Gerold Jäggle stellt beim Kunstkreis "84 im Kaplaneihaus aus

Engelsköpfe und moderne Skulpturen: Dem Barockbildhauer Johann Joseph Christian hat Gerold Jäggle seine Ausstellung im Riedlinger Kaplaneihaus gewidmet. Am kommenden Freitag ist Vernissage.

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Der Bildhauer Gerold Jäggle mit dem überdimensionalen Kopf eines Barockengels, den er im Kaplaneihaus in Riedlingen zeigen wird. Foto: Waltraud Wolf

Der überdimensionale Kopf eines Barockengels ist der Blickfang im Domizil des Kunstkreises 84 Riedlingen. Er entstand 2005 anlässlich des Riedlinger Stadtjubiläums auf Bitten von Otto Langlois, Rektor der nach Christian benannten Schule, der damals im Festzug den Bildhauer darstellte.

"Die barocke Bildhauerei beschäftigte mich im Laufe der Jahre immer mehr", erklärt Jäggle. Die wichtigsten Kirchen habe er dazu besucht und die unterschiedlichsten Stile der Meister studiert. Ein Gespräch über die Wirkung von Kindheitserlebnissen auf das künstlerische Schaffen mit dem Schriftsteller Martin Walser, den Jäggle 2011/12 porträtierte, veranlasste ihn, die Engel, die er als Kind in "langen Stunden kirchlicher Messen" intensiv betrachtet hatte, in Wachs und Gips zu formen. Es habe ihn überrascht, wie leicht ihm die barocke Formensprache "aus den Fingern lief", hält der Künstler fest, der aus dieser Serie vier Köpfe und drei Hände bei der Ausstellung zeigt.

Ernst Jünger, dessen Porträt Jäggle 1988/89 in Bronze goss, hat den Künstler zu Grafiken veranlasst, jenem auf den Boden geworfenen Seil nachempfunden, mit dem sich der Schriftsteller auch noch mit 100 mit Hüpfen fit hielt. In seinem Tagebuch "Siebzig verweht" hat er dies notiert.

Die "vegetativen Skulpturen" entsprangen dem Wunsch Jäggles, seine Gärten bei seinen Ateliers in seinem Heimatdorf Ertingen und in Stuttgart zu schmücken und er unter dem bislang Geschaffenen nichts für ihn Stimmiges fand. Entstanden ist dabei Figürliches, in dem Pflanzenfasern und aufbrechende Blüten erahnt werden können.

Anhand eines Plakates zeigt Jäggle, wie er gerade solche Skulpturen nicht nur als kleine Modelle, sondern auch monumental gestaltet. Überhaupt schenken Plakate einen Eindruck vom vielseitigen künstlerischen Schaffen des Ertingers und ihrer Präsentation.

Dazu gehören nicht nur der Narrenbrunnen, die "Saufreid", der Storch und das "Hand-Werk" in Riedlingen, sondern auch kleine Stiere in vielen Variationen. "Jeder hat seine Geschichte", verrät Jäggle. Seit 1993, als er den Bullen vor der Besamungsstation in Herbertingen aufstellen durfte, hat er eine ganze Bandbreite davon geformt und sich dabei auch schon mal von Höhlenmalerei inspirieren lassen.

Bei der Vernissage am kommenden Freitag, 26. Oktober, um 19.30 Uhr zeigt Gerold Jäggle Fotos von der Entstehung der zehn Meter hohen Skulptur "LNN", die er 2010/11 für die Biberacher Firma Liebherr in Nizhni Novgorod in Russland geschaffen hat.

Info Die Ausstellung im Kaplaneihaus in Riedlingen ist bis 18. November jeweils freitags, samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet, wie auch am Donnerstag, 1. November. An dem Feiertag und am Sonntag, 18. November, jeweils 15 Uhr, führt Bildhauer Gerold Jäggle durch die Ausstellung.

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