Lauren LaRocco läuft einen neuen Rekord beim Ermstal-Marathon

Lauren LaRocco überbietet Bestzeit im Halbmarathon bei den Frauen um 4:18 Minuten. Bei den Männern gewinnt Peter Keinath den Marathon in 2:43:36 vor Luigi de Franceschi.

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  • Die US-Amerikanerin Lauren LaRocca stellte einen neuen Rekord über die Halbmarathon-Strecke auf und hatte noch Luft nach oben. 1/4
    Die US-Amerikanerin Lauren LaRocca stellte einen neuen Rekord über die Halbmarathon-Strecke auf und hatte noch Luft nach oben. Foto: 
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    Uwe Euchner vom Orga-Team hatte alle Hände voll zu tun. Jeder Läufer bekam eine Plakette umgehängt. Foto: 
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    Publikumsliebling Luigi de Franceschi (rechts unten) wurde Marathon-Zweiter und genoss den Zuspruch. Foto: 
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    Peter Keinath vom TSV Glems run2gether ließ sich den Sieg im Marathon nicht nehmen und genoss den Applaus. Foto: 
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Gute Leistungen liefern und trotzdem Spaß haben. Dies war das Motto vieler Läufer am gestrigen Sonntag, die sich den 9. Ermstalmarathon auf der Strecke zwischen Metzingen und Bad Urach vor die Brust nahmen. Und bevor der erste Startschuss fiel, gab es schon den ersten Rekord. Genau 2363 Läufer insgesamt hatten sich angemeldet.

Halbmarathon

Und der zweite Rekord ließ nicht lange auf sich warten. Bei guten Bedingungen, aber schwüler Wetterlage, legte die aus Amerika angereiste Lauren LaRocco einen Fabelrekord hin. In 1:21:53 überbot sie die bisherige Bestleistung von  Dorothea Frey aus dem Jahre 2010 gleich um 4:18 Minuten. In 1:21:53 legte sie nun die Latte für künftige Generationen mehr als hoch. Das pikante an der Sache: Ihr Freund Timo Göhler, der bei der TSG Münsingen groß geworden ist und gestern für ART Düsseldorf lief, gewann den  Halbmarathon bei den Männern in 1:13:54. Ein leichtathletisches Traumpaar könnte man sagen.

 „Es war mein erster Halbmarathon und ich hätte noch schneller laufen können“, diktierte sie in die erstaunten Gesichter der Journalistenschar. Was sie am meisten beeindruckte? Die Aussicht und die Berge. Eigentlich ist sie Spezialisten auf der Zehn-Kilometer-Bahn und ihr Rekord steht da bei 32:47.

  Da sie gestern keine weiblichen Konkurrenten ausmachen konnte, lief die den schnellen Herren hinterher. Und siehe da: In der Herrenwertung wäre sie mit ihrer Zeit Fünfter geworden, nur 1:23 Minuten hinter Michael Leibfarth vom TSV Glems run2gether. Die zweitplatzierte Catrin Götz brauchte etwas mehr als neun Minuten länger: „Ich bin mit Rang zwei sehr zufrieden, die Amerikanerin war nach gut einem Kilometer weg. Da habe ich keine Chance gehabt, aber ich bin ja auch 16 Jahre älter.“

Bei den Männern machte erwartungsgemäß Timo Göhler im Halbmarathon die Musik, der samt Freundin erst drei Tage zuvor aus den USA angereist war: Ich hatte zwar einen Streckenrekord angekündigt, bin dann aber aufgrund der Schwüle eben auf Sieg gelaufen, habe also mein Ziel erreicht, so der 1,84 Meter große und nur 68 Kilogramm wiegende Athlet. Wegen der Hitze musste er alle zwei Kilometer trinken und eine Dusche nehmen. Schon aus diesem Grund war ein neuer Rekord nicht möglich.

„Das Tempo verschärft“

Der zweitplatzierte Simon Friederich vom TSV Straßberg auf der Schwäbischen Alb darf sich immerhin auf seine Fahnen schreiben, genau 14 Kilometer mit Göhler mitgehalten zu haben. „Dann hat er das Tempo verschärft. Er gehört ja zu den besten zehn Läufern Deutschlands.

Peter Keinath vom TSV Glems run2gether hat gestern die Königsdisziplin gewonnen, den echten Marathon über die etwas mehr als 42 Kilometer. „Die Zeit ist o.k,“ sagte er zu den 2:43:36 Stunden. Zu seinem Sieg vor fünf Jahren in 2:34:52 war es dann doch ein gutes Stück Differenz. „Es hat lange nicht gut ausgesehen“, sagte er im Zielbereich. Ich habe mich dann nochmals zusammengerissen und bin auf Sieg gelaufen. Jetzt bin ich glücklich, die Unterstützung an der Strecke war erstklassig und auch die Fahrräder die vorne weg fuhren waren eine gute Orientierung.“

Mit viel Beifall schaffte Publikumsliebling Luigi de Franceschi Rang zwei: „Ich bin stolz, mit meinen 52 Jahren noch gute Zeiten laufen zu können. Ich gönne Peter Keinath den Sieg von ganzem Herzen, er ist ein prima Junge, ich schätze ihn sehr. 3:18 Minuten betrug sein Rückstand. „Metzingen ist meine Lieblingstrecke, trotz New York, London oder Rom“ sagte er unter dem Beifall des Publikums.

Bei den Frauen dominierte eindeutig Silke Holzmann vom SV Ohmenhausen. Ihr Vorsprung auf die zweitplatzierte Basilia Förster vom Team Erdinger alkoholfrei betrug 1:42 Minuten. Damit blieb sie haargenau zwei Minuten unter ihrer Siegerzeit im Vorjahr: Die 3:12:48 von gestern können sich sehr gut sehen lassen, wenn sie auch in der dritten Runde nach dem Wendepunkt in Bad Urach „einen Einbruch“ hatte. „Schon die zweite Runde war zäh. Man muss aber auch sagen, dass Pamela Veith gefehlt hat. Sie konnte wegen eines Fersensporns nicht mitlaufen.

Zehn Kilometer

Weil der letztjährige Sieger über zehn Kilometer, Timo Göhler sich dem Halbmarathon widmete war man gespannt, wer sich die Krone über den „Zehner“ würde aufsetzen können. Über 1000 Läufer hatten sich gemeldet. Über die Lautsprecher machte dann schnell die Runde, dass Daniel Noll vom TSV Glems run2ether „gut im Rennen ist“. Der 31-Jährige legte in Bad Urach einen „Start wie eine Rakete hin“, verkündete der Lautsprecher. Schnell war klar, dass es Noll auf den alten Rekord von von Timo Göhler (31:32) abgesehen hatte. Am Ende reichte es nicht ganz. In 31:51 blieb er 19 Sekunden hinter der bisherigen Bestmarke. „Ich wollte schon Rekord laufen, am Ende hat es nicht ganz gereicht, macht aber auch nichts“, so Noll, der von Anfang an vorne weg lief. Silvan Rauscher von der TG Straßberg wurde Zweiter mit 2:29 Minuten Rückstand. Die Stärken von Rauscher liegen eher über die Hindernisstrecke, weswegen er Anfang August die „Deutschen“ in Ulm aufs Korn nimmt.

Zehn Sekunden Vorsprung

Bei den Frauen rettete Stefanie Kuhnert ihren Sieg mit lediglich zehn Sekunden Vorsprung ins Ziel (0:38:45). Dicht gefolgt von Katrin Kommer vom PT Reutlingen. „Wir sind die ersten drei Kilometer zusammen gelaufen, dann konnte ich mich ewas absetzen“, sagte Kuhnert. Und Katrin Kommer lobte die Siegerin: „Heute war Stefanie zu stark für mich, sie ist toll gelaufen, am Ende hat es für mich nicht ganz gereicht, ich bin aber trotzdem sehr zufrieden.“

So gesehen sind nun Kartin Kommer und Luigi de Franceschi das zweiterfolgreichste Paar des 9. Ermstalmarathon. Beide wurden Zweite über den „Zehner“ und den Marathon.

Vier Feuerwehrleute absolvierten in Vollkleidung und damit rund 20 Kilogramm Balast den „Zehner“. Die Jungs von der freiwilligen Feuerwehr Neckartailfingen wollten in erster Linie für das Ehrenamt werben und damit einfach zeigen, was überhaupt möglich ist, wenn man zusammenhält und schwierige Aufgaben im Kollektiv meistert. Gefühlte 50 Grad hätten sie unter ihren Schutzanzügen gespürt, sagte ihr Sprecher. Bei waghalsigen Einsätzen müssten sie weit mehr als die Hitzegrade von Metzingen aushalten. Auf der Strecke hätten sie viel Zuspruch erfahren, aber auch Fragen wie „Habt ihr eine Wette verloren“, oder „Gehts Euch nicht gut“, anhören müssen. leo

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Ermstal-Marathon

Tausende Athleten gehen jährlich beim Ermstal-Marathon auf die Strecke. Dabei durchlaufen sie auf verschiedenen Distanzen Bad Urach, Dettingen und laufen in Metzingen im Ziel ein.

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