Beaupréau hat jetzt eine Bürgermeisterin

Neues aus Beaupréau: In der Partnerstadt tut sich Einiges - und auch die Münsinger sind mit dabei, nämlich wenn im August das 30-jährige Bestehen der Partnerschaft gefeiert wird. Auch in Beaupréau gibt es einen Neujahrs-Empfang. Der fand diesmal unter ganz neuen Vorzeichen statt.

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Neues aus Beaupréau: In der Partnerstadt tut sich Einiges - und auch die Münsinger sind mit dabei, nämlich wenn im August das 30-jährige Bestehen der Partnerschaft gefeiert wird.

Auch in Beaupréau gibt es einen Neujahrs-Empfang. Der fand diesmal unter ganz neuen Vorzeichen statt. Geladen hat Bürgermeister Gerard Chevalier nicht nur, wie in den Jahren zuvor üblich, die Gemeinderäte und Bürger der Stadt, sondern auch die der weiteren neun in der Nähe liegenden Gemeinden. Und er lud nicht ein als Bürgermeister von Beaupréau, sondern als neuer Bürgermeister der Stadt Beaupréau-en-Mauges, die es seit dem 15. Dezember gibt und deren Bürgermeister er ist.

Hintergrund: In einer Exzellenzinitiative der Mauges, dem Gebiet zwischen Nantes, Angers und Cholet, in dem Beaupréau liegt, haben sich in den vergangenen Jahren mehrere Gemeinde-Verbände zu Gesamtgemeinden zusammengeschlossen. Ziel ist es, Kräfte zu bündeln, um damit Wirtschaft, Handel und Tourismus voranzutreiben.

Eine dieser Gesamtgemeinden ist nun auch die Stadt Beaupréau-en-Mauges, die aus der alten "Communauté de Communes du Centre Mauges" (Gemeindeverband Zentrum Mauges) entstanden und 25 000 Einwohner hat. Dazu gehören neben Beaupréau Andrezé, Gesté, Jallais, La Capelle-Du-Genêt, La Jabaudière, La Poitevinière, Le Pin-en-Mauges, Saint-Philibert-En-Mauges und Villedieu-La-Blouère.

Im Dezember 2015 haben sie sich zu einer ersten konstituierenden Gemeinderatssitzung versammelt, und Gerard Chevalier zu ihrem Bürgermeister gewählt. Durch die Bündelung von finanziellen Mitteln und Dienstleistungen sollen die Wirtschaftskraft der Gemeinden erhöht und den Bürgern zahlreichere und bessere Angebote in allen Bereichen angeboten werden. Diese Initiative erinnert an die Mitte der 70iger Jahre in Baden-Württemberg durchgeführten Gemeindereformen. Allerdings bleibt wohl die Eigenständigkeit der einzelnen Teilgemeinden größer. Sie behalten ihr Rathaus, ihren Bürgermeister, ihre Gemeinderäte und die meisten der bisher gewohnten städtischen Einrichtungen und Dienstleistungen. Nur besondere Bereiche - zum Beispiel Finanzverwaltung, Städtebau, Kultur und Sport - werden zentral in Beaupréau-en-Mauges geregelt.

Beaupréau, als größte der zehn Städte, spielt dabei eine zentrale Rolle als "capitale" der Gemeinde-Fusion: Daher wurde dort bereits als Amtssitz für Bürgermeister Gerard Chevalier ein Rathaus gebaut.

Nachdem Chevalier, seither Bürgermeister von Beaupréau, zum Amts-Chef der neuen Gesamtstadt Beaupréau-en-Mauges gewählt worden war, musste der Gemeinderat einen Nachfolger wählen. Und mit großer Mehrheit fiel dabei die Wahl auf seine seitherige Stellvertreterin, Claudine Rabin; sie gehört dem linken politischen Lager an.

Was wird diese Städte-Fusion für Beaupréau bringen, was ändert sich, wie sieht die Zukunft aus? Darüber wurden die Bürger im Januar in einer Veranstaltung im Kulturzentrum "La Loge" informiert. Eine erste wichtige Änderung, die auch die Münsinger betreffen kann, ist die neue Postadresse. Wer von jetzt an einen Brief schreiben oder ein Päckchen in eine der Gemeinden der Gesamtstadt schicken will, muss beachten, dass nach Name und Straße des Empfängers der Name der Teilgemeinde stehen muss, anschließend die Postleitzahl 71480 und der Name der offiziellen Gesamtstadt.

Daneben wird es einige städtebaulichen Veränderungen in Beaupréau geben. Die drei größten und wichtigsten Projekte sind wohl zuerst der bereits fertiggestellte Bau eines neuen Rathauses für die Gesamtstadt. Dann ist man gerade dabei, das Kulturzentrum "La Loge", das viele Münsinger bereits gut kennen, zu renovieren und zu vergrößern. Außerdem steht ein Neubau für die Polizei auf einem etwa 7000 qm großen Gelände in der Nähe des Hotel-Restaurants "Logis d'Elbée" auf dem Plan und weitere Verbesserungen der Infrastruktur wie zum Beispiel behindertengerechte Zugänge zu den öffentlichen Gebäuden. Man kann also sagen, dass die Partnerstadt im Laufe der nächsten Jahre ihr Gesicht verändern wird.

Darüber wurde auch im Neujahrs-Empfang der Stadt diskutiert. Im Anschluss an die üblichen Reden, gab es in Beaupreáu einen "débat", eine Diskussion, in der Bürger ihre Fragen stellen dürfen, ihre Bedenken oder Beschwerden einbringen können.

Wie Pascal Marbeuf, Journalist bei der Ouest-France, betont, war dieser Teil des Abends "très animé", also sehr lebendig. Unter anderem, so Marbeuf, ergriff auch Gérard Liaigre das Wort. Er beschwerte sich über den Zustand des im Jahre 1986 anlässlich der Unterzeichnung der Partnerschafts-Urkunden geschaffenen "Place de Jumelage" in Beaupréau. "Damals haben wir diesen Platz gestaltet, um die Partnerschaft zu feiern! Und wie sieht der Platz heute aus? Elle est complètement à l'abandon - Er ist völlig verwahrlost!", so seine Ansicht.

Die beschwichtigende Antwort der für Stadtgestaltung und Straßenbau Verantwortlichen: Der Platz sei früher belebter gewesen, heute liege er in einem reinen Wohngebiet an wenig wichtiger Stelle. Man werde bis zur Partnerschaftsfeier mit Münsingen im Sommer (siehe auch Kasten unten), einen neuen Partnerschafts-Platz schaffen. Man werde "un endroit plus central, plus identitaire" finden, der belebter sei, zentraler liege und damit des Namens "Place de Jumelage" würdig sei. Die Münsinger werden es ja dann im August wohl in Augenschein nehmen können.

Fahrt nach Beaupréau

Münsingen und Beaupréau sind jetzt seit 30 Jahren Partnerstädte. Das wird gefeiert, und zwar vom 26. bis 29. August in Frankreich. Da wollen die Älbler natürlich mit möglichst vielen Münsingern dabei sein. Ab heute kann man sich für die Fahrt anmelden: Birgit Hartwig, Telefon: (0 73 81) 38 62, bw-hartwig@freenet.de

Gerlinde Wenger-Greve: Telefon: (0 73 81) 32 02, line.wengre@gem.de

SWP

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