„Hay-Fidelity“ singt Lieder für die Welt

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Der Hayinger Chor „Hay-Fidelity“ singt „Lieder für die Welt“.  Foto: 

Es war ein Abend mit vielen Gänsehautmomenten. Der Chor „Hay-Fidelity“ sang unter der Leitung von Manfred Zmeck für Frieden und Gerechtigkeit, für Hoffnung und Zuversicht. Auf wunderbare und außergewöhnliche Weise berührten die über 30 Sängerinnen und Sänger die Herzen der Besucher in der fast voll besetzten Kirche. Viele Stücke wurden auswendig und a-capella mit reinen und unbegleiteten Stimmen dargeboten, wunderbar einfallsreich, mal optimistisch und fröhlich, mal melancholisch und anrührend.

Mit „Rock my soul“ strömten sie singend in das dunkle Kirchenschiff ein und nutzten die ganze Akustik für ihre lebendige und begeisternde Musik. Die Bandbreite des stimmgewaltigen und tonsicheren Chores reichte von Gospel-Klassikern wie „Freedom is coming“, „Shout to the lord“ und „Jesus Christ“ bis hin zu Rock-Balladen wie „Africa“ von Toto, „The sound of silence“ von Paul Simon, „Angels“ von Robbie Williams und dem legendären „Hallelujah“ von Leonard Cohen.

Jedes Lied wurde mit tiefgreifender Überzeug und großer Tonsicherheit präsentiert, stets stand eine Botschaft im Vordergrund: „Die Erde gehört nicht dem Menschen, der Mensch gehört zur Erde“. So versteckte sich der Chor nicht hinter fröhlichen Weisen, sondern ging eindringlich Missstände ein, die Haut gingen. Der Chorgesang ließ die Erde schreien, die Küsten weinen und zu Gott rufen: „Was haben wir der Welt angetan? Was ist mit all dem Frieden, welcher Du Deinem einzigen Sohn versprachst? Was ist mit den Kindern, mit uns und mit der Zukunft? What about children, what about us, what about future?“.

Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, aber auch Zuversicht und der Wunsch nach Freiheit wurden ausgedrückt. Insbesondere im Lied „Dos Kelbl“, besser bekannt als „Donna Donna“,  kristallisierte sich ein Gegensatz von beflügeltem Klangerlebnis und Betroffenheit heraus. Das Lied entstand 1940 im Warschauer Ghetto und spiegelt die verzweifelte Situation der Juden wieder.

Doch „Wunder geschehn“, wie der Chor mit dem Lied von Nena Mut machte und damit ausdrückte, dass Glück nicht nur ein Geschenk, sondern ein Wunder ist. Immer wieder glänzten auch einzelne Sänger als Solisten, so wie Gitta Schwörer, Simone Kloker und Marion Erzberger bei Michael Jacksons brillantem Song „We are the world“. Der Chor richtete seinen Blick über den Horizont hinaus, führte Dialoge und sang für Frieden und Gerechtigkeit. „Frieden für die Welt, Frieden zwischen den Völkern, den Nachbarn und in den Familien. Damit im eigenen Haus Frieden herrscht, muss man ihn im Herzen finden“, lautete die Botschaft. Das Publikum ließ sich von jedem Lied mitreißen. Und so gab es nach dem letzten Stück „Dona nobis pacem“  kein Halten mehr. Der Chor hatte den enthusiastischen Applaus mehr als verdient. Schließlich verabschiedete er sich mit der schönen Zugabe „Heaven is a wonderful place“.

Am Ende des Konzerts wurde angekündigt, dass ein Teil der Spenden, die an diesem Abend eingegangen sind,  der Hospizgruppe Hayingen/Zwiefalten/Pfronstetten übergeben werden.

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