Neue Schwimmhalle und Verkehr

Riedlingen.  Fast auf die Minute genau drei Stunden dauerte die Bürgerversammlung am Montagabend in Riedlingen. Und das obwohl keiner der rund 50 Anwesenden Fragen stellte. Sechs Themenbereiche standen im Mittelpunkt.

In der Bürgerversammlung wurden sechs Themenbereiche beleuchtet, wobei Bürgermeister Hans Petermann alle Mitarbeiter der Stadt mit einbezog. Stadtkämmerer Klaus Jäger stellte den Haushalt 2012 vor. Er erklärte Zusammenhänge und ließ die Riedlinger schließlich wissen, dass zwar der städtische Haushalt schuldenfrei ist, es für die Bevölkerung dennoch eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1688,18 Euro zum Jahresende geben wird, resultierend aus dem Wasser- und dem Abwasserwerk und Riedlingen damit erheblich über dem Landesdurchschnitt liege. Petermann begründete dies damit, dass es keine Zuschüsse mehr für Investitionen in diesem Bereich gibt, zu denen die Kommune aber gezwungen werde.

Bettina Neuburger unterstützte ihn bei der Bewerbung der Bauplätze in der Gesamtstadt. Beide wiesen dabei auf den Kinderbonus hin, der beim Kauf eines städtischen Grundstückes gewährt wird. Nicht nur hier wurde Riedlingen als herausragender Bildungsstandort genannt, sondern auch im Hinblick auf das Betreuungsangebot, von der Kinderkrippe über altersgemischte Kindergartengruppen bis zur verlässlichen Grundschule. Es war der Part von Anita Missel.

Ebenfalls mit dem Bauen und attraktiven Ortschaften zu tun hatte der Beitrag von Stadtbaumeister Johann Suck über Baulückenkataster, einhergehend mit einem Flächenmanagement, um innerörtliche Potenziale für eine künftige Bebauung zu nutzen, zum Beispiel auch für familien- und/oder altersgerechtes Wohnen.

Dazu passte auch das Thema der Stadtsanierung in der Kernstadt. Zum wiederholten Male machte das Stadtoberhaupt dabei auf den Zusammenhang von Einzelhandelskonzept und Bewilligung von Mitteln aufmerksam. Der Auflistung von gelungenen öffentlichen Gebäudesanierungen, wie Mühltörle und Kapuzinerkloster folgte die Aussicht auf Sanierung, beziehungsweise Erneuerung von vier Gebäuden in der Haldenstraße. Auf der Fläche Oststadt/Bahnhof wolle man eine Verbesserung der Infrastruktur erreichen und vor allem Gewerbetreibende anziehen. Sabrina Endress von der Stadtkämmerei informierte über die verschiedenen Fördermöglichkeiten für private Investoren in der Stadtsanierung.

Bürgermeister Petermann zeigte sich überzeugt, dass sich bei einer früheren Verkehrsentlastung gerade in der Gammertinger- und der Weilerstraße Investoren gefunden hätten, um Gebäude zu richten und war damit nicht weit weg von dem großen Thema Gesamtverkehrsplan, bei dem er bis zum Jahr 1950 zurückging, als noch der gesamte Verkehr um den Stock führte und es eine Freihaltetrasse gab für eine Nordwestumfahrung. Er erinnerte an die Überlegungen des Bundes, eine Autobahn zu bauen, den Bau der Nordtangente dank eines Sonderprogramms und leitete dann zur Kernstadtentlastungsstraße über mit allen ihren Schwierigkeiten und die jetzige Beschränkung auf die planfestgestellten Bahnüberführungen und die angestrebte Südumfahrung der historischen Altstadt. Der neue Tiefbauamtsleiter Peter Dorn stellte fest, dass die Stadt eine "Planungsodyssee" hinter sich habe und es "fast keinen Quadratmeter mehr in der Stadt gibt, der nicht untersucht worden ist". Auch er warb um Akzeptanz für die Eisenbahnkreuzungsmaßnahmen und brachte hierbei die Donautalbahn mit ins Spiel. Obwohl eine ganze Reihe von Mitgliedern der Bürgerinitiative gegen die Südumfahrung im Publikum saßen, gab es auch hierzu weder Fragen, noch Klagen oder Anregungen.

Auf Wunsch von Stadtrat Roland Uhl stand das Thema Schwimmhalle auf dem Programm. Stadtbaumeister Johann Suck zeigte die Überlegungen an verschiedenen Standorten auf, die zu der Entscheidung führten, sich auf die Fläche beim Kreisgymnasium zu konzentrieren, wo einst das Manopp-Haus stand. Sein Abbruch, aber auch die Erstellung eines gemeinsamen Blockheizkraftwerkes von Landkreis Biberach und Stadt, das Kapazität für eine Schwimmhalle habe, nannte Bürgermeister Petermann als erste Schritte. Von der Verwirklichung aber sei man noch weit entfernt. Der Landkreis habe seine Beteiligung signalisiert, doch habe er nicht - wie bei der Kampfbahn C - umliegende Gemeinden für eine Mitfinanzierung gewinnen können. Wenn gebaut würde, dann "ohne Schnickschnack", sondern lediglich eine Halle für vier oder höchstens fünf 25-Meter-Bahnen. Die Hoffnung in Richtung Fachförderung richtet sich jetzt gen Stuttgart und die neue Landesregierung. Mit ins Boot nehmen will man den Schwimmbadförderverein, der bislang 132 000 Euro gesammelt hat. Zudem soll ein namhaftes Bauunternehmen eine Bausumme nennen, damit man wisse, in welchem Kostenbereich man sich bewege.


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Autor: WALTRAUD WOLF | 08.02.2012

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