"Völlig in Ordnung"
Region. Lange Zeit galten sie als Retter in der Not, die Tankstellen, an denen man nachts Alkohol kaufen konnte. Seit 1. März ist Schluss damit, zumindest zwischen 22 und 5 Uhr. Die Reaktionen sind ganz unterschiedlich.
Bis zum 1. März, bestand kein Grund zur Panik für all diejenigen, denen mitten in der Nacht eingefallen ist, eine Spontanparty zu feiern. Die Rund-um-die-Uhr-Tankstellen, hatten alles, was man für die Party braucht. Orangensaft, Knabbergebäck und natürlich Alkohol in jeglicher Form vom Radler bis zum hochprozentigen Schnaps. Praktisch auch für den Ehemann, der den Hochzeitstag vergessen hat. Konnte er doch noch mitten in der Nacht ein Fläschchen Prosecco besorgen, um am Hochzeitsmorgen nicht mit ganz leeren Händen dazu- stehen. Dass diese Zeiten vorbei sind, findet Natascha Radosavljevic "voll blöd", auch wenn sie von sich behauptet, dass sie selbst nur ganz selten an der Tankstelle Alkohol kauft. Sie meint: "Wer Alk kaufen will, kommt so oder so an ihn ran, egal was für Gesetze kommen". Einfach praktisch fand sie die Möglichkeit des nächtlichen Alkoholkaufs immer dann, wenn eine Party angesagt war.
Stefan Mettang hingegen findet das Gesetz völlig okay. Er sagt: "Wer Alkohol trinken will, hat vor 22 Uhr genügend Zeit zum Einkaufen". Der 29-Jährige hofft, dass das Gesetz zum Schutze der Jugend dient, damit die Jugendlichen nicht mehr so schnell an den Alkohol kommen.
Mettangs Kollege Ralf Hikade hingegen betrachtet das neue Gesetz als Blödsinn, weil er sich sicher ist, dass der, der Alkohol kaufen will, ihn eben vorher kauft. Durch das neue Gesetz befürchtet er, dass in der nächsten Zeit einige Tankstellen, bei denen der nächtliche Alkoholverkauf eine Haupteinnahmequelle war, dicht machen werden.
"Gar nicht so schlecht" findet Franzi Köper das Gesetz, weil sie sich ernsthafte Sorgen um die Jugend macht. "Ich glaube, dass durch das Verkaufsverbot die Verlockung zum Alkoholkauf nicht ganz so groß ist". Selbst Erwachsenen würde es nicht immer leicht fallen der großen Verlockung standzuhalten. Jugendliche hätten es da unter anderem auch dem Gruppenzwang wegen viel schwerer.
Alkoholverkauf an Tankstellen findet David Adler grundsätzlich blöd, unter anderem weil er der Meinung ist, dass Autofahren und Alkohol nichts Gemeinsames haben. Er glaubt, dass der Autofahrer an der Tankstelle nicht nur nachts schneller zum Alkoholkauf verführt wird.
"Wenn überhaupt Alkohol, dann höchstens Bier aber kein Schnaps", so der 17-Jährige, dem das Gesetz eigentlich egal ist - er kauft nie Alkohol an Tankstellen. Da er keinen Alkohol trinkt, ist das neue Gesetz auch Florian Stahlberg im Grunde egal. Weil er aber vermutet, dass an verschiedenen Tankstellen Alkohol auch an Minderjährige abgegeben wird, findet er das generelle nächtliche Verkaufsverbot gut, denn so bestünde dann wenigstens zwischen 22 und 5 Uhr keine Gefahr mehr, dass Minderjährige nachts Alkohol kaufen können.
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Autor: SABINE ZELLER-RAUSCHER | 13.03.2010
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Natascha Radosavljevic findet das neue Gesetz "völlig blöd".
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