Flächenversiegelung eindämmen

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 Bürgermeister Marcus Schafft, Erster Landesbeamter Walter Holderried, Regierungsvizepräsident Dr. Utz Remlinger und Staatssekretär Dr. Andre Baumann (von links)  beim Gang über den Damm entlang der Missmahlsen Anlagen.  Foto: 

Staatssekretär Dr. Andre Baumann, Regierungsvizepräsident Dr. Utz Remlinger und der Erste Landesbeamte im Landratsamt Biberach, Walter Holderried, machten Riedlingen ihre Aufwartung und feierten mit Bürgermeister Marcus Schafft und Mitarbeitern, Bediensteten des Wasserwirtschaftsamtes und dem Planer Erhard Winkler die Fertigstellung der städtischen Maßnahmen des Hochwasserschutzes. Rund zwei Millionen wurden dafür aufgewandt, wovon die Stadt 30 Prozent aufzubringen hatte und das Land 70 Prozent beisteuerte. Deshalb galt auch ihm der Dank des Bürgermeisters. Damit wurde – begleitend zur 2012 abgeschlossenen  Landesmaßnahme – der kommunale Hochwasserschutz für das Ober- und  Unterried hergestellt.

Demnächst begonnen wird mit der Erneuerung der Kanalbrücke, was einhergeht mit einer Erhöhung des Donaukanal-Querschnitts. Zudem sei man gerade dabei, den Durchfluss in der Schwarzach zu erhöhen und dauerhaft im Rahmen eines Pflegeplanes zu erhalten, informierte Schafft. Die Anpassung der Binnenentwässerung sei in Vorbereitung. Die Beitragsrelevanz im Rahmen des Vorteilsausgleichs analysiere und bewerte die Stadt derzeit im Zusammenwirken mit einem Fachanwalt.

Das Donauprogramm

Der Staatssekretär im Umweltministerium des Landes, Dr. Andre Baumann, erinnerte an die Auflage des  Donauprogramms vor 25 Jahren, auch angesichts der zerstörerischen Kraft des Hochwasserereignisses 1990. Auch heute noch stehe der Hochwasserschutz im Land im Mittelpunkt. 2017 lägen 90 Millionen dafür und für die Verbesserung der Gewässerökologie bereit.  Es sei ein „gut investiertes Geld“. Dennoch räumte er ein, ein vollständiger Hochwasserschutz sei nicht leistbar. Es gelte, die Strategie gemeinsam  und hartnäckig weiter zu verfolgen, die Versiegelung der Landschaft einzudämmen und keine neue Siedlungen in Überschwemmungsgebiete zu bauen. Zudem müsse man Bächen und Flüssen mehr Raum geben. Betroffenen Gemeinden empfahl er, die Hochwasser-Vorhersagen in Karlsruhe zu nutzen.

Das nach dem Hochwasserereignis 1990 aufgelegte Donauprogramm habe wichtige Maßnahmen in Riedlingen und 22 weiteren Gemeinden auf den Weg gebracht. Sie dienten einem 100-jährlichen Hochwasserschutz. Baumann hob dabei auch ökologische Maßnahmen hervor, wie die Renaturierung der Donau bei Binzwangen oberhalb von Riedlingen.

Erhard Winkler, Geschäftsführer des planenden Ingenieurbüros, nannte Zahlen zu den Maßnahmen. So wurden auf einer Länge von 950 Metern Dämme erhöht und 740 Meter neue Dämme errichtet. Stahlbetonwände und Kopfbalken wurden auf 640 Metern errichtet, 20 Tonnen Blocksteinwände eingebaut. Zwölf mobile Wände von insgesamt 40 Metern stehen zum Einbau bereit, um das Wasser zurückzuhalten. Durchgänge wurden vier geschaffen.

2400 Tonnen Steine

Beim imposantesten Projekt, dem Drosselbauwerk an der Schwarzach, wurden 2400 Tonnen Natursteine verbaut. Begonnen wurde mit den Maßnahmen im Juni 2015, ein Jahr später erfolgte die Abnahme und am Donnerstag der feierliche Akt der Einweihung.

470 Kubikmeter Wasser pro Sekunde beträgt jetzt der Abfluss. 105 davon nimmt die Donau auf, 255 der Hochwasserkanal  und 110 die Schwarzach. Ein Gang über den  Damm an der Kastanienallee und die Besichtigung des Drosselwerkes an der Schwarzach beschlossen den offiziellen Teil der Feier und das bei strahlendem Wetter, bei dem kein Mensch an Hochwasser denkt.

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