Buchvorstellung "Die Wimsener Höhle" in der Wimsener Mühle

Auf eine Expedition in die tiefste Unterwasserhöhle Deutschlands nimmt Rainer Straub seine Leser mit. Am Freitag wurde sein Buch "Die Wimsener Höhle" in der Wimsener Mühle vorgestellt.

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Roland Freiherr von Saint-André ist Eigentümer der Friedrichshöhle, wie die Wimsener Höhle offiziell heißt. Er begrüßte die Gäste der Buchvorstellung am Freitagabend in der Wimsener Mühle. Er erinnerte daran, dass sein vierfacher Urgroßvater Philipp Graf von Normann-Ehrenfels für Württemberg einen Sonderfriedensvertrag mit Frankreich geschlossen hatte, wodurch sich das Land verdoppelte und Kurfürst Friedrich zum König aufstieg. "Als Dank für seine Dienste wurde das Schloss Ehrenfels sowie Wimsen samt Höhle an meinen Vorfahren übergeben", so Saint-André, der dem Buchautor für die Arbeit am spannenden und fachlich kompetenten Buch dankte.

Daniela Naumann vom Verlag Jan Thorbecke sprach vom hochansteckenden Höhlenvirus, den sie seit 2008 habe, als sie am Blautopfbuch arbeitete. Deshalb sei sie sehr erfreut gewesen, als Rainer Straub mit seinem Buchexposé auf sie zugekommen sei. Ein halbes Jahr lang habe man miteinander konzentriert am Buch gearbeitet, habe um die treffenden Worte und aussagekräftigsten Bilder gerungen. Entstanden sei ein tolles Buch, das die Leser in die unterirdische Welt mitnehme. Nach der offiziellen Buchübergabe an Saint-André, Bürgermeister Robert Riehle und Gastwirt Daniel Tress gab Rainer Straub Einblick in die Entstehung des Werkes.

112 Seiten ist das Buch dick, dahinter stecken 18 Jahre Höhlenforschung in Wimsen, die sich in 200 Seiten Tourberichten niedergeschlagen hätten. Durch zwei dicke Leitzordner musste Straub sich arbeiten, 3600 Fotos sichten, zig E-Mails schreiben und beantworten. Drei Monate lang arbeitete er am Skript-entwurf, ein Jahr lang am Buch selbst. Gemeinsam mit Dr. Salvatore Busche, den er als Triebfeder der Erforschung bezeichnete, führte er die Gäste in "die geheimnisvolle Wimsener Höhle" ein, wobei er sich an die Buchgliederung hielt.

Die Wimsener Höhle gehört zu den am frühesten urkundlich erwähnten Höhlen der Alb, sagte Straub, der die Geschichte Wimsens und seiner Mühlen skizzierte, vom beginnenden Höhlentourismus in der Friedrichshöhle berichtete, in die Geologie einführte. Zwischen 80 und 6240 Liter pro Sekunde beträgt die Quellschüttung, womit die Aachquelle die zweitstärkste in der Gegend ist. Erforscht ist die Wimsener Höhle auf 955 Meter Länge, ihre größte Tiefe beträgt 60 Meter, womit sie die tiefste Unterwasserhöhle Deutschlands ist. 65 Prozent der Höhlengänge liegen unter Wasser.

1953 begann die eigentliche Erforschung der Höhle, vorangetrieben vor allem durch den Eschenbacher Manfred Keller. Der bekannte Höhlenforscher Jochen Hasenmayer tauchte erstmals 1959 in Wimsen, der später bis zum Saint-André-Schacht vorstieß. Von 1995 an erforschte die Höhlenforschungsgruppe Ostalb-Kirchheim die Wimsener Höhle, wobei Salvatore Busche am weitesten vordrang.

Einst war die Höhle bis zur "Schatzkammer" begehbar. Das belegen viele archäologische Spuren, darunter ein 3200 Jahre altes versintertes Skelett, aber auch zahlreiche Keramikfunde. Der letzte Abschnitt im Buch und im Vortrag beschäftigt sich mit der Tierwelt. 30 Tierarten sind bislang nachgewiesen, darunter Mausohrfledermaus, Höhlenflusskrebs und der augenlose Zwergfüßer.

Info Rainer Straub: Die Wimsener Höhle; 112 Seiten, 19,90 Euro, Thorbecke-Verlag, Ostfildern.

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