Digitale Welt einbeziehen

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Feierstunde im Engstinger Jugendhaus (von links): Jugendbeauftragter Xhavit Mustafa, Regionalleiterin Nadine Hempke, Schulsozialarbeiterin Gabriele Treiber, Bürgermeister Mario Storz, Fachbereichsleiter Cord Dette, Schulsozialarbeiter Khang Huynh und Christine Scheel, Leiterin des Mariaberger Ausbildungsservice.  Foto: 

Vor nunmehr zehn Jahren hat die Gemeinde Engstingen unter ihrem damaligen Bürgermeister Klaus-Peter Kleiner die Mariaberger Ausbildung & Service gGmbH mit der Jugendarbeit beauftragt. Deren Team kümmert sich seither sowohl um das offene Angebot im Jugendhaus wie auch die Schulsozialarbeit.

Bei einem Festabend in den Räumen des Jugendhauses, das im Obergeschoss des Automuseums untergebracht ist, standen Erinnerungen an die zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen sowie eine Bestandsaufnahme der offenen Jugendarbeit mitsamt einem Ausblick auf mögliche künftige Entwicklungen auf dem Programm. Die Jugendlichen selbst hatten mit dem Jugendbeauftragten Xhavit Mustafa eine Fotoausstellung vorbereitet, für die von Bürgermeister Mario Storz gelobte „festliche“ Dekoration gesorgt und ein kaltes Buffet auf die Beine gestellt.

Eingangs wertete Bürgermeister Mario Storz die Angebote im Jugendhaus als Ergänzung zur Jugendarbeit in Vereinen oder der Kirche. „Es geht nicht um Konkurrenz“, so Storz, wichtig sei die Zusammenarbeit der Institutionen. „Es gibt Jugendliche, die sich mit offenen Angeboten leichter tun“, betonte Storz und verwies auf die veränderten Anforderungen an die Jugendarbeit: Die Jugendlichen seien heute stärker in die Schule eingebunden und vielfach spiele sich Kommunikation und Begegnung in virtuellen Räumen ab. Die Tatsache, dass Jugend- und Schulsozialarbeit „aus einer Hand kommen“ stufte er als „Glücksfall“ ein.

Cord Dette, Leiter des Fachbereichs Jugendarbeit in Mariaberg, vermittelte den Zuhörern ein Bild von den Grundlagen und Zielen der offenen Jugendarbeit, als deren zwei Kernelemente er die Persönlichkeitsbildung und die Entwicklung von Demokratiekompetenzen bezeichnete. Die Grundidee besteht darin, dass die jungen Leute im Jugendhaus Verantwortung übernehmen und so einen Bereich des Erwachsenendaseins ausprobieren könnten. Voraussetzungen gebe es nicht. Die Teilnahme sei freiwillig. Regeln müssten dann zwar befolgt, könnten aber auch verändert werden. „Das können langwierige Diskussionsprozesse sein“, so Dette. Entscheidend sei es für die Jugendarbeiter, trotz der Freiwilligkeit eine verlässliche Beziehung aufzubauen.

Als Defizit benannte Dette die fehlenden Zugangsmöglichkeiten für Jugendliche mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit sowie die Tatsache, dass es nicht so recht gelungen sei, das Jugendhaus „als positiven Ort“ in der Gemeinde zu vermitteln. Zudem räumte er ein, dass die Jugendarbeit Veränderungen nicht beachtet und „den digitalen Wandel verschlafen hat“. Künftig müsse sich „die aufsuchende Jugendarbeit“ in die digitale Welt hineinverlagern.

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