Ganz nah dran am Original

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Die Songs des legendären US-Folk-Rock-Duos Simon & Garfunkel erleben bei den Auftritten von Graceland durch Thomas Wacker (links) und Thorsten Gary ein umwerfendes Revival.  Foto: 

Es gibt Songs, die vergisst man nie. Und es gibt Musiker, die haben gleich ein paar solcher unvergesslicher Lieder geschrieben. Die Titel des erfolgreichen US-Folk-Rock-Duos Simon & Garfunkel gehören dazu. Mit der Band „Graceland“ erleben deren populäre Songs hierzulande ein umwerfendes Revival.

Dies zeigte sich auch am Freitagabend im Hayinger Naturtheater: Hunderte von Besuchern trotzten der Kälte und ließen sich Herz und Seele wärmen: „Simon & Garfunkel Tribute Band meets Classic“ schenkte ihnen ein klangstarkes Wiederhören mit „Mrs. Robinson“, „Kathy“, „The Boxer“, „Celia“ und vielen anderen wunderbaren Simon & Garfunkel-Hits.

Die beiden Musiker Thomas Wacker und Thorsten Gary sind als Duo Kernstück der Tribute-Band. Mit ihren Gitarren und Stimmen – Thomas übernimmt dabei die Stimme von Paul Simon, Thorsten die von Art Garfunkel – gelingt es ihnen, den Sound von Simon & Garfunkel mit großer Virtuosität nachzuempfinden. Nicht eins zu eins, aber ganz nah dran am Orignalklang der Welthits gelingt ihnen eine respektvolle und musikalisch edle Hommage an das unvergessene Folk-Rock-Duo. Beim Konzert in Hayingen wurden sie dabei fabelhaft unterstützt von ihrer Band (Keyboards, Saxophon, Bass) und dem Streichquartett der Leipziger Philharmonie (Geigen, Bratsche und Cello).

Der klassische Streicher-Touch bekommt den gefühlvollen Songs dabei überraschend gut. Wer als echter Simon & Garfunkel-Fan einen Hang zum Schnulzigen befürchtet hat, wird im Laufe des Konzerts eines Besseren belehrt. Nur bei den „leisen“ und lyrischen Titeln gerät der Sound durch das Streichensemble manchmal etwas zu bombastisch. Insgesamt aber überzeugte die musikalische Zusammensetzung, nicht zuletzt durch die umwerfende Qualität und das Einfühlungsvermögen der Musiker.

Für die vielen Besucher wurde der Konzert-Abend im Hayinger Naturtheater am Freitag zu einem nostalgischen Ausflug in die Vergangenheit. Eine Aufforderung zum Mitsingen war schon bei der Softrock-Ballade „Bridge over troubled water“ gar nicht nötig: In den Song, der 1970 zur Hymne einer ganzen Generation wurde, stimmte das Hayinger Publikum gerne ein, und auch das „Lei-la-lei“ aus „The Boxer“ erklang mit vielen hundert Stimmen von der Tribüne des Naturtheaters. Auf die weniger bekannten Songs von Simon & Garfunkel konnte man sich am Freitag ebenfalls gern einlassen. Da gab‘s nämlich immer wieder erstklassige Soli auf die Ohren: „Bookends“ ertönte mit einem satten Geigen-Intermezzo, und das schöne „A heart in New York“ glänzte mit einem wunderbaren Saxophon-Solo.

Musiker aus Italien, Japan, Ukraine Russland und Bretten sind in dieser Version des Ensembles vertreten – Grund genug, der Internationalität mit einem klassischen Antikriegslied Rechnung zu tragen: Geigerin Hiroko überzeugte dabei als Sängerin von Joan Baez‘ „Where have all the flowers gone“.

In der Vielfalt der alten Simon & Garfunkel-Hits steckt genügend Potential, um das Publikum zu rocken und zu rühren. „Graceland“ vollbrachte diese Leistung mit ihrer Mischung perfekt: Mal laut und mal leise, mal rockig und mal lyrisch spielten sich die Musiker durch ein abwechslungsreiches Repertoire zum Träumen und Mitgehen.

Am Ende gab‘s standing ovations und La Ola Welle von einem restlos begeisterten und zumindest innerlich erwärmten Hayinger Publikum.

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