10 Millionen Reichsmark als Porto

"Buchauer Bähnle" und das "Öchsle" zum Abstempeln: Am Samstag dürfen die Herzen von Briefmarkensammlern höher schlagen. Bei einer Ausstellung in Riedlingen gibts einen Sonderstempel der Post AG.

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  • Mit Ansichtskarten entführt Jürgen Berger in das Riedlingen von anno dazumal. Dies ist seine älteste Karte, sie stammt aus dem Jahr 1898. Foto: Privat 1/2
    Mit Ansichtskarten entführt Jürgen Berger in das Riedlingen von anno dazumal. Dies ist seine älteste Karte, sie stammt aus dem Jahr 1898. Foto: Privat
  • Vorsitzender und Jugendgruppenleiter Christian Helfert. Foto: W. Wolf 2/2
    Vorsitzender und Jugendgruppenleiter Christian Helfert. Foto: W. Wolf
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Der Sonderstempel zeigt die als "Buchauer Bähnle" bekannt gewordene Tssd Schmalspurbahn und er wird von einer Sonderpostfiliale nur an diesem 8. September von 10 bis 17 Uhr eingesetzt. Zudem ist er als Motivstempel etwas ganz Besonderes.

Auch Briefmarken gibt es bei der Ausstellung des Briefmarkensammlervereins Riedlingen im Kaplaneihaus bei der Kirche zu kaufen. Er hat sogar eigene 55-Cent-Briefmarken drucken lassen und zwar mit dem "Buchauer Bähnle" und dem "Öchsle" als Motive. Das große Interesse dort gebührt Briefmarken- und postgeschichtlichen Sammlungen. Gewürdigt werden dabei am "Tag der jungen Briefmarkensammler" Sammlungen des Nachwuchses, wie die prämierten über Dinosaurier und Römer.

Die Riedlinger Jugendgruppe, die seit acht Jahren besteht und damit drei Jahre länger als der Briefmarkensammlerverein der Erwachsenen, zeigt unter anderem die "Weihnachtsgeschichte", die sie in den vergangenen zwei Jahren zusammengetragen hat. 36 Blätter mit Motiven von der Verkündigung bis zur Geburt Jesu und den Heiligen Drei Königen sind zu finden. Die Jugend lädt am Samstag zu verschiedenen Aktionen ein, wie um 14 Uhr zu einer Postrallye in der Innenstadt, bei der alle historischen Stellen abgeklappert werden, die mit der Post von anno dazumal zu tun hatten, wie zum Beispiel die Posthalterei von 1682.

Spiele und Theater gibts im Familienzentrum in der Sankt Gerhard Straße, wo sie sich monatlich trifft. Der Fußweg zwischen Ausstellung im Kaplaneihaus und Jugendaktion im Familienzentrum wird mit Briefmarken "gepflastert".

Vorsitzender und Jugendgruppenleiter Christian Helfert spannt bei der Ausstellung mit seiner Sammlung "330 Jahre Riedlinger Postgeschichte" einen Bogen von den Anfängen der Riedlinger Post bis zum heutigen Brieftransport. Reitende Boten und Postkutschen lösten die Boten zu Fuß ab. Zunächst handschriftlich wurde vermerkt, wo die Post abgegangen ist. Manche Briefe wurden an jedem Durchgangsort gestempelt. Da kamen dann schon einmal sechs, sieben, acht oder neun zusammen, berichtet Helfert. Und wenn der Brief sein Ziel nicht erreichte, ging er wieder zurück, was ebenfalls genau dokumentiert wurde.

Als "kleines Steckenpferd" bezeichnet Helfert seine Sammlung an Inflationspost. Mit 50 20-Mark-Briefmarken ist der Brief eines Finanzamtes frankiert. Spitzenreiter mit einem Porto von zehn Millionen Reichsmark ist ein Brief vom Oktober 1923. Auch vier Narrenstempel mit dem Gole und dem Boppele hat Helfert in seiner Sammlung.

Jürgen Berger zeigt beschriftete und versandte Ansichtskarten mit Motiven aus Riedlingen aus seiner etwa 100 Exemplaren umfassenden Sammlung. Die älteste Karte stammt aus dem Jahr 1898. Am häufigsten abgebildet ist das Donauwehr. Begegnen kann man auf den Karten Marktplatzansichten mit Geschäften, die schon lange nicht mehr existieren. Und Innenansichten der Kirchen zeigen, welche Veränderungen von der Zeit der Aufnahme bis heute vorgenommen worden sind.

Berger sammelt seit 30 Jahren Briefmarken, alten Ansichtskarten widmet er sich erst seit zweieinhalb Jahren. Sein Interesse daran wurde durch eine Sammlung seines Onkels geweckt und als er über eine Karte "stolperte", die ihn faszinierte, machte auch er sich auf die Suche und wurde bei Messen, Flohmärkten und im Internet fündig.

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