Gebotsrennen endet bei 60 000 Euro

Bei der Gestütsauktion in Marbach herrschte in der voll besetzten Halle eine gespannte Atmosphäre. Geboten wurde eine tolle Kollektion mit 24 erstklassigen Pferden, der Gesamterlös lag bei 267 900 Euro.

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  • Vitruv holte mit 60 000 Euro Verkaufspreis den Tagesrekord bei der Gestütsauktion. Fotos: Maria Bloching 1/2
    Vitruv holte mit 60 000 Euro Verkaufspreis den Tagesrekord bei der Gestütsauktion. Fotos: Maria Bloching Foto: 
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    Die Käufer wurden von Landoberstallmeisterin Astrid von Velsen-Zerweck mit einem Blumenstrauß beglückwünscht. Foto: 
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Bereits bei der Präsentation der Auktionspferde mit 21 Württemberger Warmblutpferden, einem Bayer und zwei Trakehnern konnten sich am Samstagvormittag die zahlreichen Reiter und Züchter aus Deutschland, Kanada, Italien, Frankreich sowie aus der Schweiz und aus den USA einen informativen Überblick über das hervorragende Auktionslot verschaffen. Sie schauten sich nach vielversprechenden Talenten um und davon gab es im qualitätsvollen Auktionslot mehr als genug.

Allein 17 der Auktionspferde kamen aus dem Stall des Haupt- und Landgestüts Marbach, sie stammen aus einer erstklassigen Zucht und haben eine hervorragende Ausbildung genossen. So wie der Rappwallach Hochmeister, der vom edlen Prämienhengst Hochfein abstammt und sich mit besten Umgangsformen präsentieren konnte. Er brachte dem Gestüt 6500 Euro ein.

Eine vielversprechende Aufzucht hat auch der liebenswerte und bewegungsstarke Loriot genossen, der ebenso wie der muskulöse Wallach Liebermann auf den Süddeutschen Champion Lemberger zurückgeht und bei den Auktionsbesuchern gefragt war. Beide Väter wurden vorab als bedeutende Landbeschäler präsentiert und gaben einen Einblick in die zu erwartenden Fähigkeiten des Nachwuchses. Loriot wechselte für 6000 Euro den Besitzer, Liebermann ging für 9500 Euro an den Meistbietenden.

Äußerst unterhaltsam und kurzweilig agierte Hendrik Schulze Rückamp als Auktionator. Der frisch gebackene Vater fuhr gemeinsam mit dem dienstältesten Gestütsmitarbeiter Wolfgang Weber (seit 1968 beim Haupt- und Landgestüt tätig und selbst Züchter) mit einer Kutsche in die Arena ein und sprach von einer "feinen Kollektion". Die Auktion am Samstagnachmittag ließ sich gleich gut an. Vitruv, der kapitale Dressurnachwuchs des Starvererbers Vitalis aus dem Besitz des Haupt- und Landgestüts, sprach Züchter und Reiter mit seiner imposanten Erscheinung und seinem tollen Interieur an. "Vitalis Maximus - mehr geht nicht", fasste Schulze Rückamp zusammen und startete die Auktion dieses Dunkelfuchses mit 10 000 Euro. Bei 60 000 Euro endete schließlich das spannende Gebotsrennen, das ein Schweizer für sich entscheiden konnte. Damit brachte Vitruv dem Gestüt an diesem Tag nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch das Rekordgebot der gesamten Auktion ein.

"Der Leitzins droht mit nullkommanull, es gibt kein besseres Investment als ein Pferd. Steigen Sie jetzt nicht aus", forderte der Auktionator einen zögernden Kaufinteressenten auf. Stets suchte er den direkten Kontakt zu den Bietern, er plauderte und versuchte bei jedem Pferd, das Beste für den Besitzer herauszuholen. Angesichts des schmucken, edlen Rapphengstes Delacroix machte Schulze Rückamp deutlich, dass "dies die entscheidenden Momente im Leben sind, in denen man stark sein muss". Bei 12 000 Euro gab es für den Bieter den Zuschlag.

Ein Qualitätskenner aus Kanada steigerte um Fürstenberger mit, ein Ausbildungspferd par excellence. Die gebotenen 19 000 Euro eines deutschen Gestüts konnte er jedoch nicht halten und so hatte der Kanadier das Nachsehen. Als eine "schöne Art Lebensversicherung" bezeichnete der Auktionator den gut entwickelten Rappwallach Lockwood, der auf jeden Fall "eine sonntägliche Sünde" wert sei. Er ging für 9500 Euro vom Haupt- und Landgestüt an den neuen Besitzer über.

Ambitionierte Dressurreiter nutzten bei dieser Auktion die Gelegenheit, qualitativ hochwertige und artgerecht aufgezogene Pferde für einen annehmbaren Preis zu erwerben. Neben Amateur- und Freizeitsportler kamen aber auch Profis voll auf ihre Kosten.

Angesichts des Gesamtergebnisses in Höhe von 267 900 Euro konnte Landoberstallmeisterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck zufrieden sein. Im vergangenen Jahr wurden bei der Gestütsauktion für 20 Pferde 225 700 Euro erzielt, dieses Mal wechselten 23 Pferde den Besitzer, lediglich ein Pferd konnte nicht an den Reiter beziehungsweise Züchter gebracht werden.

Der Gesamterlös entspricht einem Durchschnittspreis von 11 648 Euro, im Jahr 2015 waren es 11 285 Euro.

Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass die ausgesuchten drei- bis fünfjährigen Nachwuchspferde gefragt sind. Denn neben der hervorragenden Eignung als Dressurpferde zeichnen sich die Marbacher Youngster auch durch besonders positive Verhaltens- und Charaktereigenschaften als tolle Verlasspferde aus. Und danach wird gesucht.

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