Ernstfall beginnt auf der Kreisstraße

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  • Der Pfronstetter Gemeinderat informierte sich bei Paravan, dem Weltmarktführer für behindertengerechte Fahrzeuglösungen,  über dessen neueste Entwicklung, den „CLOUi“. 1/3
    Der Pfronstetter Gemeinderat informierte sich bei Paravan, dem Weltmarktführer für behindertengerechte Fahrzeuglösungen,  über dessen neueste Entwicklung, den „CLOUi“. Foto: 
  • Die Teststrecke führt von Aichelau über Aichstetten nach Pfronstetten. Sie ist 5,8 Kilometer lang. 2/3
    Die Teststrecke führt von Aichelau über Aichstetten nach Pfronstetten. Sie ist 5,8 Kilometer lang. Foto: 
  • Ein Blick auf die Front des CLOUi. 3/3
    Ein Blick auf die Front des CLOUi. Foto: 
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Alle reden vom autonomen Fahren. Paravan hat die Technologie bereits auf der Straße. Mit CLOUi bietet das Pfronstetter Unternehmen nun das weltweit erste inklusive Mobilitätskonzept für Menschen mit und ohne Behinderung. Zugleich ist es das erste selbst hergestellte Fahrzeug von Paravan.

Aber die Entwicklung ist das eine, die Praxis das andere. Paravan braucht für seinen CLOUi eine Teststrecke, auf der die Techniker das Fahrzeug auf Herz und Nieren prüfen können, um etwaige Mängel abzustellen. Man fragte bei der Gemeinde Pfronstetten an und da war man gleich mit Feuereifer bei der Sache, sieht man doch auch für die Kommune Möglichkeiten den löchrigen ÖPNV auf dem Land etwas zu verdichten.

Aus diesem Grund war vor der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend zunächst ein Ortstermin bei Paravan. Dort stellten Firmengründer Roland Arnold, Marketingchef Alexander Nerz und der Bereichsleiter für autonomes Fahren, Wolfgang Bern, das Konzeptfahrzeug vor.

Roland Arnold brachte es gleich auf den Punkt, warum Paravan nicht irgendwo testen will, sondern direkt vor der Haustüre. Autonomes Fahren sei auf bolzengeraden, breiten und sonnendurchfluteten Highways in den USA kein Problem. „Das sieht auf der Alb ganz anders“: Kleine und enge Straßen, kein Randstreifen, dazu Nebel und auch reichlich Schnee - das seien die idealen Bedingungen,  an denen sich das autonome Fahren messen müsse.

Im Vorfeld der Sitzung hatten Gemeinde und Unternehmen bereits erste Gespräche geführt, wo der Prototyp eingesetzt werden könnte. Und da war man schnell fündig geworden. Als Teststrecke bietet sich die Route von Aichelau über Aichstetten (K 6747) nach Pfronstetten (K 6748) an. Die Strecke hat eine Länge  von 5,8 Kilometern, ist zwar nicht zu stark befahren, bietet aber alles, was so üblicherweise auf der Straße unterwegs ist: „Da sind nicht nur Traktoren unterwegs“, sagte Bürgermeister Reinhold Teufel.

Mit dem Projekt schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen kann Paravan den CLOUi testen, zum anderen ergibt sich für die Gemeinde die Möglichkeit in einen auf den ländlichen Raum zugeschnittenen ÖPNV einzusteigen, wie es Bürgermeister Reinhold Teufel ausdrückte. Beispielsweise könnte auf der Trasse ein Pendelverkehr eingerichtet werden, um Aichelau und Aichstetten dann in Pfronstetten an das deutlich bessere ÖPNV-Konzept anzubinden.

Weitere Ideen hatten die Gemeinderäte auch gleich parat. So könnten Besucher, die mit dem Bus anreisen, per CLOUi zum Phänopfad transportiert werden. Ganz praktisch wäre das Angebot auch für den Schülerverkehr. Zuerst könnte man die Schüler aus Aichelau und Aichstetten zur Wunderbuch Grundschule nach Pfronstetten fahren, etwas später die Kinderschüler in den Kindergarten Maria Königin, und nachmittags dann entsprechend wieder zurück.

Was noch als Zukunftsmusik klingt, liegt aber gar nicht in so weiter Ferne. Im Mai hatte der Bundesrat der Änderung des Straßenverkehrsgesetzes zugestimmt, womit der Einsatz von selbstfahrenden Autos möglich ist. Daher sei es auch denkbar, so Bürgermeister Reinhold Teufel, dass das Landrastamt eine Sondergenehmigung für die anvisierte Trasse erteilt. Freilich müssten auch noch Gespräche mit denkbaren Projektpartnern für die Trägerschaft des Vorhabens, wie etwa Nahverkehrsunternehmen, geführt werden.

Und das Projekt kann auch noch einen Beitrag zur Inklusion, also der Eingliederung behinderter Menschen ins Arbeitsleben, leisten.  Da autonomes Fahren nur mit einer Begleitperson zugelassen ist, könnten beispielsweise Rollstuhlfahrer die Fahrdienste übernehmen, denn die sind bestens mit den Paravan-Systemen vertraut.

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