Rittergarde Sonnenbühl siegreich

Am Samstagabend flogen in Trochtelfingen nicht nur die Beine hoch, nein auch Tänzerinnen und Hexen waren in luftiger Höhe unterwegs. Zehn Gruppen tanzten um die Gunst der Jury.

TORSTEN POHLING |

Bereits zum 17. Mal richtet der Narrenverein Schrei-Au den Marsch- und Showtanzwettbewerb aus, so Narrenmeister Martin Scherer. Auch wenn es keinerlei runde Zahl ist, gab es doch eine kleine Neuerung: Die Gruppen wurden getrennt nach Marsch- und Showtanz gewertet. Praktisch hatte das die Auswirkung, dass es sieben Siegerplätze gab: Jeweils den ersten bis dritten in jeder Disziplin und einen Gesamtsieger. Kurioser Nebeneffekt: Die Gesamtsieger aus Sonnenbühl belegten keinen der drei vorderen Einzelränge.

Eingeleitet wurde der Abend von den Kleinen der Trochtelfinger Garde: Die kleine Prinzengarde, gefolgt von der mittleren, waren die ersten auf der Bühne. Klar, dass die Gastgeber außerhalb der Wertung auftraten. Pünktlich begannen sie ihr Tanzbein zu schwingen und gaben damit indirekt zwei Versprechen ab: Auch in den kommenden Jahren wird die Prinzengarde keine ernsthaften Nachwuchssorgen haben und weiterhin Auftritte höchsten Niveaus präsentieren.

Im ersten Teil standen die Märsche auf dem Plan. In bunten und fantasievollen Gardekostümen zeigten die Tänzerinnen ihr Können. Als erste Gruppe, welche an der Wertung teilnahm, kam die Narrenzunft Großengstingen. Die Reihenfolge wurde zuvor ausgelost und fand dann auch in der zweiten Runde Anwendung.

Moderator Steffen Guhl, innerhalb des Vereins für die Hallenfasnet zuständig, gab nicht nur die Gruppen bekannt, sondern begrüßte sie zusammen mit dem Publikum mit ihrem jeweiligen Narrenruf und mit einem immer wieder folgenden toi, toi, toi.

Es folgten die Garden der Narrenzünfte Inneringen, Steinhilben, Stetten, Gauselfingen, Ringingen, Rangendingen und Sonnenbühl. Diese acht traten nach eine Pause auch beim Showtanzwettbewerb an. Bei den Märschen folgten noch die Spaichinger und Betzinger Garden. Gab es bei allen artistische Einlagen und immer auch ein Spagat, zeigten die Tänzerinnen aus Sonnenbühl diese quasi in Zeitlupe und ließen sich ganz langsam zu Boden sinken.

Während die Guggenmusik der Narrenzunft Inneringen den Gästen eine lautstarke Abwechslung darbrachte, schwitzten die Juroren beim Auszählen und Ausrechnen der Plätze für den ersten Wettbewerbsteil. Die Jury setzte sich zusammen aus Manuela Steiner, selbst langjährige Gardetänzerin und Trainerin der Trochtelfinger Garde, Kerstin Armbruster, die ebenfalls jahrelange Gardetänzerin und Trainerin war, Kirstin Maier, aktive Tänzerin beim Tanzsportclub Astoria in Tübingen, Frank Gassner, aktiver Tänzer in der zweiten Bundesliga und Helmut Armbruster, Tanzlehrer beim Club Garfield und Leiter der Rock'n'Roll-Gruppe.

Im Showtanzwettbewerb hatten die Gruppen künstlerische Freiheit und so glich kein Programm dem Anderen. Die Großengstinger zeigten mit ihrer Tanzschule auf der Bühne, dass jeder tanzen kann und stellten dies unter den Titel "No Mercy - More Dance". Die Inneringer starteten mit knallbunten Kostümen zu einem "Flug in die Freiheit". Ein kleines Schauspiel boten die Steinhilber mit ihrem Programm "Die Liebe ist ein Spiel", in dem es vom Abiball direkt nach Las Vegas ging und dort auch noch geheiratet wurde. In den tiefen dunklen Wald zu "Ronja Räubertochter" entführten die Stettener. Ganz sanft begannen dafür die Gauselfinger Engel, wandelten sich dann aber schnell, denn es hieß "Im Himmel ist die Hölle los." Auch wenn die Tänzerinnen keinen Preis für sich ertanzen konnten, hätte es einen Wettbewerb der begeisternden Trainerinnen gegeben, hier wären die Sieger gewesen.

"Kleiner Schmetterling gib Acht - die Spinnen spinnen heute Nacht", war das Motto der Ringinger, die wild geschminkt die meiste Artistik auf die Bühne brachten. Bei den Rangendingern war es ein "Mädchen mit langem Haar", das den Mittelpunkt des Auftritts bildete. "Bei Nacht und Nebel" zeigten sich die Sonnenbühler. Als Hexen eroberten sie die Bühne und brauten einen Trank, aus dem eine wunderschöne "Jungfrau" entsprang. Am Ende schwebte die Oberhexe hoch oben auf ihrem Besen von der Bühne.

Um auch die zweite Rechenzeit der Juroren zu überbrücken, trat dieses Mal die Prinzengarde der Trochtelfinger auf und führte die Gäste in "Das Leben der Pandora".

Dann war es endlich so weit, die Sieger und Platzierten standen fest: Gesamtsieger wurde die Rittergarde Sonnenbühl. Bei den Märschen gewann Spaichingen, gefolgt von Ringingen und Rangendingen. Den besten Showtanz lieferten nach Meinung der Jury die Stettener, gefolgt von Ringingen und Inneringen. Narrenmeister Martin Scherer dankte den Gästen: "Sie waren ein tolles Publikum und Sie haben unsere Tänzer begeistert!". Er dankte auch DJ Martin Baisch, der für die musikalische Betreuung verantwortlich war und den Gästen noch bis in die frühen Morgenstunden einheizte. Allerdings erst nachdem die Siegerinnen ihren Tanz noch einmal vorgeführt hatten. Martin Scherer wies schließlich noch auf den nächsten Wettbewerb hin, der am 11. Februar 2017 stattfinden wird.

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