Kein Kleinzentrum mehr

Breiten Raum nahm in der Sitzung des Hayinger Gemeinderates der Planentwurf des Regionalplans Neckar-Alb ein. Nicht alle Räte waren glücklich darüber, dass die Stadt nicht mehr als Kleinzentrum geführt wird.

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Im Regionalplan 2012 wird den beiden Hayinger Stadtteilen Anhausen und Indelhausen (im Vordergrund) die Möglichkeit gegeben, in Zukunft einmal zusammenwachsen zu können. Foto: Reiner Frenz

Der Regionalplan Neckar-Alb sei ein planerisches Instrument, das man nicht unterschätzen dürfe, führte Bürgermeister Robert Riehle am Donnerstagabend in das Thema ein: "Was genehmigt ist, ist für die nächsten 15 Jahre Gesetz". Deshalb müsse man sich den Planentwurf ganz genau anschauen. Aus diesem Grund habe man auch am Mittwoch in Mössingen mit Dr. Peter Seiffert noch eine Feinabstimmung vorgenommen.

Den Entwurf trug anschließend Sigrid Bortfeldt im Detail vor. Ort für Ort präsentierte sie die Änderungen. Die Grünzäsur zwischen den Stadtteilen Anhausen und Indelhausen im Bereich "Hintere Wiesen" und "Hanfgärten" sei komplett an den Ortsausgang Indelhausen bis zum Ortseingang Weiler verlegt worden. Stattdessen wurde im Bereich "Hanfgärten" ein "Vorbehaltsgebiet" ausgewiesen, der bereits genehmigte Bebauungsplan "Hintere Wiesen" mit einbezogen. Und in Indelhausen wurde im Baugebiet "Kirchberg" der zukünftige 2. Bauabschnitt als Vorranggebiet festgehalten. Letztlich, so Bortfeldt, können Anhausen und Indelhausen zusammenwachsen.

In Kochstetten gibt es noch Entwicklungsmöglichkeiten für die Landwirtschaft, sogar im Ferienhausgebiet könne eine zweite Reihe entstehen, was aber von der Stadt gar nicht angestrebt werde.

In Münzdorf sind im Baugebiet "Boden" nur der 1. und 2. Bauabschnitt berücksichtigt worden. "Wir haben noch den dritten Abschnitt beantragt, was uns aber nicht unbedingt in Aussicht gestellt wurde", so Bortfeldt.

In Ehestetten seien die geplanten Entwicklungsmöglichkeiten im Gewann "Steige" in Richtung Waldstadion, "Untere Pflummershalde" und "Burgwiese" berücksichtigt worden. Eine gewerbliche Erweiterung ist in der "Angerbreite" möglich.

Die spätere Entwicklung "Am Wartsteinweg" und "Im Öschle" sind für Oberwilzingen enthalten, erklärte Bortfeldt.

"Gut bedient" sei man auch in der Kernstadt selbst. Die zukünftige Bebauung ist im Baugebiet "Unter dem Rain" auch mit den Abschnitten "Ost" und "West" möglich. Auch die gewerbliche Entwicklung sei im "Ehrenfelser Weg" gesichert. Allerdings müsse noch der Geltungsbereich "Golfplatz Hayingen" in der textlichen Festsetzung aufgenommen werden.

Von den Räten gab es schon während der Vorstellung des Planentwurfs Einwürfe. So betonte Thomas Beetz, dass man um die Orte herum 100 Meter Entwicklungsmöglichkeiten brauche. Paul Baier stieß ins gleiche Horn: "Wir werden eingeschnürt". "Man sollte Kreise um die Ortsteile ziehen mit 200 Metern. Nur das funktioniert leider so nicht", entgegnetete Bürgermeister Riehle. Man müsse auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Man habe für die Gesamtgemeinde das Optimale erreicht, war er sich sicher. Hilfreich sei gewesen, dass man in Hayingen und seinen Ortsteilen vorausschauend Bebauungspläne auf den Weg gebracht habe. Wenn dem nicht so gewesen wäre, dann wäre jetzt der Ärger groß, so der Schultes.

Er verwies zudem darauf, dass auch Innenentwicklung angestrebt sei, dass es das große Ziel gebe, den Flächenverbrauch in Richtung Null zu schrauben. Sein Fazit: "Die Zukunftsentwicklung Hayingens und seiner Stadtteile ist trotz Grünzäsuren auf einen überschaubaren Zeitraum gut gesichert".

Thomas Beetz sprach noch das Thema Kleinzentrum an. Im Planentwurf wird die Stadt nicht mehr als solches eingestuft, sondern als Gemeinde zum Ländlichen Raum im engeren Sinne gehörend. Sigrid Bortfeldt sagte, dass Zwiefalten, das an der Bundesstraße liege, jetzt zum Kleinzentrum erhoben wurde und die Siedlungstätigkeit solle an den Entwicklungsachsen erfolgen. Man könne das nur zur Kenntnis nehmen. Neben Beetz zeigte auch Herbert Pfister wenig Verständnis für diese Korrektur: "Irgendwann kommt ein Käfig drumrum und wir werden als eingeborene Älbler ausgestellt". Pfister stimmte deshalb auch gegen den Planentwurf, als einziger in der Ratsrunde.

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