Alte Smartphones nicht daheim lagern

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Ein Platz in der Box: Ina Kinkelin-Naegelsbach und Markus Mörike werben für die zielgerichtete Entsorgung ausgedienter Smartphones, um wertvolle Rohstoffe weiter nutzen zu können.  Foto: 

Das Smartphone ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die meisten Menschen bieten ihrem „treuen Begleiter“ auch dann noch eine Heimstatt, wenn er durch ein aktuelleres Modell ersetzt wurde. Dann nämlich wandert das „veraltete“ Gerät in irgendeine Schublade und und bleibt dort liegen. Das jedoch ist der falsche Weg, denn in dem Technologiebündel stecken verschiedene, wertvolle Rohstoffe, die sich auf dem Wege des Recyclings wieder nutzbar machen lassen. Auf die Frage, wie das alte Handy überhaupt entsorgt werden kann, gibt es nun zumindest eine praktikable, unkomplizierte Lösung: Seit dieser Woche stehen sowohl im Tafelladen wie auch in der Diakoniestation in der Bismarckstraße jeweils eine Sammelbox der Kampagne „Mach mit – Handy Aktion“.

Das Forum Diakonie, ein Zusammenschluss Diakonischer Träger und Dienstleister in der Region, hatte sich zur Teilnahme entschlossen. „Wir wollen als lokale Akteure auch auf internationale Verflechtungen unseres Handelns aufmerksam machen“, erläuterte Markus Mörike, Dienstellenleiter des Samariterstifts in Grafeneck. Dazu gehört laut Mörike, darüber nachzudenken, welche Folgen das eigene Handeln für andere Menschen haben kann. So geht der Abbau von Rohstoffen, die bei der Fabrikation von Smartphones benötigt werden, nicht selten mit gravierenden Schäden für die Umwelt einher und führt immer wieder auch zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Damit geraten bei dem Ziel eines möglichst nachhaltigen Umgangs mit dem Smartphone sehr schnell die bei der Herstellung verwendeten, wertvollen Rohstoffe ins Blickfeld. Diese sind bei einer Endlagerung in der heimischen Schublade dem Wirtschaftskreislauf entzogen. Nach Schätzungen von Experten finden sich immerhin 100 Millionen ungenutzte Mobiltelefone in bundesdeutschen Haushalten. Unterm Strich entspricht dies 876 Tonnen Kupfer, 382 Tonnen Kobalt, 26 Tonnen Silber, 2,4 Tonnen Gold und 0,8 Tonnen Palladium.

Ziel der „Handy-Aktion“ ist es daher, diese Rohstoffe wieder nutzbar zu machen. Dazu wurden von einer landesweiten Initiative vieler kirchlicher und zivilgesellschaftlicher Organisationen sowie der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg und der Telekom Sammelboxen entwickelt. Diese können von interessierten Gruppen oder Einzelpersonen angefordert (siehe Info) und dann an Orten mit ausreichender Publikumsfrequenz aufgestellt werden. Die Sammelaktion will obendrein verhindern, dass Elektroschrott auf zwielichtigen Kanälen nach Afrika gelangt und dort unter fragwürdigen Bedingungen recycelt wird. Es geht jedoch nicht nur um die Sammlung der Altgeräte, sondern auch um ein Informationsangebot. „Für Schulen gibt es auf der Homepage ein umfangreiches Materialangebot“, sagte Ina Kinkelin, Leiterin der Diakonischen Bezirksstelle.

Die Rohstoffe aus den eingesammelten Smartphones werden in Kooperation mit der Deutschen Telekom Technik GmbH fachgemäß wiederverwertet. Im dortigen Handysammelcenter gibt es auch Rücksendeaufkleber, mit denen die mit Smartphones gefüllte Box auf dem Postweg verschickt werden kann. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der recycelten Rohstoffen werden Hilfsprojekte für Menschen in Afrika finanziell unterstützt.

Info Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.handy-aktion.de oder unter www.n-netzwerk.de – hier kann die eigene Aktion angemeldet werden und diese wird dann publiziert.

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