Die Lecks in den Leitungen sollen gefunden werden

Undingen.  62 400 Kubikmeter Trinkwasser verabschieden sich jährlich aus dem Sonnenbühler Leitungsnetz in den Untergrund. Das soll sich nun ändern.

Den etwa 296 200 Kubikmetern Wasser, die sich 2009 auf den Wasserzählern der Sonnenbühler Haushalte bemerkbar machten, stehen rund 358 600 von der Gemeinde bezogene Kubikmeter gegenüber. Damit ergibt sich eine Verlustquote von 17,4 Prozent (Vorjahr 18,3 Prozent), die weit über dem landesweiten Durchschnitt von 10 Prozent liegt. Mit dem Wasser verabschiedet sich auch eine beträchtliche Summe Geld. Im vergangenen Jahr versickerte Wasser im Wert von 43 000 Euro.

Das Problem ist längst bekannt, soll nun aber genau lokalisiert werden. Als Ursache für den Wasserverlust werden "schleichende Leckagen" vermutet, so Ortsbaumeister Bernd Hummel. Beobachteter Lochfraß an den 40 Jahre alten Leitungen lege diese Diagnose nahe. Jetzt will die Gemeinde herausfinden, wo genau sich die betroffenen Leitungsteile befinden, um sie zu sanieren. Ein erster Schritt stellt hierzu die bessere Überwachung des rund 30 Kilometer langen Leitungsnetzes dar, das sich in verschiedenen Abschnitten über die vier Teilgemeinden erstreckt.

Die verschiedenen Zonen, mit einer Länge zwischen zwei und 13 Kilometern, werden von verschiedenen Hochbehältern gespeist. Und genau hier will Hummel ansetzen. Es sollen hier Abflussmesssysteme installiert werden, die den jeweiligen Ablauf besser kontrollieren. Bisher wurden allenfalls Stundenwerte gemessen. Mit der Erfassung minütlicher Werte sollen nun kurzfristige Schwankungen in verschiedenen Zonen ermittelt werden können. Dieser erste Schritt, hin zu einer besseren Kontrolle des Leitungsnetzes, lässt sich die Gemeinde 14 000 Euro kosten.

Als Dienstleister tritt die Bodenseewasserversorgung (BWV) auf den Plan. Sie stellt die Daten per Internet zur Verfügung, so dass von verschiedenen Orten auf die Werte zugegriffen und beispielsweise bei Rohrbrüchen rasch reagiert werden kann. Die BWV erhielt damit als günstigster Anbieter den Vorzug vor der EnBW und der Fair Energie. Hummel betonte, dass die Ablaufmessung an den Hochbehältern nur ein erster Schritt sei, dem weitere Arbeiten folgen müssten, denn: "Mit dem Einbau des Systems haben wir noch keinen Liter Wasser gespart."


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Autor: SIMON WAGNER | 31.07.2010

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