Auf der Spur von Eilhart

Zu Wolfgang Schildges Buch "Jahrhundertsturm" hat Heinz Baumeister auf Einladung der Volkshochschule in der "Post" in Zwiefalten Dias gezeigt. Dabei erhielten die Zuhörer Einblick in das 10. Jahrhundert.

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Heinz Baumeister (links) zeigte zu dem Buch "Jahrhundertsturm" von Wolfgang Schildge Dias von den Stationen der Romanfigur Eilhart von Hayingen. Foto: Waltraud Wolf

Aus einer Fülle von 60 000 Dias hat der Zwiefalter Heinz Baumeister Orte, Gebäude und Landschaften ausgewählt, die mit dem Leben der Romanfigur des Eilhart von Hayingen zu tun hatten, vor geschichtlichem Hintergrund von Wolfgang Schildge erschaffen.

Beide beleuchteten am Mittwochabend in dem reich bebilderten Vortrag die Zeit des 10. Jahrhunderts, das man auch das "dunkle" nannte, litten doch seit 894 große Teile Europas unter den Raubzügen der Magyaren. Im Frühjahr drangen sie ein und nahmen im Herbst nicht nur Güter, sondern auch Menschen als Sklaven mit.

Die dreifach gestaffelten Wälle, die sich auf Althayingen zum Lautertal hin neigen, haben Schildge zu Recherchen und dem Buch veranlasst und Baumeister nahm die Anwesenden anhand seiner Fotos mit auf die Erkundungstour Eilharts und eines Knechtes ins Lautertal, wo sie zwei Krieger besiegten und ein Mädchen aus der Gefangenschaft der Ungarn befreiten und mit nach Hayingen nahmen, Richinza, die zu Eilharts großer Liebe wurde. Sie gehörte einem höheren Stand an, was sich "gut auf seine Karriere ausgewirkt hat", wie Baumeister festhielt. In die Vergangenheit führten seine Dias nicht nur des geschichtlichen Hintergrundes wegen, sondern auch ob ihres eigenen Alters von bis zu 40 Jahren, die nicht zuletzt Veränderungen dokumentierten, im Straßen- und Brückenbau zum Beispiel, der Größe von Dörfern, der Vegetation - "ohne so viel Mais" wie heute.

"Hier müssen die Magyaren gelagert haben", kommentierte Baumeister ein Foto von Obermarchtal und schob eines mit Kettenhemden als Rüstung und Waffen ein. Im damaligen Marchtal bei den Welfen, die damals eine große Rolle spielten, erhielt der junge Eilhart seine Ausbildung. Auch Reutlingendorf gehörte zu den Stationen und die Thingstätte bei Mundingen, wo er einer Gerichtsverhandlung als Zeuge beiwohnte.

Hochzeit gefeiert wurde in Augsburg. Der einflussreiche Bischof Ulrich, ein Oheim der Braut, traute sie. Von seinem Bruder erhielt das Paar ein Lehen donauaufwärts im Brenztal, wo es sich der Pferdezucht widmete. Große Bedeutung hatte der Bodenseeraum für die Romanfigur und so waren Dias nicht nur von Konstanz zu sehen, sondern vor allem der Reichenau. Herzog Hermann hatte Eilhart dorthin eingeladen, nachdem sie sich in Ottobeuren kennengelernt hatten.

Welch profundes Wissen Baumeister nicht nur über die Geschichte von Zwiefalten hat, sondern weit darüber hinaus, blitzte parallel zu den Dias immer wieder auf, ergänzt um geschichtliche Daten von Wolfgang Schildge, dem in seinem Buch allerdings nicht nur die Historie wichtig war, sondern auch die Befindlichkeit junger Leute, die "in die Ernsthaftigkeit des Lebens gestoßen wurden."

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