Jury spricht von hochkarätigen Beiträgen für Natur und Umwelt

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Die Preisverleihung an sechs freudestrahlende Gewinner beim 28. Zwiefalter Naturfonds. Mit im Bild Rolf Baader von der Zwiefalter Klosterbräu und die Jurymitglieder Günter Künkele und Uwe Bayer.  Foto: 

Unter dem Motto „Wir schützen unsere Natur und Umwelt“ hat die Zwiefalter Klosterbräu zum 28. Mal einen Wettbewerb ausgeschrieben, um für den ehrenamtlichen Einsatz im Natur- und Umweltschutz zu sensibilisieren und zu belohnen. Zahlreiche hochkarätige Projekte mit eindeutiger Wertigkeit und langfristigen Zielsetzungen wurden eingereicht und in einer Feierstunde prämiert.

Nach Brauereiführung und Abendessen berichtete zunächst Dr. Burkhard Schall, Referatsleiter im Regierungspräsidium Tübingen über die vielfältigen Aufgaben im Naturschutz. Dabei stellte Schall zuerst die vielen Akteure im ehrenamtlichen Naturschutz vor. Die Zuhörer, obwohl selbst im ehrenamtlichen Engagement tätig, staunten über die vielen Kooperationen und Aktionseinheiten und das umfangreiche Aufgabenspektrum.

Mit Günter Künkele und Uwe Bayer erläuterten zwei anerkannte Naturschützer als Jury des Wettbewerbs die Kriterien für die Vergabe der  nachfolgenden Preise.

Die Jugendliche Julia Fee Fischbach hatte in Blaubeuren ein Projekt zum Hummelschutz initiiert. In Gesprächen mit Landwirten hatte sie erreicht, dass Ackerrandstreifen für Hummeln und Wildbienen erhalten wurden. Über das erstaunliche Nahrungsangebot, viele Maßnahmen für Nistgelegenheiten der Insekten und alle positiven Wirkungen informierte sie in fachkundigen Erklärungen junge Menschen, Fachleute und Öffentlichkeit.

Mitglieder des Schwäbischen Albvereins Bisingen betreiben seit 27 Jahren Landschaftspflege im Naturschutzgebiet Zollerhalde. Im Verbund mit dem Forst, der Gemeinde und weiteren Partnern wurden mit erheblichem Aufwand fünf Hektar Lebensraum vergrößert. Die Sukzession wurde umgesetzt und wertvolle Flächen für den Naturschutz gewonnen. Zeitweilig waren bis zu 55 Helfer im Einsatz.

Mitglieder des FC Schmiechtal haben in einem vorbildlichen Einsatz eine verbuschte Fläche am „Sonnenberg in Schmiechen“ abgeräumt und damit nach mehreren hundert Stunden Einsatz offene Biotope für vielfältige Naturschutzaufgaben geschaffen.

Versierte Sachkenner der Vogelfreunde Hausen im Killertal haben an einem optimalen Standort in spannenden Aktionen ein Schwalbenhaus errichtet. Bereits im ersten Jahr waren 14 erfolgreiche Bruten von Mehl- und Rauchschwalben zu verzeichnen, im zweiten Jahr stieg die Zahl auf 39. Ergänzend dazu wurden über 60 weitere Nistkästen für Singvögel und Turmfalken aufgehängt. Die Begeisterung im Ort ist riesengroß und mit großer Freude wurde eine erfolgreiche Perspektive für Mauersegler festgestellt.

In ganz anderer Richtung war eine Gruppe des BUND Ehingen aktiv. Nach vielen Recherchen wurde in Zusammenarbeit mit einem Spezialisten für phäno- und genothypischen Kenntnissen von Mutterbäumen aus autochtonen Donauschwarzpappeln über 300 Pflanzen aus Stecklingen gezogen. Damit wurde zum Erhalt von alten Baumsorten ein vorbildliches Artenschutzprojekt mit breiten Auswirkungen auf die Tierwelt in Gang gebracht.

Die NABU-Gruppe Köngen-Wendlingen ist seit 40 Jahren im Artenschutz für den Steinkauz tätig. Dafür werden für die vom Aussterben bedrohte Vogelart alte Streuobstbestände und Kopfweiden erhalten, Biotope geschaffen und spezielle Nistkästen aufgehängt. 1980 wurde erstmals ein Brutpaar beobachtet, 2015 waren bereits 25 erfolgreiche Brutpaare zu verzeichnen. Im Jahr 2016 sind über 70 Jungvögel erfolgreich geschlüpft. In vielfältiger Weise wurde für den Natur- und Vogelschutz geworben: spezielle Führungen und Beringungsaktionen, auch mit Kindergartenkindern, überzeugten viele Menschen für die Naturschutzarbeit. In der Zwischenzeit sind über 120 Nistkästen aufgehängt. Nach erfolgreicher Beringung wurden Vorkommen der Köngener Steinkäuze bis in weit über 100 Kilometer Entfernung festgestellt.

Die Gäste bei der Preisverleihung im Gasthof Felsen in Baach staunten über alle Maßen über die herausragenden Ergebnisse des naturschutzfachlichen Wettbewerbs und applaudierten den Gewinnern bei der Urkunden- und Scheckübergabe durch Rolf Baader, die Jurymitglieder und Dr. Burkhard Schall. An sechs Arbeitsgruppen in verschiedenen Projekten wurden insgesamt 3000 Euro Preisgelder übergeben.

erfolgreiche Bruten von Mehl- und Rauchschwalben waren beim Projekt der Vogelfreunde Hausen Killertal im ersten Jahr zu verzeichnen, im zweiten Jahr stieg die Zahl auf 39.

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