Chrom blitzt wieder

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Automuseum Engsingen, 3 sp x 93,5, Loka  Foto: 

JOACHIM LENK

Seit 1986 gibt es in Engstingen das zweistöckige Automuseum, das auf 1200 Quadratmetern in einer ehemaligen Strickerei untergebracht ist. In der Anfangszeit wurde die umfangreiche Oldtimer-Schau mit 100 Raritäten in Lack und Chrom des verstorbenen Sammlers Siegfried Stotz aus Ödenwaldstetten ausgestattet.

Von 1997 bis 2009 standen Autos und Motorräder aus den 40er-, 50er- und 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Museum, die dem Balinger Martin Sauter gehören. Seit 2010 wird das Museum mit Leihgaben aus ganz Süddeutschland und Raritäten aus der Stotz-Sammlung bestückt, die die Gemeinde Mitte der 1990er-Jahre für umgerechnet 60 000 Euro gekauft hat.

Alle zwölf Monate wird etwa ein Drittel der Ausstellung ausgetauscht. Ein Konzept, das bei den Besuchern ankommt. Im Schnitt schauen pro Jahr rund 9000 Besucher vorbei, schlägt die neue Museumsleiterin Ulrike Palesch in den Unterlagen nach. Dieses Jahr stehen die Chancen gut, dass die 10 000-Marke überschritten wird. Grund dafür sind neue Schmuckstücke in der Ausstellung, zahlreiche Veranstaltungen, Ausfahrten und der 30. Geburtstag des Museums, die die Besucher nach Engstingen locken sollen.

Zum Jubiläum gibt es eine Sonderausstellung rund um die Automarke Ford. Die Gäste können sich auf zehn Modelle wie Taunus, Mustang, Fiesta, Escort und Capri aus den vergangenen sechs Jahrzehnten freuen. Das Highlight ist ein Ford T „Tin Lizzie“ Pick up, der 90 Jahre unter der Motorhaube hat. Dieses wertvolle Stück stellt ein Sammler aus dem Ländle dem Museum leihweise zur Verfügung.

Außerdem gibt es noch mehr als 100 zwei-, drei- und vierräderige Vehikels aus den vergangenen beiden Jahrhunderten zu sehen. Darunter sind zum Beispiel Holzvergaser, Klein- und Rennwagen, Lastendreiräder, Krankenfahrstühle, Fahrzeuge der Bundeswehr, Motorräder und Mopeds der ersten Stunde.

Das älteste Stück in der Ausstellung ist das französische Dreirad Dion & Bouton aus dem Jahr 1898, das einst mit 30 km/h unterwegs war. Heute gibt es davon nur noch zwei Exemplare weltweit. Laut der Originalbeschreibung „bewegt sich das Fahrzeug bei einer Explosion 2,05 Meter vorwärts“.

Der 30. Geburtstag wird am Sonntag in einer Woche, am Sonntag, 3. April, von 11 Uhr an mit einem Museumsfest begossen. Bürgermeister Mario Storz spricht ein Grußwort, für das leibliche Wohl sorgt die Jugendfeuerwehr aus dem Ort. Schüler der Kerschensteinerschule Reutlingen zeigen Meisterarbeiten, Frank Eberle präsentiert Reutlinger Autogeschichten. Zudem gibt es Schablonen-Air-Brush für Kinder.

Anlässlich des Jubiläums findet heuer die erste Automuseum-Sommerausfahrt statt. Und zwar am Sonntag, 12. Juni. Die Fahrt führt über Riedlingen nach Bad Waldsee, wo das Erwin-Hymer-Museum besichtigt wird. Anmeldungen werden bis Ende Mai entgegengenommen.

Auf den 3. Oktober wurde traditionell das beliebte Kleinwagentreffen terminiert, an dem Oldtimerfans aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland mitmachen.

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