1000 Meter Stahlbeton

Letzte und größte Maßnahme an der Donau: Dort, wo Tanja Gönner 2010 die Hochwasserschutzmaßnahmen in Riedlingen einläutete, feierte gestern Regierungspräsident Hermann Strampfer die Fertigstellung.

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Die Sonne lachte über Riedlingen und das Wasser in der Donau plätscherte friedlich dahin, als man sich zur Übergabe der fertiggestellten Maßnahme des Landes für den örtlichen Hochwasserschutz in Riedlingen bei der neuen Markthalle traf. Ende April 2010 hatte die damalige Umweltministerin Tanja Gönner den ersten Baggerbiss dafür erledigt. Die Maßnahme ist die letzte an der Donau und gleichzeitig die größte, ließ Strampfer wissen. Drei Millionen hat das Land bislang investiert, eine weitere Million wird mit dem Umbau der Rauen Rampe und der Erneuerung der Holzbrücke noch in diesem Jahr angelegt. Die Stadt muss sich zu 30 Prozent an den Kosten beteiligen. Das Land konnte 80 Prozent ihrer Aufwendungen aus dem Konjunkturprogramm finanzieren.

Regierungspräsident Hermann Strampfer unterstrich die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten und bezog darin insbesondere auch die Anwohner mit ein. Er erinnerte an Hochwasserereignisse, wie jenes von 1990 in Riedlingen, welche die Planungen zum Hochwasserschutz intensiviert hätten. Basierend auf einer Risikoanalyse und einer Kosten-Nutzen-Abschätzung habe man sich - ergänzt um örtliche Maßnahmen - für ein Hochwasserrückhaltebecken in Wolterdingen entschieden. Dies allein würde im Hochwasserfall die Wasserspiegelhöhe in Riedlingen um bis zu 25 Zentimeter reduzieren, hörten die Festgäste. Strampfer erinnerte an frühere Maßnahmen wie die Aufweitung der Donau flussabwärts, die Überleitung am Altheimer Wehr, Deicherhöhungen im Oberried und Pumpwerke.

800 Meter Deiche, 1000 Meter Stahlbetonmauern, 100 Meter mobile Wände und umfangreiche Gewässeraufweitungen umfassen die jetzige Maßnahme, an der zwei Jahre gebaut wurde. 40 000 Kubikmeter Erdmasse wurde bewegt. Ein Uferpfad entlang der Donau wurde angelegt. Mit mobilen Elementen können die 39 Durchgänge geschlossen werden, eine Aufgabe von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk.

Als Beispiel der ökologischen Maßnahmen nannte Strampfer die Verbreiterung des Flussbettes und die Uferrenaturierung des Hochwasserkanals über 1,3 Kilometer, mit Auswirkungen auf das Naturschutzgebiet "Ofenwisch". Damit sich die Mauern und Deiche besser ins Stadtbild fügen, wurden 40 Bäume und 170 Sträucher neu gepflanzt. Was noch aussteht für die Beherrschung eines hundertjährlichen Hochwassers sind die städtischen Maßnahmen; vor allem im Ober- und Unterried. Bezüglich der Förderung durch das Land gibt es dafür eine Vereinbarung bis 2014, erläuterte Strampfer.

Fünf Millionen Euro stehen an Kosten dafür an. Dabei, so Riedlingens Bürgermeister Hans Petermann, sei noch nicht sicher, ob die Kosten der Binnenentwässerung in vollem Umfang dem Hochwasserschutz zugeordnet werden könnten. Für die 30-prozentige Förderung wäre dies jedoch notwendig. Und: Mit der Erhöhung der Schutz- und Leitdämme für 2,4 Millionen könne erst begonnen werden, wenn der Landtag die Rahmenbedingungen für die Heranziehung der Grundstückseigentümer zum Vorteilsausgleich festgelegt habe. Die ehemalige Umweltministerin Tanja Gönner habe dies für 2012 zugesagt. Petermann sagte, das sei zwingend notwendig. Der Gemeinderat sei zwischenzeitlich bereit, den hochwassergefährdeten Grundstückseigentümern ein Solidaropfer abzuverlangen. Dazu brauche man aber einen rechtlichen Rahmen. "Wir können und wollen nicht das Versuchskaninchen für jahrelange Prozesse im Land sein."

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