Der Dritte im Bunde

Nachdem Ernst-Reinhard Beck nicht mehr antritt, nimmt das Kandidatenrennen der Kreis-CDU zur Bundestagswahl 2013 Fahrt auf. Nach Florian Weller und Michael Donth tritt nun auch Kreis-Vize Ralf Stoll an.

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Ralf Stoll möchte für die CDU als Kandidat für die Bundestagswahl antreten.

Im März 2011 musste die CDU in Baden-Württemberg empfindliche Verluste hinnehmen. Sie fand sich nach fast 60 Jahren erstmals auf der Oppositionsbank wieder. Eine Zäsur für die Partei, eine bittere Erfahrung für Ralf Stoll. Nach dem Schock stellt sich für den Sonnenbühler nicht die Frage ob, sondern was sich in seiner Partei verändern muss. Der 43-Jährige hat eine Antwort: Er will mit einem offenen Politikstil das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen.

Der verheiratete Vater zweier Kinder ist seit drei Jahren Mitglied der CDU. Seit 2009 ist der als Verkaufsberater tätige Handwerksmeister Ortschaftsratsmitglied in Willmandingen und Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Sonnenbühl. Seit 2011 ist er stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU und Projektleiter der CDU-Zukunftswerkstatt im Kreis. Als solcher mischt er sich immer wieder in parteiinterne Debatten ein, weiß er doch durch unzählige Gespräche um die Stimmung an der Parteibasis. Ihm zufolge ist die Zeit reif für einen Generations- und vor allem für einen Mentalitätswechsel. Zu lange sei "von oben herab durchregiert" worden, kritisiert er. Zu lange habe man sich in "eingefahrenen Strukturen" bewegt. Statt sich zu öffnen und mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen ins Gespräch zu kommen, habe man sich in Hinterzimmern vertagt. "Diese Zeiten sind vorbei", sagt Stoll. Sein Ziel: ein ebenso offener, wie transparenter Politikstil. Doch bei aller Manöverkritik: "Die CDU muss sich nicht neu erfinden. Die konservativen Werte haben die CDU stark gemacht - das sind unsere Eckpfeiler."

Die Partei im Land, sieht Stoll dennoch in einem strukturellen Umdenkprozess. Maßgeblich angestoßen auch durch die Arbeit der Reutlinger Zukunftswerkstatt: "Die logische Folge ist meine Kandidatur", sagt Stoll selbstbewusst. Sein Hinweis: "Wenn die Basis eine Veränderung will, dann muss sie jetzt die Chance ergreifen."

Seine Bewerbung will er denn auch als "Alternative zu den Anderen" verstanden wissen. Bewusst grenzt er sich etwa von "Profipolitikern" ab, die weitgehend den Kontakt zu ihren Wählern verloren haben. Selbst noch relativ frisch in der Partei, reklamiert Stoll die Aufgabe für sich, frischen Wind zu entfachen und den rund 1200 Parteimitgliedern im Kreis eine "echte Alternative" aufzuzeigen. Seine Rolle als Bundestagsabgeordneter in spe interpretiert er als direkter Mittler. Er will den Menschen nah sein, Themen vor Ort aufgreifen und nach Berlin tragen: "Ich bin ein Wahlkreiskandidat", sagt Stoll. Einer, der sich um einfache Worte bemüht, auch wenn es um komplexe Inhalte geht. Neben der Bundespolitik hat er auch die Region im Visier: die Entwicklung des ländlichen Raums, verkehrspolitische Konzepte oder bildungspolitische Inhalte. Skeptikern entgegnet er schon heute: "Ich bin kein Alb-Kandidat." Überwinden will er die Kluft zwischen Stadt und Land. Stoll ist viel unterwegs. Dabei erlebt er Rückhalt für sein Bekenntnis. Es ist so knapp wie eisern: "Ich will einen anderen Weg."

Info Internet: "www.ralfstoll.com";

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