Erkenntnisse genau dokumentiert Buch von Berno Heymer zu den Hinterglasbildern des Altertumsvereins

246 Hinterglasbilder besitzt der Altertumsverein Riedlingen. Jetzt gibt es ein Buch darüber. Der Autor Berno Heymer hielt dazu einen Vortrag.

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Buchpräsentation in Riedlingen (von links): Winfried Aßfalg, Gertrud Wiedra und Berno Heymer. Foto: Waltraud Wolf

Die knapp 800 Mitglieder des Vereins dürfen sich über den Band freuen, der nicht nur die Entstehung der Sammlung erzählt und jedes einzelne Bild zeigt, sondern auch die Geschichte der Hinterglasmalerei beleuchtet.

Diese Aufgabe hat Professor Dr. Berno Heymer aus Ulm-Wiblingen übernommen und bei der Vorstellung des Buches darüber einen Vortrag gehalten. Die Fotos im Buch stammen von Winfried Aßfalg, dem Vorsitzenden des Altertumsvereins und ehrenamtlichen Museumsleiter. Er betonte, es sei seit langem schon sein Wunsch gewesen, die Sammlung zusammengefasst und geordnet zu wissen. Die Bereitschaft Berno Heymers, einem Kenner dieser Kunstgattung, habe dies nun ermöglicht. Für das aufwändige Vermessen der Bilder dankte er seiner "Dienst-Tags-Mannschaft" und er freute sich, mit Gertrud Wiedra die Restauratorin der Bilder bei der Veranstaltung am Dienstagabend begrüßen zu können. Trotz ihrer 91 Jahre war sie von Weiler im Allgäu nach Riedlingen gekommen.

Entstanden ist auch in der technischen Qualität ein hochkarätiges Buch, das 150 Seiten umfasst und jedes einzelne Bild zeigt. In 20 Herkunftsorte eingeteilt hat Heymer die Hinterglasbilder. Sie reichen von Augsburg über Murnau, Oberammergau, dem Schwarzwald und dem Bayerischen Wald, Süddeutschland, Böhmen, Schlesien, Tirol, Italien, Spanien bis hin zu China. Bei sieben halfen auch seine Vergleiche und Untersuchungen nicht, diese festzustellen.

Waren die meisten früher freie Handelsware, so erkannte Heymer zwölf der Bilder als Einzelanfertigungen. Signiert sind allerdings nur drei, so ein Porträt von Papst Pius VI., mit dem Vermerk "Johan gotthardtuß brestle in grennenbach 1775". Beschrieben werden Lebensläufe von Hinterglasmalern, die selber oder deren Familien aus Riedlingen stammen, so von Anton Marquart Bersauter aus Zwiefaltendorf, der in Augsburg wirkte, wie auch Johann Philipp Jakob Gaßler aus Riedlingen.

In seinem Vortrag gab Heymer einen umfassenden Einblick in die Hinterglasmalerei, die man schon in der Antike kannte. Im 18. Jahrhundert habe in Ländern mit vorwiegend katholischer Bevölkerung eine wahre Massenproduktion von Hinterglasbildern eingesetzt. Er erläuterte an Bildbeispielen unterschiedliche Techniken der Hinterglasmalerei und ließ das Publikum wissen, wie er zu den Zuordnungen kam. Der Malstil, beziehungsweise die Maltechnik - von der es 19 verschiedene gebe - spiele eine Rolle, der Farbton der Umrisslinien, die Art der Beschriftung und die Form einer Kartusche, der Rahmen, aber auch das Bildformat.

Info Das Buch "Hinterglasmalerei" mit der ISBN-Nummer 978-3-00-039429-4 ist zum Preis von 14,80 Euro im Museum oder im Buchhandel erhältlich.

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