Wider die Barrieren auf der Straße und im Kopf

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Raus aus den vier Wänden des Klassenzimmers hieß es am Donnerstag für die Siebtklässler der Gemeinschaftsshule Vordere Alb in Böhringen. Eine ganz spezielle Unterrichtsstunde war in der Aula anberaumt worden. Der Grund dafür hatte sehr wohl mit dem Thema zu tun, um das es an diesem Tag ging: Inklusion.

Nach Aussage von Schulleiter Jörg Bizer hätte man die Stunde schon ganz gerne in einem Klassenzimmer abgehalten, doch da in Nanette Peithmann und Christine Fuchs zwei Rollstuhlfahrerinnen eingeladen waren, „wurden uns da klare Grenzen gesetzt“. Sie waren geladen als zwei Vertreterinnen des Kreiskompetenzteams zusammen mit dem Kreisbehindertenbeauftragten, Marc-Oliver Klett. Der Komplex „Inklusion“ ist Teil des Gesamtthemas der Gesamtschule Vordere Alb „soziales Engagement“.

Geleitet wurde die besondere Schulstunde von der Leiterin der Geschäftsstelle Inklusionskonferenz, Susanne Blum. „Wir kümmern uns“, so Susanne Blum, „um den Abbau von Barrieren.“ Menschen mit Behinderungen sehen sich den verschiedensten Barrieren gegenüber, so Blum. „Sie können“, sagt sie, „ganz viele so genannte normale Dinge nicht tun, weil sie die Barrieren daran hindern.“ Da sind die baulichen Barrieren für Rollstuhlfahrer. Als Negativbeispiel nennt Susanne Blum den Metzinger Bahnhof. Es gibt beispielsweise Probleme für Blinde und Gehörlose im Kino und vieles mehr.

Neben all diesen Hindernissen gibt es laut Blum aber auch Barrieren im Kopf. „Es geht darum“, so Blum weiter, „umzudenken.“ Etwa wenn es darum geht, eine Arbeitsstelle zu besetzen. Da müssten die Verantwortlichen bei den Unternehmen bereit sein, sich auf das Thema Inklusion einzulassen. In der Folge haben sich die Schüler in Arbeitsgruppen auf den Besuch von Landrat Thomas Reumann und Bürgermeister Matthias Winter vorbereitet. Es galt, sich Fragen zu überlegen. Denn gerade der Landkreis Reutlingen engagiert sich stark in Sachen Inklusion, weshalb Reumann sein Kommen gerne zugesagt hatte.

So ging denn auch gleich die erste Frage an den Landrat, nach dem Warum dieses Engagements. „Jeder Mensch“, so Reumann, „hat ein Recht auf Teilhabe. Und wir als Landkreis wollen dazu beitragen, allen Menschen die gleichen Rechte und Chancen einzuräumen.“

Gleiches wurde auch Bürgermeister Matthias Winter gefragt, der daraufhin betonte, dass die Gemeinde Römerstein bei allem, was sie tut,  überlege, ob sie alle Aspekte der Inklusion wie etwa die Barrierefreiheit mit bedacht hat.

Nachdem noch die eine oder andere Frage an Marc-Oliver Klett, Nanette Peithmann und Christine Fuchs gestellten wurde, gingen die Schüler am Nachmittag hinaus in die Teilorte, um gewisse Stellen und Gebäude auf ihre Barrierefreiheit zu überprüfen.

Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört. Egal wie er aussieht, welche Sprache er sprichst oder ob er eine Behinderung hat. Jeder kann mitmachen.

Wenn jeder Mensch überall dabei sein kann, am Arbeitsplatz, beim Wohnen oder in der Freizeit, ist es Inklusion. Wenn alle Menschen dabei sein können, ist es ganz normal, verschieden zu sein.

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