Gefühl für das Fahrzeug entwickeln

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Als ehrenamtliche Betreuer arbeiten Martin Putz (links) und Bruno Klimkait (Mitte) mit Flüchtlingen im Alten Lager, wie hier Ahmadi Hussein.  Foto: 

Im Alten Lager in Auingen wurde im dortigen Integrationszentrum vor gut einem Jahr eine Fahrradwerkstatt eingerichtet. Es handelt sich um eine Flüchtlingsintegrationsmaßnahme (FIM) des Landratsamtes in Zusammenarbeit mit der Stadt. Das Projekt, bei dem Flüchtlinge für einen Stundenlohn von 80 Cent unter der ehrenamtlichen Regie von Bruno Klimkait alte Drahtesel wieder fahrtüchtig machen, verläuft erfolgreich. 20 bis 30 Fahrräder konnten bereits verkauft werden.

Die Preise liegen zwischen zehn und 50 Euro. „Das hängt vom jeweiligen Rad ab und nicht davon, wie hoch unser Reparaturaufwand war“, erläutert Klimkait im Gespräch mit unserer Zeitung. Der pensionierte Bauingenieur war in seiner Jugend engagierter Motorsportler. „Daher habe ich viele Erfahrungen im Bereich der Mechanik“. Neben Flüchtlingen können hier all jene günstig ein Rad erwerben, die berechtigt sind, im Münsinger Tafelladen einzukaufen.

„Die Räder bekommen wir geschenkt“, so Klimkait, „das ist die Voraussetzung für den Erfolg unserer Arbeit“. Neben einem Grundbestand an Rädern von der Stadt stammt das Gros der gespendeten Drahtesel von Privatpersonen. In der Fahrradwerkstatt finden auch solche Exemplare Verwendung, die nicht mehr für den Betrieb auf der Straße herzurichten sind. „Wir schlachten die aus und füllen unseren Bestand an Ersatzteilen auf“. Mit denen wiederum werden andere Räder vorrangig repariert. „Erst wenn wirklich nichts mehr da ist, kaufen wir die benötigten Stücke dazu“, so Klimkait, der sich über die gute Zusammenarbeit mit dem Sportgeschäft Rad+Sport Schwald aus Auingen freut. „Die unterstützen uns und schaffen es auch, im Bedarfsfall ältere Ersatzteile zu besorgen“, sagte Klimkait. Je nachdem, in welchem Zustand ein Rad ist, werden dort auch mal kleinere Reparaturen in Auftrag gegeben. Unterm Strich werden die Ausgaben dafür sowie Ersatzteile durch den Verkauf der Räder finanziert.

Gearbeitet wird an den Rädern in der Werkstatt immer mittwochs von 9 bis 15 Uhr, freitags von 13 bis 15.30 Uhr findet der Verkauf statt. Wer Probleme bei der eigenständigen Reparatur hat, kann der Werkstatt auch einen Besuch abstatten und sich Tipps geben lassen. „Ein Ziel ist es, den Flüchtlingen ein Gefühl für den Umgang mit den Rädern und deren Pflege zu vermitteln“, schildert Klimkait einen Aspekt des FIM-Projektes.

Gedacht ist dieses für Flüchtlinge ohne Aufenthaltsstatus. Genau diese Zielgruppe kann auch in der Schreinerwerkstatt von Martin Putz, die er zu diesem Zweck im Alten Lager eingerichtet hat, mitarbeiten. „Ich bin damals auf das Landratsamt zugegangen und mein Vorschlag wurde angenommen“. Bis zu fünf Flüchtlinge werkeln unter seiner Aufsicht. Derzeit werden die Fensterläden an einigen Gebäuden im Alten Lager restauriert, es wurden aber auch schon Ständer für Werbeflyer, eine Projekttafel oder ein Sandkasten in Dettingen gebaut. „Die Arbeitskräfte für die beiden Projekte werden durch das Landratsamt vermittelt“, erklärte Putz.

Die Fahrradwerkstatt im Alten Lager sucht noch weitere gebrauchte Räder oder verwendbare Ersatzteile als Spende. Die Räder können zu den Öffnungszeiten (Mittwoch von 9 bis 15 und Freitag von 13 bis 15.30 Uhr) sowie nach telefonischer Terminvereinbarung unter (0152) 03 13 11 25 abgegeben werden. Falls gewünscht, werden die Räder nach Absprache auch bei den Spendern abgeholt.

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