Die Suche nach dem Sinn

Die Frage nach dem Sinn ist wohl so alt wie die Menschheit, gültige Antworten darauf kann nur jeder selbst finden. Gedanken und Geschichten dazu bot Diakon Bernd Strohmaier in seinem Vortrag am Morgen.

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  • Rund 60 Teilnehmerinnen von der ganzen Alb sind in diesem Jahr zum Begegnungstag nach Zwiefalten gekommen. Fotos: Anja Mader 1/2
    Rund 60 Teilnehmerinnen von der ganzen Alb sind in diesem Jahr zum Begegnungstag nach Zwiefalten gekommen. Fotos: Anja Mader
  • Morgens hat Diakon Bernd Strohmaier über die "Sehnsucht nach Sinn" gesprochen. 2/2
    Morgens hat Diakon Bernd Strohmaier über die "Sehnsucht nach Sinn" gesprochen.
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Tiefgründige Fragen, die die Menschheit bewegt, seit es sie gibt und ein Referat aus dem Alltag vieler Frauen zum Hang nach Perfektionismus (siehe Bericht links) - auch in diesem Jahr war die Themenwahl des Begegnungstages für Frauen, den der katholische Frauenbund Zwiefalten immer im Januar veranstaltet, abwechslungsreich. Doch nicht nur Zuhören steht an diesem Tag immer auf dem Programm, sondern auch nachfragen, mitdiskutieren und die gemeinsame verbrachte Zeit mit anderen Frauen, rund 60 waren der Einladung gefolgt. Gelegenheit zum Austausch boten Kaffeepausen und Mittagessen. Außerdem zelebrierte Pfarrer Paul Zeller einen Gottesdienst und Bürgermeister Hubertus-Jörg Riedlinger schaute mittags vorbei und sprach ein kurzes Grußwort, in dem er hervorhob, wie schön und sinnvoll diese Veranstaltung zu Jahresbeginn doch sei.

Morgens ging Diakon Bernd Strohmaier auf das Thema "Glaube und Vertrauen - Sehnsucht nach dem Sinn" ein, dass der Mensch nach dem "Woher und Wohin" seines Lebens frage, unterscheide ihn von aller Kreatur. In 45 Minuten zu klären, was Sinn ist, wie man zu Glaube und Vertrauen gelangt, ist freilich nicht möglich. Strohmaier löste diese Aufgabe, indem er anhand kurzer Einführungen und mit berührenden Beispielen dazu anregte, sich Gedanken über das zu machen, was die Menschheit seit jeher umtreibt.

Sei es die Geschichte der zwei Mönche auf der Suche nach dem Ort des Glücks (kleiner Artikel) oder der Inhalt eines Psalms, aus ihnen wird deutlich: "Menschen suchen nach Gott, nach Sinn, nach dem Glauben", so Strohmaier. Die Suche ist heute schwieriger als noch zu früheren Zeiten, ist der innere Zusammenhalt doch gefährdet und "viele Menschen sind einsam, vereinsamt und isoliert". Sie sind auf der Suche, machte Strohmaier deutlich, dabei lassen sich "das Glück und der Sinn nicht außerhalb finden, nicht in großartigen Theorien und Konzepten, sondern mitten im Leben, mitten im eigenen Herzen". Der Sinn erschließe sich im Leben und durch das Leben, so Strohmaier, und das bedeute aber nicht, dass es nur die guten Seiten sind, die einem Leben Sinn geben, sondern auch, welchen Stellenwert man Ereignissen in seinem Leben einräumt. Vorstellen könne man sich dies wie einen "Schrank des Lebens", dessen Schubladen gefüllt sind mit dem, was einen Menschen prägt und zwar Positives und Negatives. So berichtete Diakon Strohmaier von einem Freund, dessen vierjähriger Sohn wegen einer Impfung schwerstbehindert wurde. Statt mit seinem Schicksal zu hadern, gründete der Mann ein ganzes Netz von Hilfeeinrichtungen für behinderte Kinder, er schuf sich aus diesem Schicksal einen neuen Sinn im Leben. Wichtig sei für die Sinnsuche aber nicht nur Glaube, sondern auch Vertrauen, allzu oft seien Glaubenskrisen eher Vertrauenskrise, ist sich Strohmaier sicher.

Mit auf den Weg gab der Diakon seinen Zuhörerinnen einige Dimensionen, die die Theologin Ariane Martin für Menschen erarbeitet hat, die ihre Sehnsucht nach Sinn stillen wollen. Sie umfassen Punkte, wie die, dass man achtsam sein soll für sein eigenes Leben, aber auch die Reise in die Weite zum Höheren. Zudem solle man nach Festigkeit, Heilung, Gemeinschaft und neuen Weltverhältnissen suchen.

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