Den Tourismus in den Köpfen verankern
Sonnenbühl. Um den Tourismus als Wirtschaftsfaktor ging es in einem Vortrag von Bettina Peters. In der Diskussion stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, warum Sonnenbühl nicht zum Biosphärengebiet gehört.
Rund 60 Zuhörer folgten der Einladung der Demokratischen Bürger Sonnenbühl ins Ristorante Bärenhöhle.
Die Bärenhöhle, mit all den umgebenden Attraktionen, stelle gewissermaßen "das Herz" des Sonnenbühler Tourismus dar, so der stellvertretende Vorsitzende Sven Heinz, ganz bewusst habe man es deshalb als Veranstaltungsort gewählt. Durch den Tourismus erschlossen sich in der Gemeinde Arbeitsplätze und Einkommensquellen, die es vorher nicht gab. "Lange Zeit sicherte der Tourismus diese Arbeitsplätze. Dies soll auch in Zukunft so bleiben", betonte Heinz.
Was der Tourismus tatsächlich für eine Kommune oder eine Region bringt, ist hingegen schwer messbar. Nachweislich profitiert nicht nur das Gastgewerbe, sondern auch der Dienstleistungssektor und der Einzelhandel. "Diese auf den ersten Blick nicht erkennbaren Verflechtungen werden vielerorts unterschätzt", so Heinz.
Der Verein Demokratische Bürger Sonnenbühl ist vom Potenzial, das in der Gemeinde und auch in der gesamten Region, als "Ausflugs- und Ferienregion" steckt, überzeugt. Man betrachte den "Tourismus" als politische Aufgabe und Herausforderung, der man sich gerne stellen wolle. "Als besonders wichtigen Schritt dorthin sehen wir es an, den Tourismus als bedeutsamen Wirtschaftsfaktor "in den Köpfen" der bürgerlichen Gesellschaft und in den politischen Gremien zu verankern", hob Heinz hervor. Tourismusexpertin Bettina Peters verdeutlichte die Wichtigkeit der Tourismusbranche in einem Vortrag mit Zahlen. So stelle Sonnenbühl rund zehn Prozent der Übernachtungsgäste im Landkreis.
Zudem stellte Peters Projekte und Ideen für Sonnenbühl vor, etwa Marketingstrategien zu erarbeiten oder Alleinstellungsmerkmale zu schaffen. Etliche Bürger nutzten die Gelegenheit, direkt an Bettina Peters ihre Fragen zu stellen. Von Interesse waren Fragen, weshalb Sonnenbühl nicht Teil des zusammenhängenden Biosphärengebiets geworden ist. Bürgermeister Uwe Morgenstern führte aus, dass diese Entscheidung während der Dienstzeit seines Amtsvorgänger Gerrit Elser gefallen sei. Der damalige Gemeinderat Otto Rempfer warf ein, dass die Frage nach einem Beitritt nie auf der Tagesordnung gestanden habe. Der damalige Bürgermeister habe keinen Sinn in einem Beitritt gesehen.
Auch wurden direkte Fragen zu Werbestrategien und Konzepten für die optimale Vermarktung der Region gestellt.
Sonnenbühls Bürgermeister im Ruhestand, Dieter Winkler, mahnte zu Vorsicht und warnte vor vorschnellen Entscheidungen. Die vor Ort bereits geschaffene touristische Infrastruktur dürfe nicht dem Rotstift zum Opfer fallen. Nicht in Schuss gehaltene Einrichtungen würden selbst langjährige Stammgäste vergraulen. Die vorhandene Infrastruktur gelte es zu erhalten.
Heinz bedauerte, dass die Bedeutung des Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor und das Potenzial der Region noch nicht überall angekommen zu sein scheint. Selbst in den kommunalen Gremien bedürfe es immer wieder einer immensen Überzeugungsarbeit für den Tourismusbereich. Auch in Sonnenbühl geraten einzelne touristische Einrichtungen, wie das Ostereimuseum oder die Kurgartenanlage, immer wieder hinsichtlich Sinnhaftigkeit und Nutzen in rege Diskussionen. Leider werden dabei die von Bettina Peters aufgezeigten positiven Auswirkungen und Verflechtungen in andere Bereiche vielfach verkannt.
Der Tourismus sei ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor, ein "Beschäftigungsmotor" für die Gemeinden. Doch läuft dieser, wie jeder andere Motor, nicht von alleine. Nichts geht, ohne zuvor in diesen Bereich zu investieren.
Manche Städte und Kommunen müssen sich ihrer tragenden Rolle dabei erst noch bewusst werden. Tourismus macht nicht an Verwaltungsgrenzen Halt. Zu begrüßen wäre künftig aus unserer Sicht eine noch engere Zusammenarbeit und ein Austausch der Städte und Gemeinden untereinander, sowie mit den Tourismusvereinen, Mythos Schwäbische Alb und den regionalen Anbietern von touristischen Leistungen.
"Tourismus ist kein notwendiges Übel. Tourismus ist eine Chance. Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Herausforderung, die es gemeinsam zu meistern gilt. Das muss noch in manche Köpfe", verdeutlichte Sven Heinz abschließend.
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Autor: SWP | 22.01.2011
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Der Tourismus ist ein enormer Wirtschaftsfaktor. Sonnenbühl, hier im Bild ist der Ortsteil Erpfingen zu sehen, hat einiges zu bieten, etwa das Ostereimuseum oder die Bärenhöhle. Foto: Archiv
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