über dem Plansatz und bestätigten, so der Kämmerer, "die Verlässlichkeit dieser Steuer". Die Gewerbesteuer lag hingegen mit 1,02 Millionen Euro rund 15 Prozent unter den Erwartungen. Dies sei umso verwunderlich, da die Wirtschaft 2011 gebrummt habe.

Die Erlöse aus dem Holzverkauf brachten der Gemeindekasse Mehreinnahmen in Höhe von knapp 129 000 Euro. Die Erstattungen für Ausgaben des Verwaltungshaushaltes lagen leicht unter dem Planansatz. Die Personalausgaben haben 2,04 Millionen Euro betragen. 21 000 Euro mehr als vorgesehen. Auch bei den Energiekosten wurden 85 200 Euro mehr ausgegeben. Insgesamt 550 000 Euro. Dafür verantwortlich waren die gestiegenen Öl- und Strompreise. Auch die Zuschüsse an die Kindertagesstätten lagen rund 390 000 Euro über der Planung.

Im Vermögenshaushalt verwies der Kämmerer auf die rund 548 000 Euro, die der Rücklage entnommen wurden. Und er sprach die Zuschüsse aus dem Ausgleichsstock an, die um 150 000 Euro geringer ausgefallen sind als vorgesehen. Die fest einkalkulierte finanzielle Unterstützung in Höhe von 10 000 Euro für die Erneuerung der Straßenbeleuchtung wurde nicht gewährt.

Zudem wurden außerplanmäßig 122 000 Euro für Grundstücke ausgegeben, "um für die bauliche Weiterentwicklung in Großengstingen gewappnet zu sein". Ott vergaß nicht zu erwähnen, dass die Kleinengstinger Feuerwehr vergangenes Jahr einen neuen Transportwagen erhielt. Am Jahresende hat der Schuldenstand der Gemeinde knapp 3,5 Millionen Euro betragen. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 652 Euro. Zum Vergleich: Der Landesdurchschnitt für Gemeinden in der Größenordnung von Engstingen liegt laut Gemeindefinanzbericht bei 372 Euro pro Einwohner.

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