Von bewegten und bewegenden Zeiten

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Am 14. Oktober feiert der Albverein sein 125-jähriges Jubiläum. Doch bereits an diesem Wochenende gibt es im Zillenhart-Saal eine Ausstellung, die gestern von den Vereinsmitglieder aufgebaut worden ist.  Foto: 

Die 1950er-Jahre waren spektakulär für den Dettinger Albverein, aber auch für den gesamten Ort: Das Hörnle sollte für eine Million Mark verkauft werden, die Naturschützer stemmten sich dagegen. Auch der Albverein kämpfte für den Erhalt des Höhenrückens, aus dem ein Steinbruch werden sollte, berichtet die heutige Vertrauensfrau Christel Kleih. Die  Umweltschützer setzten sich durch, ein Bürgerentscheid wurde eingeleitet und das Hörnle erhalten. Der Albverein verlor im Zuge der Querelen aber seinen damaligen Vorsitzenden: Der hatte in einer hitzigen Debatte Äußerungen getan, für die er angegriffen wurde, daraufhin habe er „den Bettel hingeschmissen“, berichtet Kleih. Das, so blickt sie zurück, war die spannendste Zeit in der Vereinsgeschichte.

Aus den Anfangszeiten hingegen sind leider kaum noch Unterlagen überliefert, ebenso wenig aus der NS-Zeit, aus der sind wahrscheinlich sogar einige Dokumente vernichtet worden.

Mit der Gründung 1892 lag der Ortsverein übrigens ganz im Trend dieser Zeit. Vier Jahre zuvor entstand in Plochingen der Hauptverein, bereits 1890  waren einige Dettinger dort Mitglied, um dann zwei Jahre später eine eigene Gruppe ins Leben zu rufen. 15 Mitglieder waren es im ersten Jahr, eines davon ist übrigens bis heute dabei  – der CVJM, der für diese lange Treue an der Jubiläumsfeier auch geehrt wird. Wahrscheinlich trat er ein, weil sein damaliger Vikar Mitglied war. Er und die anderen Gründungsmitglieder  suchten die Bewegung in der schönen Landschaft und wollten sich auch um deren Schutz kümmern. Das ist bis heute ihr Anliegen.

Naturschutz und -pflege

Auch in Dettingen hat der Albverein eine sehr aktive Naturschutztruppe, die beispielsweise Biotope pflegt oder Wiesen mäht. Zudem unterhält der Albverein den Hauserbrunnen am Calverbühl,  1967/68 wurde er erneuert, 2007 ein neues Schild angebracht. Außerdem wurde irgendwann im Lauf der Geschichte der Stammtisch eingeführt und die Lichtstube, im Vereinsraum im Alten Rathaus.  Die Mitgliederzahlen machen Christel Kleih Sorgen, denn sie seien, wie in allen Vereinen, rückläufig. Von 270 zu den besten Zeiten sind jetzt noch 170 übrig. Die Alten hören auf und Junge kommen keine nach, erklärt Kleih. Was noch gut läuft, sind Ausfahrten, etwa an den Bodensee oder ins Naturtheater, die Resonanz auf Wanderungen hingegen hat nachgelassen. Dennoch bleibt die Ortsgruppe weiter aktiv, macht Angebote an Wanderfreunde und hat beispielsweise in diesem Sommer erst eine große Tafel am Sonnenberg angebracht. Eine Ausstellung mit Fotos informiert bereits an diesem Wochenende während des Kunsthandwerkermarkts über die bewegte und bewegende Historie des Vereins. Darunter auch eines, das die Siegermannschaft  vom ersten Räuberkarrenrennen zeigt, den überraschend ein Team des Albvereins gewonnen hat.

Nochmals zurück zum Hörnle: Das gehört heute zum Naturschutzgebiet, und der Albverein ist auch dort mit für die Pflege des Wegenetzes zuständig. Rund 21 Kilometer sind es insgesamt, um die sich die Ortsgruppe kümmert. Wobei der Verein dringend einen Wegwart sucht, der dieser Aufgabe nachkommt.

Die Ortsgruppe des Albvereins feiert ihr Jubiläum am Samstag, 14. Oktober, im Susanna-von-Zillenhart-Saal. Saalöfnung ist um 18.30 Uhr, um 19 Uhr beginnt das Programm mit einer Rede  von Vertrauensfrau Christel Kleih. Matthias Beck sorgt zwischen den Grußworten von Bürgermeister Michael Hillert, sowie von Vertretern des Gaus und des Hauptvereins mit Musikstücken für Abwechslung.  Außerdem gibt es eine Ehrung für 125 Jahre Mitgliedschaft  für den CVJM. Nach einer Pause tritt der  Mikromagiers Jonas Glück auf, zum Abschluss lädt der Verein zum gemütlichen Beisammensein.

Eine Ausstellung mit vielen Fotos über den Verein ist bereits an diesem Wochenende im Zillenhart-Saal zu sehen.

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