Wermutstropfen auf dem Schlachtfeld in Quebec

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Zum Abschluss der Weltcup-Saison lief es für Florian Notz aus Dettingen nicht nach Wunsch. Erst am letzten Tag konnte er in Quebec halbwegs zufrieden sein. Die Plaines d’Abraham (Abraham-Ebene) in Quebec City waren 1759 Schauplatz einer entscheidenden Schlacht zwischen französischen und britischen Truppen. Am vergangenen Wochenende war die Parkanlage am St. Lorenz-Strom Schauplatz des Weltcup-Finales der Skilangläufer, ersatzweise für das russische Tjumen, dem die Austragung entzogen wurde.

Von Schlachten zu sprechen wäre sicher nicht angemessen, doch für Florian Notz hatte zumindest der zweite Wettkampf-Tag auch etwas Desaströses. Er hatte zumindest so viel Pech, so dass nur ein enttäuschender 53. Rang heraus kam, mit 2:50 Minuten Differenz auf Johannes Klaebo (35:23,7 Minuten).

Bereits in der ersten von vier Runden des 15-Kilometer-Massenstarts in der Klassischen Technik verlor Notz alle Chancen auf eine annehmbare Platzierung. „Es gab zwei größere Stürze, für die ich nichts konnte“, klagte Notz.

Das bedeutete den Verlust vieler Positionen und außerdem den Anschluss an die vordere Gruppe. Auf dem offenen Gelände war das ein nicht auszugleichendes Handicap. „Heute war nicht mein Tag“, meinte Notz, „aber ich versuche es morgen nochmal.“

Dieses Vorhaben setzte der Dettinger auch um. Mit dem Handicap der beiden vorangegangenen Tage ging es am Sonntag in das Verfolgungs-Rennen. Notz mit seinen 4:14 Minuten Rückstand (auch wegen Bonus-Sekunden entstanden) ging als 59. im Wellenstart gemeinsam mit allen Läufern ins Rennen, die 3:30 Minuten oder mehr Rückstand hatten.

Teilweise schneller

Über weite Strecken war Notz genauso schnell unterwegs wie die Spitze, phasenweise sogar etwas schneller. Am Ende erreichte er mit 4:27,1 Minuten Rückstand auf Klaebo (32:44,5 Minuten), der den Sprint um den Sieg gegen den Kanadier Alex Harvey gewann, als 47. das Ziel. Dafür gab es immerhin noch sieben Weltcup-Punkte weil Notz damit die 24. Nettozeit abgeliefert hatte, 1:02,1 Minuten hinter dem Schweden Markus Hellner. Bester Deutscher war Thomas Bing (Dernbach) auf einem guten 13. Rang (+45,1). „Ich musste zwar sehr viel Führungsarbeit machen, aber heute ging es mir eigentlich wieder ganz gut“, erklärte der 24-Jährige. Ein „Wermutstropfen“ in seiner Leistung fand er trotzdem. Wäre er nur 0,8 Sekunden schneller gewesen und damit 23. geworden, dann hätte er die Gesamtwertung des Distanz-Weltcups (ohne die Sprint-Wettbewerbe) auf Platz 30 abgeschlossen. Wenn Klaebo den Sprint gegen Harvey verloren, auch dann wäre Notz unter die besten 30 gerückt, denn der Ermstäler ist punktgleich mit Klaebo und mit dem derzeit gesperrten Russen Alexander Legkow, die vor ihm auf den Plätzen 29 und 30 liegen.

Die Weltcup-Gesamtwertung beendet Florian Notz auf Position 35 und damit als bester Deutscher. Das ist gegenüber dem Vorjahr (105.) eine deutliche Verbesserung.

Zum Auftakt des Wochenendes hatte Florian Notz in der Qualifikation zum Freistil-Sprint 25 Sekunden aufgebrummt bekommen. Auch den anderen Deutschen ging es nicht viel besser, Jonas Dobler war als 54., 14,46 Sekunden hinter Johannes Klaebo aus Norwegen (2:39,44) bester Deutscher in diesem Wettbewerb und damit weit entfernt von einem Einzug ins Finale der besten 30. Gut möglich, dass die wegen Wetter-Kapriolen erst Mittwoch auf Donnerstagnacht erfolgte Anreise nach Quebec ein Grund für das bescheidene Resultat war.

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