Gedenkstätte für Werner Dürrson

Riedlingen.  Mitte April wird die Werner-Dürrson-Gedenkstätte im ehemaligen Kapuzinerkloster in Riedlingen eingeweiht. Sie erinnert an einen bedeutenden Autor, seine Biografie und sein literarisches Werk.

Am 17. April 2008 ist Dr. Werner Dürrson gestorben, der von 1983 an im Schloss in Neufra lebte, einem Teilort von Riedlingen. Einen Tag vor seinem Tod gründete er eine auf seinen Namen lautende Stiftung, der sein Schriftstellerkollege Professor Dr. Volker Demuth vorsteht. Die "Bewahrung des literarischen Werks", aber auch die "Pflege des Andenkens" sind ihre Anliegen. Von Anfang an dachte man dabei an die Einrichtung einer Gedenkstätte. Genau drei Jahre nach seinem Tod wird sie jetzt an die Öffentlichkeit übergeben, ermöglicht durch die Bereitschaft der Stadt Riedlingen, im einstigen Kapuzinerkloster einen Raum innerhalb der Stadtbibliothek zur Verfügung zu stellen, die finanzielle und konzeptionelle Unterstützung der Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden Württemberg, die 16 500 Euro beitrug, und vor allem die Stiftung selber, die - auch dank Sponsoren - 14 500 Euro aufbrachte. Viel Arbeit bei der Erfassung und Zusammenstellung der Ausstellung hat Demuth geleistet.

Vom Riedlinger Gemeinderat mit dem Raumkonzept beauftragt worden war der junge Architekt Zlatko Antolovic. Ihm war es ein Anliegen, die Vielschichtigkeit Dürrsons deutlich zu machen, zu der neben der Sprache auch Musik gehört. Die Stiftung wird "wichtige und wertvolle Gegenstände aus dem Nachlass Werner Dürrsons" in die Gedenkstätte einbringen. Dazu gehören Mobiliar wie der Schreibtisch, die Arbeitsbibliothek, aber auch Originalhandschriften und -manuskripte Dürrsons. Stolz ist der Stiftungs-Vorsitzende, Briefe von Hermann Hesse oder Martin Walser präsentieren zu können. Bilder moderner Klassiker wie Erich Heckel, Max Ernst oder HAP Grieshaber werden den Raum schmücken. Ein mit Schrift versehenes Porträt macht den Gewürdigten lebendig.

Neben der Person Werner Dürrsons "mit ihrer besonderen Biografie" und dem "öffentlichen Autor" finde auch der Literaturzusammenhang und der Zeitkontext Beachtung, hält Demuth fest. Die Ausstellung führe an Literatur heran und lade die Besucher zur unmittelbaren Beteiligung ein. Ein Medienportal ermögliche thematische Vertiefungen. Das mache diese Ausstellungsstätte zu einem "reizvollen, gewinnbringenden Angebot für Schulklassen", betont der Vorsitzende der Stiftung, der sich freuen würde, wenn sich Personen dazu berufen fühlten, Schulklassen oder andere Interessierte durch die Gedenkstätte zu führen, die ansonsten zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek zugänglich ist.

Mit ihr wird "ein über Deutschland hinaus renommierter Autor, dessen Werke in mehrere Sprachen übersetzt und mit hochrangigen Preisen ausgezeichnet wurden, im Gedächtnis der Öffentlichkeit gegenwärtig gehalten", freut sich Demuth. Seine Gedichte und Geschichten fänden sich in den repräsentativen Darstellungen der deutschen Literatur wie in Schulbüchern. Gewürdigt werden solle aber auch der Schriftsteller, der vom Bodensee nach Neufra zog. "Denn trotz der europäisch ausgreifenden Wirkung ist Werner Dürrson ein Autor gewesen, der sich literarisch sehr genau und einlässlich auf den Ort bezogen hat, an dem er lebte." Ein bedeutender Teil seines Gesamtwerks sei in Neufra entstanden, erklärt Dr. Demuth.

Der Stiftungs-Vorsitzende zeigt sich überzeugt von der positiven Wirkung der Werner-Dürrson-Gedenkstätte für die Stadt Riedlingen, das Land Baden-Württemberg und darüber hinaus.

Sie werde wesentlich zur Attraktivität der Region beitragen und sich zusammen mit dem Ernst-Jünger-Haus, das nach seiner Sanierung am 30. März wiedereröffnet wird, der Sebastian-Sailer-Gedenkstätte in Obermarchtal und dem Wieland-Museum in Biberach "zu einem einmaligen Kulturprofil entwickeln und touristisch darstellen lassen".


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Autor: WALTRAUD WOLF | 19.03.2011

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