Backkultur in alter Mühlenscheuer

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In der  Mühlenscheuer könnten bald Café, Schaubäckerei und Laden eingerichtet werden.  Foto: 

Die Gemeinde Gomadingen ist seit zehn Monaten stolzer Eigentümer der 1716 errichteten Mühle samt Scheuer im Ortskern. Bürgermeister Klemens Betz spricht von einem „Filetstück“, das nach und nach aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden soll. In diesem denkmalgeschützten Anwesen wurde bis Sommer 1978 gemahlen. Danach diente es bis Ende der 1980er-Jahre als Wohngebäude. Seither steht das große Haus an der Lauter leer. Noch in diesem Jahr plant die Verwaltung, den Vorplatz für rund 330 000 Euro erneuern zu lassen. Diesen Betrag hat die Kämmerin im aktuellen Haushalt eingeplant.

Laut Betz werden derzeit die entsprechenden Pläne ausgearbeitet, die dann im kommenden Monat dem Gemeinderat vorgestellt werden. Parallel dazu wurde bereits ein entsprechender Zuschussantrag gestellt. Betz hofft, Geld aus dem „Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum“ (ELR) zu bekommen, das Zuwendungen bis zu 40 Prozent der Baukosten vorsieht.

Auch muss der Gemeinderat noch dem Kaufwunsch der örtlichen Bäckerei Glocker zustimmen, die Interesse an der Mühlenscheuer bekundet hat. Mit dem Projekt „Backkultur aus Liebe zur Heimat“ plant Bäckermeister Klaus Dieter Glocker zusammen mit seinem Sohn Simon, dort „ein modernes und regionales Konzept“ umzusetzen.

Dank des sogenannten Leader-Programms bekommen die Glockers auch einen kräftigen Zuschuss für ihr Vorhaben (wir berichteten). Der Gomadinger Bäckereibetrieb plant, „ein modernes und regionales Konzept“ umzusetzen, um den Gomadingern und Touristen auch in Zukunft eine Einkaufsmöglichkeit im Ort anzubieten.

Glocker will seinen Laden in die Mühlenscheuer verlegen. Dort soll es dann „Dinge des täglichen Bedarfs“ sowie Back- und Konditoreiwaren zu kaufen geben. Außerdem plant der Bäckermeister ein Tagescafé sowie einen Landmarkt mit regionalen Lebensmitteln zu integrieren. Der Clou ist eine Schaubäckerei, die laut Glocker „das Bäckerhandwerk transparenter für die Kunden macht“. Zusätzlich sollen Backkurse „einen intensiven Einblick in die lange Tradition des Handwerks geben“. Wenn alles nach Plan läuft, beginnt Glocker im Herbst mit den Umbauarbeiten. Ende 2018 soll dann Einweihung sein.

Und was passiert mit der Mühle? „Vorerst noch nichts“, sagt Betz, der sich „in ferner Zukunft“ dort ein Mühlen-Museum vorstellen kann. Außerdem soll in den Räumen die römische Geschichte auf der Alb nachvollzogen werden können. Bekanntlich war das Kastell Gomadingen ein römisches Grenzkastell des Alblimes.

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