Das Ziel: "Nachhaltige Stadt"

Riedlingen wird erste "Nachhaltige Stadt" im Landkreis Biberach. Der Gemeinderat gab in seiner Sitzung seine Zustimmung zu dem gemeinsamen Projekt mit der Energieversorgung Baden-Württemberg.

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Es ist ein gemeinsames Projekt der Energieversorgung Baden-Württemberg (EnBW) und der Stadt. Stark einbinden will man darin die Bürgerschaft. Dass sich jetzt schon Einwohner in einer Bürgerenergiegenossenschaft engagieren, wertete der Leiter des Regionalzentrums Oberschwaben Thomas Stäbler bei der Vorstellung einer "Nachhaltigen Stadt" als positiv. Im Vorfeld hatten sie, der Handels- und Gewerbeverein und die Riedlinger Gemeinschaftswerbung Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert.

Die EnBW sieht ihre Aufgabe darin, die Kommunen auf ihrem Weg in eine nachhaltige Energieversorgung zu begleiten. Als Ziele und Handlungsfelder nannte Stäbler ein Gesamtkonzept zur energieeffizienten, emissionsgeminderten und dezentral versorgten Kommune, eine effizientere Nutzung von Ressourcen im öffentlichen wie im privaten Bereich, eine Verringerung an Umweltbelastungen, neben der Einbindung der Bürger die Stärkung der Eigenverantwortung und des gesellschaftlichen Engagements und schließlich die Schaffung eines positiven Lebensumfeldes.

Ein Leitbild soll erarbeitet werden, das vom Konzept zur konkreten Umsetzung führt. Die "Nachhaltige Stadt" bedeute für Riedlingen auch Wertschöpfung und Image-Steigerung. Zunutze machen will man sich bei der Realisierung der Projekte auch Forschung und Wissenstransfer der FernHochschule Riedlingen.

Als mögliche wichtige Projektpartner zählte Stäbler Handwerker und Gewerbe, die Forstwirtschaft, die Bürgerenergiegenossenschaft, aber auch Verbände, Innungen und die Banken auf.

Die EnBW bietet die Begleitung von Workshops rund um das Thema Energie an, deren Ergebnis in das Leitbild münden soll.

Riedlingen sei schon jetzt gut mit Solar- und Photovoltaik-Anlagen bestückt. 349 Anlagen sind bereits installiert. Dazu gibt es drei Biogasanlagen, der Wind wird noch nicht genutzt und die Wasserkraft wenig. Insgesamt werden durch erneuerbare Energien 12,85 Millionen KWh produziert, womit 3800 Haushalte versorgt werden können. Dies sei ein "relativ guter Wert", hielt Stäbler fest. Riedlingen decke damit schon heute 19 Prozent seines Energiebedarfs mit erneuerbaren Energien. Dennoch gäbe es noch Potenzial. Mit der Aussicht auf Fördermöglichkeiten machte Thomas Stäbler dem Gemeinderat die Maßnahme schmackhaft.

Stadtrat Werner Blank fragte, ob man nicht Gefahr laufe, zur falschen Zeit zu viel Strom zu produzieren und mahnte eine dringende Reform der Energie-Umlage an. Ein "großes Problem" habe er damit, wenn die Maßnahme subventionsunterstützt betrieben werden solle, bekannte er. Gedämpft wurde die Hoffnung, viel Energie aus der Wasserkraft zu ziehen. Dass sich das Engagement für den Bürger lohnen müsse, hielt Stadtrat Ulrich Bossler fest, ansonsten mache es keinen Sinn.

Nach dem einstimmigen Beschluss will sich Riedlingen in einem Ausschuss aus Gemeinderäten, der EnBW, dem HGR, der RGW, der Bürgerenergiegenossenschaft und eventuell weiteren Interessierten dem Projekt nähern. Sollten die Nachbargemeinden interessiert sein, sind sie zum Mittun eingeladen.

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