Die Shropshire-Schafe leisten ihren Beitrag

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Martin Länge in der Albtanne-Kultur zwischen Hengen und Römerstein. Am zweiten und dritten Advent werden dort Weihnachtsbäume verkauft. Wer will, der kann sie selbst schlagen.  Foto: 

Im Handel sind sie schon lange zu haben, die Import-Weihnachtsbäume aus dem hohen Norden und kosten, je nach Größe und Qualität, von 15 Euro aufwärts. Wer beim Baum zum Fest aber den ökologischen Gedanken nicht hintanstellt, der ist bei der Albtanne genau richtig. Seit 2012 betreibt die Familie Länge die Kultur „Im Lehen“ zwischen Hengen und Römerstein, „nebenher“, wie Martin Länge sagt. Doch aus dem anfänglichen „nebenher“ ist längst viel mehr geworden, denn die ein Hektar große Kultur braucht auch entsprechende Pflege um den Kriterien eines ökologischen und nachhaltigen Anbaukonzepts mit enormer Sortenvielfalt und kurzer Transportwege zu genügen.

Viele Sorten

Setzt der regionale Handel  meist auf die Nordmanntanne, gibt es auf der Länge-Kultur doch einiges mehr. Im Angebot hat Martin Länge freilich auch die Nordmanntanne. Dazu gibt es zwischen Hengen und Römerstein noch Blaufichten, Schwarzkiefern, Douglasien und Rotfichten. Aber dann wird seine Aufzählung immer exotischer: Colorado- und Korktanne, Serbische Fichte und türkische Tanne. Noch nicht zu haben, da noch zu klein, sind Balsam- und Fraser-Tannen.

Doch alles andere gibt es auf der Kultur schlagreif - will heißen in eine Größe von ein bis 2,50 Meter. Wer es größer will, den lässt Martin Länge nicht im Regen stehen, auf Bestellung bringt er auch größere Bäume zur Kultur „Im Lehen“. Die sind dann von einem Kollegen aus St. Johann.

Direkt von der Kultur

Anfänglich verkaufte Länge seine Bäume nur beim Biolandhof Bleiche in Bad Urach. Dort ist auch am heutigen Freitag, 8. Dezember, ab 13 Uhr der Verkaufsstart. Im letzten Jahr hatte er aber erstmals direkt aus der Kultur verkauft und die Aktion wurde zu einem echten Renner, erinnert er sich. „An den beiden Tagen hatten wir jeweils über 100 Besucher“.  Und so baut er den Verkauf aus der Kultur diesmal am zweiten und dritten Advent, Sonntag, 10. und 17. Dezember, jeweils von 9 bis 16 Uhr, zu einem kleinen Event aus.  Am Waldrand gibt es ein offenes Feuer zum Aufwärmen, entsprechend wird dazu heißer Glühwein gereicht. Ein Imbisswagen vom Linsenberghof sorgt dafür, dass der Magen der „Holzfäller“ nicht zu kurz kommt, will doch ein Großteil der Besucher den Weihnachtsbaum selbst schlagen. „Bei der Aktion im letzten Jahr hatten da viele Besucher Äxte und Beile dabei“. Die braucht es, im Gegensatz zu warmer Kleidung, nicht, hält das Länge-Team doch ausreichend Bügelsägen vor, und das Team macht auch auf Wunsch den gewählten Baum - es gibt mehrere 1000 Bäume - um.

Die Albtanne ist zwar weder Bioland- noch Demeter-zertifziert hat sich aber von Anfang an dem ökologischen Anbau verschrieben. Es wird kein Glyphosphat verwendet, die Unkrautbekämpfung erfolgt über Mulchen und zehn Schafe weiden auf der Kultur. Dabei handelt es sich um sogenannte Shropshire Schafe, wie Länge sagt. Shrophshire Schafe sind die einzigen Schafe, die sich nicht an Nadeln gütlich tun, also ideal für eine Christbaumkultur sind. Zudem ist Länge selbst mehr oder weniger das ganze Jahr über auf der Kultur im Einsatz, gilt es Läusebefall und Mausfras zu bekämpfen, Zweige zu regulieren und Frostschutzmaßnahmen zu ergreifen. Ebenso muss die Trockenheit jederzeit im Auge behalten werden. „Da ist man das ganze Jahr über gefordert“, sagt Länge.

Erschwingliche Preise

Der laufende Meter eines Baumes von der Albtanne-Kultur kostet je nach Sorte und Qualität zwischen 5 und 20 Euro, sagt Länge. Am günstigsten sind da Fichten und Douglasien, die Normanntanne liegt eher bei 15 Euro, bei außergewöhnlichen Sorten kann der Meter dann  auch mal 20 Euro kosten. Alles in allem koste der Baum bei der Albtanne um ein bis zwei Euro mehr als im üblichen Handel, sagt Länge, wobei „es viele Arten dort gar nicht gibt“.

Die Albtanne ist seit 2015 der einzig anerkannte „Fair-Trees“-Händler in der Region. Der Ursprung der Nordmannstanne, des meistverkauften Weihnachtsbaumes in Deutschland liegt im Kaukasus. Dort wird auch heute noch im georgischen Teil des Gebirgszuges der größte Teil des Saatgutes für unsere Nordmannstannen gewonnen. Das Engagement von „Fair Trees“ setzt hier bei der Arbeitssicherheit und der fairen Bezahlung für die georgischen Zapfenpflücker an. Mit jedem verkauften „Fair-Trees“ Weihnachtsbaum fließt eine Spende zurück nach Georgien. Mit dem Geld werden zahlreiche soziale Projekte unterstützt. Saaternte in Georgien und Anbau in Deutschland erfolgen unter strengen ethischen und umwelttechnischen Vorgaben.
„Fair Trees“ ist Mitglied bei Fair Trade, die für fair erzeugte und gehandelte Lebensmittel steht, sowie bei Transparency International, die weltweit Korruption bekämpft.
Solche Bäume gibt es jetzt noch nicht auf der Kultur zu kaufen, sagt Länge, aber bis in vier Jahren werden die ersten Bäume dann schlagreif sein.

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