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Partnerschaft zwischen Stadt und dem ländlichen Raum

Die Stadtwerke Tübingen sind neuer Eigentümer des Solarparks auf der früheren Schießbahn beim Gewerbepark Haid. Rund 7,5 Millionen Euro wurden investiert. Gebaut wurde die Anlage von der Sinosol AG.

Autor: RALF OTT |
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Seit November 2010 schickt der Solarpark, der auf der ehemaligen Schießanlage des Standortübungsplatzes Engstingen von der Sinosol AG errichtet wurde, Strom aus Sonnenenergie ins Netz. Die Anlage hat eine Nennleistung von 2,72 Megawatt und produziert rund drei Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom aus Sonnenenergie pro Jahr.

Damit versorgt das Solarkraftwerk rund 750 Vier-Personen-Haushalte (bei einem Durchschnittsverbrauch von 4000 KWh) mit elektrischer Energie. Die größte derartige Anlage im Kreis Reutlingen liefert jetzt Öko-Strom in die benachbarte Unistadt. Die Stadtwerke Tübingen haben das Solarkraftwerk im Oktober vergangenen Jahres von der Sinosol AG gekauft und dafür rund 7,5 Millionen Euro investiert. "Damit eröffnen wir im Bereich der erneuerbaren Energien das vierte Großkraftwerk in der Region", sagte der Tübinger Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Tübingen, Boris Palmer bei der offiziellen Übergabe der Anlage am Dienstagnachmittag. Weitere Solarkraftwerke bei Hechingen und Horb sowie ein Wasserkraftwerk liefern den Tübingern Strom aus erneuerbaren Energien.

Insgesamt können damit 7500 Haushalte versorgt werden. Damit einher geht eine CO2-Einsparung von 3650 Tonnen. Derzeit erzeugen die Tübinger Stadtwerke 30 Prozent des Strombedarfs ihrer Tübinger Kunden in Eigenregie.

"Diesen Anteil wollen wir in den nächsten sieben Jahren auf 50 Prozent erhöhen", betonte der kaufmännische Geschäftsführer Ortwin Wiebecke. Unterm Strich stehen 50 Millionen Euro für Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien zur Verfügung, sagte Palmer.

Für den Ratschef ist der Kauf der Anlage durch die Tübinger Stadtwerke zudem ein "sehr schönes Beispiel für die Partnerschaft von Stadt und Land". Denn innerhalb der Tübinger Stadtgrenzen fehle es natürlich an Flächen, um erneuerbare Energien in diesem Umfang zu produzieren. Im Gegenzug profitiere die Gemeinde beziehungsweise der Gewerbepark wiederum von der Gewerbesteuer.

Die Akzeptanz der Energiewende steigt nach Einschätzung von Palmer durch die finanzielle Beteiligung der Menschen an den Anlagen. Daher sollen den Energiegenossenschaften der Region Neckar-Alb, wie zum Beispiel der "BürgerEnergie" Tübingen, Anteile an der Solaranlage angeboten werden. Die "BürgerEnergie" wurde vor vier Jahren von den Volksbanken Tübingen und Ammerbuch gegründet und nimmt auch Mitglieder auf, die nicht aus dem Landkreis Tübingen stammen.

Einer der Hauptgründe für die Kaufentscheidung war neben dem "technisch sehr guten Eindruck" die gute Einschätzbarkeit der Stromerträge nach dem zweijährigen Betrieb, berichtete Hanno Brühl, Leiter des vor gut zwei Jahren gegründeten, eigenständigen Fachbereichs Erneuerbare Energien bei den Tübinger Stadtwerken.

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