Das „Stabat Mater“ von Pater Ernest Weinrauch – zum Vortrag von Dr. Thorsten Augenstein am 13. Mai

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Zur Vorbereitung und Einstimmung auf das geistliche Konzert mit Werken des Zwiefalter Paters Ernest Weinrauch am 2. Juli führte Dr. Thorsten Augenstein kürzlich in das Werk ein. Das „Stabat Mater“  ist ein Werk aus der Epoche der „Empfindsamkeit“, die mit der literarischen Epoche des „Sturm und Drang“ ein gleiches Ziel verfolgt: die Darstellung von Gefühlen, von seelischen Zuständen. Dies entspricht auch dem Anliegen des aufkommenden protestantischen Pietismus, der eine persönliche Frömmigkeit anstrebt.

Außerdem fällt die Vertonung in die Zeit der „Katholischen Aufklärung“,  in der die Liturgie insgesamt verkürzt, die persönliche Frömmigkeit gefördert und „Deutsche Messen“ zugelassen wurden. Insofern hebt die Musik dieser Epoche sich von der  Affektenlehre des Barocks ab. Durch die Musik sollte in der Zeit der „Empfindsamkeit“ der Mensch verändert, veredelt werden.  Als Beispiel dafür führte Dr. Augenstein ausführlich das „Stabat Mater“ von Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736) an, das den Hörer direkt ansprechen sollte und- von Zeitgenossen als zu schön kritisiert wurde. Der Referent konnte zeigen, dass das „Stabat Mater“ von Weinrauch stark von dem von Pergolsi beeinflusst wurde und somit ebenfalls ein Werk aus der Zeit der „Empfindsamkeit“ ist. Von Weinrauchs Werk ist in  drei Abschriften erhalten: in Einsiedeln, Isny und Ottobeuren. Vor allem von Kloster Einsiedeln weiß man, dass es noch weit ins 19. Jahrhundert aufgeführt wurde

Der Autor des „Stabat Mater“ ist unbekannt, vermutlich wurde es im Mittelalter in Italien verfasst. Erst 1521 wurde der Text  in die Kirche aufgenommen. Seinen liturgischen Platz fand er wohl beim Fest der 7 Schmerzen Mariens (15. September) und am Karsamstag. Die sieben Teile entsprechen den sieben Schmerzen Mariens. Der Text des „Stabat Mater“ wurde auch von Protestanten geschätzt, was sich an den Übersetzungen von Klopstock und Chr. M. Wieland zeigt.

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