Der hundertjährige Wald

Das Arboretum im Florianwald zwischen Metzingen und Grafenberg beheimatet zahlreiche Baumarten verschiedener Länder und ist im Jahr 1912 entstanden. Das Jubiläum wird am Sonntag groß gefeiert.

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  • Blick auf den höchsten Baum im Arboretum: Die Zuckerhutspitze. Fotos: Privat 1/4
    Blick auf den höchsten Baum im Arboretum: Die Zuckerhutspitze. Fotos: Privat
  • Waldtag: Auf der zentralen Wiese wird am Sonntag gefeiert. Beginn ist um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst. 2/4
    Waldtag: Auf der zentralen Wiese wird am Sonntag gefeiert. Beginn ist um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst.
  • Lichtspiele im Grafenberger Arboretum. Foto: Gudrun Grossmann 3/4
    Lichtspiele im Grafenberger Arboretum. Foto: Gudrun Grossmann
  • Exoten sind längst heimisch: Eine Andentanne. 4/4
    Exoten sind längst heimisch: Eine Andentanne.
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Vielen ist dieses Kleinod mitten im Wald nicht bekannt, obwohl es bereits seit 100 Jahren besteht. Das Kreisforstamt Reutlingen beteiligt sich am "Tag des offenen Denkmals" und lädt auch aus diesem Grund zu einem Waldtag für die ganze Familie auf der Festwiese im Arboretum ein. Ein Planwagen-Shuttle sorgt dafür, dass die Besucher in der Zeit von 10 bis 17 Uhr von den Parkplätzen am Grafenberger Ortsrand zum ausgeschilderten Festgelände kommen.

Das Programm beginnt mit einem ökumenischen Gottesdienst um 10 Uhr im Arboretum. Ab 11 Uhr eröffnen der Reutlinger Landrat Thomas Reumann und Landesforstpräsident Max Reger die Veranstaltung. Auf einem rund zwei Kilometer langen, kinderwagentauglichen Parcours können die Besucher Forstwirtschaft und exotische Baumarten erleben.

Das Kreisforstamt Reutlingen informiert darüber, zu welchen Höchstleistungen die Bäume des Arboretums fähig sind und wie sie zu einem stabilen Wald der Zukunft beitragen. Die Waldarbeiter des Forstamts präsentieren den Besuchern moderne Ausrüstungen und Methoden in der Waldarbeit, während ihre Kollegen von der Stadt Metzingen historische Gerätschaften vorstellen. Ist das Holz gefällt, wird es direkt vor Ort zu Brettern oder Brennholz verarbeitet.

Hoch hinaus geht es bei der Seilkletterstation des Waldschulheims. Eine Etage tiefer gibt es einen Niederseilparcours. Mit der Kreisjägervereinigung geht es auf die Pirsch. Wer will, kann dabei das Schießen mit Pfeil und Bogen trainieren und Tipps zum Bogenbau bekommen. Den ganzen Tag über können die Besucher dem Motorsägen-Künstler Igor Loskutov über die Schulter schauen. Aus dem Stamm einer Küstentanne lässt er ein Fabelwesen, ein Waldschrat, entstehen.

Eine ganz andere Nutzungsmöglichkeit der Bäume erläutert der Apotheker Dr. Christoph Höltzel. Er zeigt, welche medizinischen Wirkungen die Gehölze haben. Der Mammutbaum überragt alle anderen Bäume des Arboretums. Seine Höhe kann beim Baumhöhen-Quiz geschätzt werden. Dabei winken attraktive Preise - natürlich rund um den Wald. Und sollte es mit dem Gewinnen doch nicht klappen, kann man bei den Baumschulen Handel seine ganz persönliche Douglasie mit nach Hause nehmen. Für die Verpflegung sorgen der Schwäbische Albverein sowie der Arbeitskreis Kelter aus Grafenberg. Auch entlang des Weges gibt es Schmackhaftes zu entdecken: Bei Imkern und Weingärtnern, Obstbauern und Ziegenzüchtern werden leckere Kostproben angeboten.

Zur Historie des Arboretums: Begonnen hat alles mit einem Geschenk. Anlässlich ihrer Jahrestagung übergab die Deutsche Dendrologische Gesellschaft, die sich der Erforschung von Bäumen und Sträuchern verschrieben hat, 92 Proben von Nadelholzsamen aus Asien, Europa und Nordamerika sowie zehn Kilogramm Douglasiensamen an die königlich-württembergische Forstdirektion. Das Forstamt Metzingen erhielt den Auftrag "dieselben in sorgfältiger Weise und unter dauerhafter und zuverlässiger Etikettierung der einzelnen Aussaaten in der dortigen Saatschule zur Aussaat zu bringen".

Der Leiter des Forstamts, Forstmeister Wilhelm Mayer, und der zuständige Revierleiter des Forstreviers Grafenberg, Forstwart Spohn, brachten die Samen zunächst in Blumentöpfen aus, die im gesamten Forstamtsgebäude auf die Fensterbänke verteilt wurden. 1914 wurden dann die jungen Exoten auf einer eigens gerodeten Fläche gepflanzt - das Arboretum war entstanden.

In den folgenden Jahrzehnten stiegen Baumzahl und Fläche stetig an. Zuletzt wurden im Jahr 2001 Flächen, auf denen der Orkan Lothar den Wald umgeworfen hatte, in das Arboretum integriert und mit Exoten bepflanzt. "Auf diese Weise entwickelte sich ein Wald, der landesweit seinesgleichen sucht", ist Werner Gamerdinger, der Leiter des Kreisforstamtes, stolz auf das forstliche Kleinod. "Am eindrucksvollsten sind die mächtigen Mammutbäume", ergänzt Thomas Vorwerk, der Grafenberger Revierförster.

Info Zahlreiche Vorführungen und Mitmachangebote locken die Besucher am Sonntag, 9. September, auf den 2,2 Kilometer langen Rundweg, der auch kinderwagentauglich ist. Selbstverständlich ist bis 18 Uhr auch für eine Bewirtung gesorgt.

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