Halbe Million Euro für die Kanalsanierung eingeplant

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Vor mehr als zehn Jahren wurde in der Uracher Straße in Gomadingen der Abwasserkanal ausgewechselt. Neue Bauarbeiten könnten drohen, wenn die Kamerabefahrung der Abwasserkanäle erneut Handlungsbedarf aufzeigen wird.  Foto: 

Gomadingen wird in den nächsten sechs Jahren viel Geld vergraben. Die Verwaltung rechnet während dieser Zeit mit mehr als 500 000 Euro Baukosten für die Kanalsanierung. Nach 15 Jahren ist die Gemeinde wieder an der Reihe, die Verordnung des Umweltministeriums umzusetzen, das vorschreibt, alle Abwasseranlagen im Ort auf Schäden untersuchen zu lassen.

Letzte Untersuchung 1999

Diese sogenannte Eigenkontrollverordnung sagt aus, dass die Kanalisation regelmäßig daraufhin zu überprüfen ist, ob sie noch den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht, informierte Bürgermeister Klemens Betz den Gemeinderat. Er erinnerte an die Untersuchungen in den Jahren 1993 bis 1999. Damals wurden rund 31 Kilometer Abwasserrohre unter die Lupe genommen. 4,7 Kilometer davon mussten aufgrund der schweren Schäden sofort saniert werden. Kleinere Schäden, verteilt auf 11,5 Kilometer Rohre, wurden nach und nach bis 2003 ausgebessert.

Dieses Jahr gibt die Gemeinde Gomadingen die ersten 90 000 Euro aus. Zuerst einmal wird heuer eine Bestandsvermessung aller Kanäle und Schächte in Auftrag gegeben. „Für eine Neubefahrung des Netzes ist eine Kanaldatenbank auf der Grundlage einer kompletten Vermessung unbedingt erforderlich“, teilte Betz mit. Rund 36 Kilometer Kanal und etwa 1320 Schächte werden in dieser Kanaldatenbank erfasst. Bei dieser Gelegenheit wird dann auch gleich das Wasserleitungsnetz aufgenommen. Diese Arbeit ist in dem veranschlagten Betrag bereits enthalten.

Auf Grundlage des digitalisierten Kanalnetzes erfolgt 2018 dann die eigentliche Befahrung mit dem „Kanalfernsehen“ (Betz), die abschnittsweise erfolgt. Anhand der Untersuchungsergebnisse erstellt die Verwaltung ein Sanierungskonzept, aus dem hervorgeht, welche Kanäle zuerst saniert werden müssen. „Je nach verfügbaren Haushaltsmitteln“, so Betz. Dabei unterscheidet der Fachmann zwischen fünf Zustandsklassen. Die Zahl 0 bedeutet sehr starke Mängel, die sofort behoben werden müssen. 1 bedeutet „kurzfristige Sanierung“, 2 und 3 „mittelfristige Sanierung“ und 4 „kein Handlungsbedarf“, erklärte Thomas Kohler vom beratenden Ingenieurbüro Pirker und Pfeiffer.

Kleinere Schäden auf einer längeren Strecke werden im sogenannten Inliner-Verfahren ausgebessert. Eine Fachfirma führt einen mit flüssigem Kunstharz getränkten Schlauch in das Rohrsystem ein. Dabei verteilt sich das Harz auf den Innenwänden des Kanals und härtet aus. Löcher und Risse werden geschlossen und der Kanal ist wieder dicht. Dieses Verfahren erfordert einen geringen Arbeits- und Materialaufwand und ist deshalb relativ kostensparend. Einzelschäden werden mit dem sogenannten Partliner-Verfahren erledigt. Bei Fräsarbeiten und defekten Hausanschlüssen kommt ein Roboter zum Einsatz, fügte Kohler hinzu. 

 Nicht alle Schäden können mit einer dieser Methoden repariert werden, bedauerte Betz. Für schwere Schäden im Kanalsystem muss die Verwaltung einen Bagger beauftragen, sodass die Rohre  „in offener Bauweise“ ausgewechselt werden können.

Kilometer des Abwasserkanalnetzes mussten nach der letzten Untersuchung in den Jahren 1993 bis 1999 aufgrund schwerer Schäden sofort ausgebessert werden.

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