"Werden zeigen, was möglich ist"

Seit 45 Jahren besteht der Fanfarenzug der Kolpingfamilie Zwiefalten. Am Wochenende wird der Geburtstag groß gefeiert: Mit einem Konzertabend, anschließender Party und sonntäglichem Frühschoppen.

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"Das wird auf jeden Fall ein sportliches Wochenende", sagt Dirigent Marcel Ott. Denn der Kolping-Fanfarenzug hat sich zu seinem 45. Geburtstag einiges vorgenommen. Zunächst werden die Gastgeber bei einem Konzert am Samstagabend ab 19.30 Uhr einen "Streifzug durch unser Repertoire geben", wie es Ott ankündigt. Um dann die Bühne für das Fanfaren Corps Grün-Weiß Spay zu räumen. Die Gruppe aus der Nähe von Koblenz lernten die Zwiefaltener bei zwei Wettbewerben kennen. "Und dann haben wir sie spontan für unser Jubiläumsfest verpflichtet", erzählt der Fanfarenzug-Vorstand Johannes Bayer schmunzelnd.

Nach einer Pause werden anschließend der Trommlerzug Lindau Aeschach und der Fanfarenzug Daugendorf in der Rentalhalle aufspielen. "Das sind vier ganz unterschiedliche Typen von Fanfarenzügen", sagt Dirigent Ott. Als Kolping-Fanfarenzug fühlen sich die Zwiefaltener selbst der kirchlichen Musik verpflichtet, haben ihre Stücke aber mit den Jahren auch überarbeitet und wollen nun "zeigen, was möglich ist". Ott weiter: "Wir beginnen mit traditionellen Kirchenstücken, werden uns dann der Konzertmusik widmen und am Ende wird es dann ganz modern."

Eher traditionell ist dagegen das Corps aus Spay eingestellt, während der Trommlerzug Lindau-Aeschach musikalisch-mächtig auftreten wird. Der Spielmannszug wurde im vergangenen Jahr baden-württembergischer Landesmeister in der Kategorie "Drumcorps", in diesem Jahr folgte der Titel als deutscher Vizemeister. Der vor allem an der Fasnet orientierte Fanfarenzug Daugendorf wird zum Abschluss "eher lustige, lockere" Titel spielen, berichtet Ott. Stücke, die die perfekte Überleitung zur "After Show Party" sein sollen: Dann feiert der Fanfarenzug Zwiefalten bis in die späte Nacht mit der Tanzband "N-Joy" und Barbetrieb weiter.

Am Sonntag geht es dann eher zünftig zu: Um 11 Uhr werden die Gottesdienstbesucher vom Fanfarenzug Kisslegg in die Rentalhalle begleitet, in der zum Frühschoppen und späterem Mittagessen die Musikkapelle Zwiefalten aufspielen wird. Davor wird die Rentalhalle zunächst kräftig umgebaut: Denn dort werden zuvor auch die Musiker aus Spay und Lindau-Aeschach übernachtet haben.

Am Sonntagnachmittag soll es im Freien weitergehen. Auf dem Münsterplatz wird der Ring der Oberschwäbischen Fanfarenzüge aufspielen. "Acht Fanfarenzüge haben sich schon angemeldet", freut sich Johannes Bayer. Zunächst werden alle Züge bei ihrem Einmarsch einzeln aufspielen, anschließend vereinen sich die dann rund 200 Musiker und werden etwa eine halbe Stunde gemeinsam auftreten, ehe das Feierwochenende bei Kaffee und Kuchen in der Rentalhalle ausklingen wird.

Karten für das Konzert am Samstag-Abend sind im Vorverkauf bei der Kreissparkasse Zwiefalten sowie an der Abendkasse zu bekommen. Rund 350 Plätze gibt es, auf mindestens 300 Zuhörer hoffen die derzeit 68 Musiker des Fanfarenzugs Zwiefalten. "300 Besucher wären eine tolle Zahl", meint Bayer. Und wenn es weniger Gäste werden sollten? "Wir feiern auf jeden Fall."

Schließlich können Bayer, Ott und Co. auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken. Am 16. März 1969 beschloss die Kolpingfamilie auf ihrer 61. Jahreshauptversammlung die Gründung eines Fanfarenzugs. Unter den musikalischen Leitern Franz Hermanutz und Josef Raisle etablierte sich die Musikgruppe im Leben der Kolpingfamilie.

Aus der "spontanen und mutigen Entscheidung", die beim zehnjährigen Jubiläum Zwiefaltens damaliger Bürgermeister Karl Ragg lobte, entwickelte sich ein "ausgeprägtes Markenzeichen des musikalischen Zwiefaltens", wie es Raggs Nachfolger Hubertus-Jörg Riedlinger zum 25. Geburtstag des Fanfarenzuges 1994 formuliert hatte. Aber die Musik ist für die Schwarz-Orangenen nicht alles. "Der Fanfarenzug ist wie eine Familie. Mein Vater hat mich mitgenommen und ich bin in den Zug hineingewachsen", erzählt Ott.

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